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Heute: NEIN zu Bomben auf die Zivilbevölkerung!

Handicap International startete im September 2017 eine neue Online-Kampagne Stop Bombing Civilians, die sich gegen den Einsatz von explosiven Waffen in bevölkerten Gebieten einsetzt. Wir appelieren an die Bevölkerung und an alle Staaten die Stimme gegen die Bombardierung der Zivilbevölkerung zu erheben. 

Ein Mädchen, das sich mit den Worten STOP auf ihrer Hand gegen die Bombardierung von Zivilisten einsetzt.

Mädchen, das an unserer Foto-Aktion zu Stop Bombing Civilians teilnimmt. | © Handicap International

Im Jahr 2017 startet Handicap International eine neue Kampagne, die sagt: „Stoppt die Bomben auf Zivilisten“ - Stop Bombing Civilians”. Die aktuelle Kampagne von Handicap International richtet sich gegen den Einsatz von explosiven Waffen in bevölkerten Gebieten. In heutigen Konflikten werden städtische Gebiete oft konzentriert und intensiv bombardiert. Dies führt dazu, dass zehntausende Menschen aus der zivilen Bevölkerung in Syrien, im Irak, der Ukraine und im Jemen getötet und verletzt werden. HI bittet die Öffentlichkeit, eine Petition gegen den Einsatz von explosiven Waffen in bewohnten Gebieten zu unterzeichnen und möglichst weit zu verbreiten.

Damit Explosivwaffen keine Leben mehr zerstören können, appelliert HI an Deutschland und alle Staaten, das Ausmaß der Bedrohung für die Zivilbevölkerung anzuerkennen. So ruft HI sie dazu auf, den Einsatz dieser Waffen öffentlich zu verurteilen und daran mitzuarbeiten, dass Explosivwaffen nicht mehr in bevölkerten Gebieten verwendet werden. Dies soll insbesondere dadurch geschehen, dass internationale Initiativen für ein Verbot unterstützt werden. Letztlich ruft HI die Staaten auch dazu auf, sich an der Hilfe für Opfer zu beteiligen, verseuchte Gebiete zu räumen und Vorsorgemaßnahmen zu treffen.

Ziel: 1 Million Unterschriften

Unser Ziel ist es, eine Million Unterschriften gegen den Einsatz von explosiven Waffen in bevölkerten Gebieten zu sammeln und sie im September 2018 an politische Entscheidungsträger zu übergeben.

Gemäß humanitärem Völkerrecht müssen Konfliktparteien zwischen Zivilpersonen und Kombattanten unterscheiden und alle nötigen Vorsorgemaßnahmen treffen, um die Zivilbevölkerung zu schützen. Diese darf nicht zum Ziel von unterschiedslosen Angriffen werden, die militärische Ziele und Zivilisten gleichermaßen treffen können. Somit widersprechen explosive Waffen in bevölkerten Gebieten den Bestimmungen des internationalen Völkerrechts: Allein durch ihre weitflächige Detonation und ihre mangelnde Zielsicherheit können Explosivwaffen nicht zwischen militärischen Zielen und Zivilisten unterscheiden.  

Die Opfer des Bombenkrieges

Wenn explosive Waffen in Gebieten mit einer hohen Dichte von Zivilisten eingesetzt werden, zeigen sie eine verheerende Wirkung. Dazu zählen schwere Verletzungen, die oft zu Amputationen oder dauerhaften Behinderungen führen sowie psychische Traumata. Explosivwaffen zerstören Häuser, Schulen und Krankenhäuser. Nach einem Konflikt bleiben die Waffen, die nicht beim Aufprall explodiert sind, als Blindgänger zurück. Sie bedrohen die Sicherheit der Menschen und verhindern den Wiederaufbau eines Landes. Dies zwingt die Menschen in Situationen extremer Armut.

