Gehe zum Hauptinhalt

Co-Preisträger Friedensnobelpreis 1997

 

Libanon

Im Libanon arbeiten wir daran, besonders schutzbedürftige Menschen, darunter Menschen mit Behinderung stärker in die Gesellschaft zu integrieren. Das soll nicht nur körperlich, sondern auch in Bezug auf die berufliche, kulturelle und soziale Inklusion geschehen. In Folge der humanitären Krise, die durch den Konflikt in Syrien ausgelöst wurde, hat HI Notfallprojekte für die betroffenen Gruppen durchgeführt (Geflüchtete und Gastbevölkerung).

Ahlam, ein syrischer Junge, der mit Amputation lebt - Hi

Ahlam, ein syrischer Junge, der mit Amputation lebt - HI | © Elias Saade / HI

Laufende Aktivitäten

HI begann 1992 im Libanon in den palästinensischen Flüchtlingslagern (Reha und Förderung der Rechte von Menschen mit Behinderung und psychosozialer Arbeit). Seitdem hat der Verband in den Krisensituationen, die das Land und die Region erschüttert haben, Nothilfe geleistet. Seit 2011 unterstützt HI syrische Flüchtlinge und die vom Krieg in Syrien betroffene libanesische Gemeinschaft.

Im Nord-Libanon und im Bekaa-Tal sorgt HI dafür, dass Menschen mit Behinderung eine angemessene Notversorgung wie Rehabilitation, Hilfsmittel (Prothesen und Orthesen) und psychosoziale Unterstützung erhalten. Ein spezifisches Projekt befasst sich mit der Reha von Kindern mit Behinderung, die in palästinensischen Lagern und in der Umgebung im Nordlibanon leben.

HI arbeitet mit anderen humanitären Akteuren zusammen, um die Inklusion zu verbessern. In Zusammenarbeit mit UNICEF stellt HI beispielsweise sicher, dass Wasser und sanitäre Einrichtungen für Menschen mit spezifischen Bedürfnissen zugänglich sind.

HI führt nach dem israelisch-libanesischen Konflikt von 2006 auch Minenräumaktionen im Norden des Landes durch. Es bietet palästinensischen Flüchtlingskindern psychologische und psychosoziale Unterstützung und hilft Menschen mit Behinderungen, sich für ihre Rechte einzusetzen.

Neues aus den Projekten

„Ich könnte mir keinen anderen Job vorstellen“
© Oriane van den Broeck / HI
Minen und andere Waffen

„Ich könnte mir keinen anderen Job vorstellen“

Seit 2013 ist Rabih Minenräumer für HI im Nordlibanon. Er arbeitet in einer Region, die besonders mit explosiven Kriegsresten verseucht ist. Handicap International ist mit Minenräumteams im Libanon tätig, um die Landminen zu räumen, die aus dem Bürgerkrieg 1975-1990 und dem Konflikt von 2006 stammen. Rabih gehört zum HI-Team, das vier Bezirke(insgesamt 21 Dörfer) entmint.

„Eines Tages werde ich wieder laufen können“
E. Fourt/Handicap International
Rehabilitation und Orthopädie

„Eines Tages werde ich wieder laufen können“

Mohammad, 32, kommt aus Syrien. Als die Kämpfe in seiner Stadt vor vier Jahren tobten, wurde er von einer Kugel und Granatsplittern getroffen. Die Splitter bohrten sich bis in sein Gehirn, sodass er heute querschnittsgelähmt ist. Er suchte mit seiner Frau und den Kindern Zuflucht im Libanon. Dort erhält er Physiotherapie von Handicap International (HI).

Bericht: „Überall folgten uns die Bomben“
© Benoit Almeras / Handicap International
Minen und andere Waffen

Bericht: „Überall folgten uns die Bomben“

Handicap International veröffentlichte am 5. Oktober 2017 in Genf den Bericht: „Überall folgten uns die Bomben". Dieser zeigt, wie der Einsatz von Explosivwaffen in bevölkerten Gebieten die Menschen in und aus Syrien immer wieder zur Flucht zwingt. Außerdem zeichnet er ein besorgniserregendes Bild von den verheerenden und anhaltenden sozialen und ökonomischen Folgen der Bombardierungen. Wir fordern die Konfliktparteien auf, den Einsatz von Explosivwaffen in bevölkerten Gebieten zu stoppen und appellieren an die internationale Staatengemeinschaft, diese Praxis auf das Schärfste zu verurteilen und sich mit wirkungsvollen Maßnahmen für ein Ende einzusetzen.

Helfen
Sie mit

Hintergrund

Der Libanon verfügt über qualitativ hochwertige Dienstleistungen, insbesondere in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Soziales. Menschen mit Behinderung, insbesondere in ländlichen und abgelegenen Gebieten, haben jedoch Schwierigkeiten, Zugang zu diesen Dienstleistungen zu erhalten.

Der Libanon beheimatet eine große palästinensische Flüchtlingsgemeinschaft, die hauptsächlich in inoffziellen Lagern lebt. Für diese Flüchtlinge ist der Zugang zu Gesundheits- und Bildungseinrichtungen besonders schwierig.

Außerdem haben die Kämpfe in Syrien Hunderttausende von Syrer/-innen gezwungen, Zuflucht in den Nachbarländern einschließlich des Libanon zu suchen. Diese Populationen werden im Laufe der Zeit immer schutzbedürftiger. Neue Flüchtlinge befinden sich bei ihrer Ankunft in einer unbekannten Umgebung und haben manchmal keine finanziellen Mittel. Sie benötigen sehr oft Nothilfe, vor allem um ihre physischen und psychischen Verletzungen zu behandeln.

Schließlich ist die Bevölkerung nach mehreren Jahrzehnten von Konflikten und trotz 15-jähriger Räumungsbemühungen weiterhin von Minen und explosiven Kriegsresten betroffen, wobei einige Opfer eine lebenslange Hilfe benötigen, um mit ihren Verletzungen leben zu können.

Schlüsselzahlen Libanon - HI
Schlüsselzahlen Libanon - HI
Weltweites Engagement:

Handicap International e.V. ist anerkannter Partner von folgenden öffentlichen Institutionen:

Logos Landeshauptstadt München, Auswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Logos Landeshauptstadt München, Auswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Logos Landeshauptstadt München, Auswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Logos Landeshauptstadt München, Auswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