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Leave no one behind!

Kapazitäten-Aufbau für deutsche Akteure in der humanitären Hilfe zum Mainstreaming von Behinderung: Menschen mit Behinderung gelten mit 15 Prozent der Weltbevölkerung als eine der größten Minderheiten. Dennoch werden sie und ihre besonderen Bedürfnisse in der humanitären Hilfe nach Naturkatastrophen oder in Konfliktregionen oft vergessen. Humanitäre Hilfe muss auch die Schwächsten erreichen. In einem vom Auswärtigen Amt geförderten Projekt schulen wir - gemeinsam mit der Christoffel-Blindenmission (CBM) - Akteure der deutschen Humanitären Hilfe in inklusiven Maßnahmen.

Zataari-Flüchtlingscamp in Jordanien

Zataari-Flüchtlingscamp in Jordanien | © Bas Bogaerts/HI

Hintergrund

Im Jahr 2015 wurde die Umsetzung der Behindertenrechtskonvention (BRK) der Vereinten Nationen in und durch Deutschland vom Monitoring Komitee der BRK evaluiert und in dem darauffolgenden Bericht bestehende Lücken aufgezeigt. Eine der Empfehlungen des Komitees zu Artikel 11 der BRK, welcher die Gleichberechtigung von Menschen mit Behinderungen in der humanitären Hilfe einfordert, war unter anderem, dass Deutschland in Zukunft gewährleisten muss, dass alle humanitären Hilfsangebote, die mit deutschen Mitteln finanziert werden, gleichermaßen die Bedürfnisse von Menschen mit und ohne Behinderung abdecken. Im Vorfeld des Weltgipfels für Humanitäre Hilfe im Jahr 2016 wurde die WHS Charta von über 70 Akteuren, darunter Handicap International, entwickelt. Mit der Unterzeichnung der Charta verpflichten Akteure sich, humanitäre Maßnahmen für Menschen mit Behinderungen zugänglich zu machen und diese in die Planung und Durchführung von Programmen einzubeziehen.

Das Projekt

Darauf aufbauend organisieren wir, gemeinsam mit der Christoffel-Blindenmission (CBM), seit 2016 im Rahmen des Projekts ‚Leave no one behind! Kapazitäten-Aufbau für deutsche Akteure der humanitären Hilfe zum Mainstreaming von Behinderung‘ regelmäßig Sensibilisierungs- und fachliche Seminare zur Inklusion von Menschen mit Behinderung. Die Schulungen und Seminare zielen auf deutsche humanitäre Akteure ab und wenden sich individuell an Mitarbeiter von Nichtregierungsorganisationen und staatlichen Einrichtungen.

Außerdem bieten wir interessierten Organisationen Coaching Möglichkeiten an, um die Inklusion konkret, nachhaltig und strukturell  in ihren Organisationen und Projekten zu verankern. Diese Angebote richten sich nach dem konkreten Bedarf der jeweiligen Organisationen und werden in einem partizipativen Prozess zusammen mit der Organisation entwickelt und durchgeführt.

Um die Inklusion von Menschen mit Behinderung in der humanitären Hilfe auch in der nächsten Generation der humanitären Helfer von Anfang an sicherzustellen, entsteht  derzeit zusätzlich eine erfolgreiche Hochschulkooperation mit der Ruhruniversität Bochum im Joint Master of Humanitarian Action vom europäischen Network of Humanitarian Action (NOHA). Durch gezielte Gastvorträge von Experten wie Ulrike Last und der Mitgestaltung und Betreuung von Studentengruppen in Modulen zum Design von Projekten können HI und CBM ihre langjährige Erfahrung und Fachwissen an die Helfer von morgen weitergeben.

Aktuelle Veranstaltungen

Ende April 2018 fand ein 2-tägiges Training zu Disability-inclusive Infrastructure Design in Humanitarian Action in Berlin statt. Im Laufe der zwei Tage wurden verschiedene Aspekte zum Verständnis von Behinderung und Behinderungsinklusion im Kontext der humanitären Hilfe aufgegriffen, sowie systematisch besprochen, wie humanitäre Infrastrukturdesigns behinderungsinklusiv geplant, vorbereitet, implementiert und beurteilt werden können. Dabei wurde den Teilnehmer/-innen grundlegendes Wissen zu behinderungsinklusiven WASH, Shelter und Camp Facility Designs vermittelt und sie wurden anhand von Praxisbeispielen mit Methoden und Instrumenten für deren Planung und Implementierung vertraut gemacht.

Was passiert als nächstes

  • 12./13.07.2018    Disability-inclusive Protection: Mainstreaming Protection, GBV and Child Protection Programming in Humanitarian Action – Ort: Berlin
  • 30./31.07.2018    Disability-inclusive Health and Nutrition Programming in Humanitarian Action – Ort: Berlin

Coaching Angebot

Mit unserem kostenfreien Coaching-Angebot für interessierte Organisationen der humanitären Hilfe in Deutschland möchten wir die Einführung von inklusiven Arbeitsmethoden aktiv und effektiv in den Organisationen begleiten.

Alle Coaching-Maßnahmen werden vorab durch Treffen und Gespräche zusammen vorbereitet, um darauf aufbauend eine dem konkreten Bedarf abgestimmte Coaching Roadmap zu entwickeln. Die Implementierung erfolgt gemeinsam mit Fachreferent/-innen von Handicap International und CBM und ist auf ca. 16 Arbeitsstunden pro Coaching angelegt. Die Schwerpunkte des Coachings orientieren sich dabei individuell am jeweiligen Bedarf.

Get in touch

Bei Interesse an einem der Seminare oder dem Coaching-Angebot kontaktieren Sie bitte:

Eva Maria Fischer

Haakon Spriewald
Projektkoordinator

E-Mail:h.spriewald[at]hi.org

Aktuelle Termine

  • 12./13.07.2018:
    Disability-inclusive Protection: Mainstreaming Protection, GBV and Child Protection Programming in Humanitarian Action – Ort: Berlin
  • 9.10.08.2018:
    Disability-inclusive Health and Health related NFI Programming in Humanitarian Action – Ort: Berlin
    Hier finden Sie mehr Informationen zum Programm.