Diese Kampagne ist heute relevanter denn je. Tagtäglich spielen sich grausame Kriegsszenen in Syrien und im Jemen ab, wo Städte angegriffen und Krankenhäuser beschossen und bei Luft- und Bodenangriffen zur Zielscheibe genommen werden. Diese Bilder erinnern uns daran, dass wir das absolut Inakzeptable nicht als Kollateralschäden des Krieges hinnehmen dürfen.


INEW - the International Network on Explosive Weapons

Handicap International hat eine Koalition von Nichtregierungsorganisationen gegründet, um die Kräfte vieler zivilgesellschaftlicher Organisationen zu bündeln: INEW - the International Network on Explosive Weapons (Internationales Netzwerk zu Explosivwaffen). Die Koalition INEW ist eine Partnerschaft aus 31 Nichtregierungsorganisationen, die gemeinsam zu sofortigen Maßnahmen aller Staaten aufrufen, um dem Einsatz von explosiven Waffen in bevölkerten Gebieten ein Ende zu setzen. Handicap International arbeitet innerhalb dieses Netzwerks.

Handicap International nimmt an Treffen von Expertengruppen über den Einsatz von Explosivwaffen in bevölkerten Gebieten teil und stellt sicher, dass die Stimmen von Überlebenden bei internationalen Konferenzen erhört werden. Weiterhin tut sich HI mit Parlamentariern und Politikern in allen Staaten zusammen, um sich gegen Bombardierungen von Zivilisten einzusetzen. Begleitet wird dies durch die öffentliche Unterstützung mit der Kampagne „Stop Bombing Civilians”.

Machen Sie auch mit bei unserer Foto-Aktion zur Kampagne.

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10 Jahre Vertrag zum Streubombenverbot
© Federico Visi

10 Jahre Vertrag zum Streubombenverbot

Anlässlich des 10. Jahrestages erinnern wir an die Besiegelung des Vertrages zum Verbot von Streubomben. Am 30. Mai 2008 endete in Dublin die entscheidende Konferenz des so genannten Oslo-Prozesses für ein Streubombenverbot. Nach 15-monatigen Verhandlungen einigten sich die beteiligten Staaten, darunter Deutschland, auf einen Vertragstext. Im Dezember desselben Jahres wurde dann in Oslo u.a. vom damaligen Außenminister Steinmeier der Vertrag unterzeichnet, 2010 trat er in Kraft. Für die Vertragsstaaten bedeutete das ein Verbot der Herstellung, Lagerung, des Einsatzes und des Handels mit Streubomben sowie die Verpflichtung, betroffene Regionen und Menschen zu unterstützen.

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Ph. Houliat / HI

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42.972 Menschen sind 2017 durch Angriffe mit explosiven Waffen getötet oder verletzt worden. Allein 31.904 Opfer sind Zivilist/-innen. Diese Zahlen gab die internationale Beobachtungsstelle Action on Armed Violence (AOAV) in London bekannt. So ist die Zahl der Getöteten um 38 Prozent im Vergleich zu 2016 gestiegen. Die meisten wurden in Wohngebieten getroffen. Eines der vielen Kinder, das durch explosive Waffen verletzt oder getötet wurde, ist Abdel Rahman. Dem irakischen Jungen musste nach einer Bombardierung in Mossul ein Bein amputiert werden.

Tschad: Unbemannte Entminungsmaschine räumt Kriegsreste
© Global Clearance Solutions

Tschad: Unbemannte Entminungsmaschine räumt Kriegsreste

Handicap International (HI) hat im Tschad ein umfangreiches Entwicklungsprogramm gestartet. Im Zentrum steht die Räumung der Minen, die der langjährige Konflikt mit L ibyen hinterlassen hat. Zu diesem Zweck haben wir eine unbemannte Minenräumungsanlage mit EU-Mitteln erworben. Besonders im Norden des Landes sind große Gebiete mit Landminen, Blindgängern und explosiven Resten verseucht. Tschad ist eines der ärmsten Länder der Welt.