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Bombardierung eines von Handicap International unterstützten Krankenhauses

Minen, Streubomben und andere Waffen Nothilfe
Syrien

Ein von Handicap International unterstütztes Krankenhaus in der Provinz Dar‘a im Süden Syriens wurde am Abend des 13. Februars von einem Luftangriff getroffen. Mehrere Mitarbeitende wurden verletzt und das Gebäude ist teilweise beschädigt.

Ein in trümmern liegender Raum ist zu sehen, in dem ein Mann steht.

© Handicap Internatioanl

Zu den verletzten Mitarbeitenden gehören nach Angaben des lokalen Partners von Handicap International drei Mitglieder des Ärzteteams und ein Mitarbeiter der Verwaltung. Sie werden derzeit in einem anderen Krankenhaus versorgt. Das Lager des Krankenhauses sowie die chirurgische Abteilung und der Verwaltungsbereich sind teilweise zerstört oder außer Betrieb. Die Heftigkeit der Kämpfe, der Luftangriffe und der Bombardierungen hat in den letzten vier Tagen mehr als 12.000 Menschen zur Flucht aus diesem Gebiet gezwungen. 

Seit Beginn des Konfliktes in Syrien wurden mehr als 450 medizinische Einrichtungen angegriffen und mehr als 750 medizinische Mitarbeitende getötet[1]. Allein im Jahr 2016 wurden in Syrien an die 200 Angriffe auf medizinische Zentren gezählt[2]. Krankenhäuser sind regelmäßig direkte oder indirekte Ziele und bei jedem Angriff sind Tote, Verletzte und Zerstörung zu beklagen.

„Wir können nicht hinnehmen, dass medizinische Einrichtungen bei Angriffen beschädigt oder zerstört und in der Folge die von dem Konflikt am stärksten betroffenen Menschen der lebensnotwendigen medizinischen Versorgung beraubt werden“, bekräftigt Jean-Pierre Delomier, Leiter der Notfalleinsätze bei Handicap International.

„Die internationale Gemeinschaft muss diese Angriffe entschlossen verurteilen und all ihren Einfluss geltend machen, um sie zu beenden. Die Konfliktparteien müssen ihrer Verpflichtung nachkommen und dem Einsatz explosiver Waffen in bewohnten Regionen Einhalt gebieten."

Handicap International hat eine internationale Kampagne und eine Petition zur Beendigung des Einsatzes explosiver Waffen in bewohnten Gebieten auf den Weg gebracht. Wir appellieren an alle Staaten, an einer gemeinsamen Erklärung mitzuarbeiten, um diese Praxis zu beenden und die direkten Auswirkungen auf das Leben der Zivilbevölkerung anzuerkennen.   

 

[1] Daten von UOSSM (Union of Medical Care and Relief Organizations).

[2] http://www.who.int/emergencies/attacks-on-health-care/en/

16 Februar 2017
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Martina Vohankova stammt aus Tschechien und arbeitet bei Handicap International Syrien als Projektmanagerin für Gesundheit und Minenaktion. Angefangen in 2012 arbeitete sie erst für Projekte der Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe in Uganda, Kambodscha und im Südsudan. In den vergangenen zwei Jahren war Martina im Nahen Osten tätig, zunächst im Irak. Seit Mai 2016 wirkt sie bei Handicap International im Syrien-Krisen-Programm mit. Hier erzählt sie uns von ihrer Arbeit.