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Flucht, Migration und Behinderung: Neues Projekt gefördert von der SKala-Initiative

Inklusion Rechte von Menschen mit Behinderung
Deutschland

Geflüchtete mit Behinderung sind weltweit einem besonderen Risiko der Ausgrenzung ausgesetzt. Unsere Bedarfsanalyse zur Versorgungslage und Lebenssituation von Geflüchteten mit Behinderungen in Deutschland zeigt, dass diese Personengruppe auch in unserem Land nur schwer an der Gesellschaft teilhaben kann. Im Jahr 2003 gründeten wir daher das Projekt ComIn in München. Basierend auf den weltweiten Aktivitäten von Handicap International fördert ComIn die Integration von Migrant/-innen und Flüchtlingen mit Behinderung in München. Die Förderung der SKala-Initiative ermöglicht es HI, grundlegende Strukturen mit bundesweiter Wirkung für Flüchtlinge mit Behinderung aufzubauen. SKala ist eine Initiative der Unternehmerin Susanne Klatten in Partnerschaft mit dem gemeinnützigen Analyse- und Beratungshaus PHINEO und fördert bundesweit etwa 100 Non-Profit-Organisationen.

Geflüchtete mit Behinderungen – schätzungsweise bis zu 15 Prozent aller Geflüchteten – sind in einer äußerst prekären Lage: Tagtäglich sind sie mit Zugangsbeschränkungen und Barrieren konfrontiert, Die Strukturen bei der Flüchtlingsaufnahme- und Integration sind nicht inklusiv. Der Zugang zu den Leistungen und Unterstützungsmöglichkeiten der Behindertenhilfe ist durch das Asylbewerberleistungsgesetz eingeschränkt. Geflüchtete mit Behinderung haben nur dann eine Chance auf behindertengerechte Hilfe, wenn Haupt- und Ehrenamtliche sie auf dem Weg durch den Bürokratie-Dschungel unterstützen.

SKala-Förderung für ein deutschlandweites Modellprojekt

Mit der SKala-Förderung möchten wir in Form eines Modellprojekts an diesen strukturellen Defiziten ansetzen. Dazu sollen grundlegende Strukturen mit bundesweiter Wirkung in den drei ineinandergreifenden Bereichen Lobbying, Aufbau von Fähigkeiten und Kapazitäten sowie unter dem Stichwort „Empowerment“ gebildet werden. Langfristig bauen wir ein deutschlandweites Netzwerk an Akteur/-innen auf, das aktiv in politische Prozesse auf lokaler, regionaler und bundesweiter Ebene eingreift.

Ein speziell zugeschnittenes Schulungskonzept für 60 Fachkräfte in Einrichtungen der Flüchtlings- und Behindertenhilfe sowie eine sogenannte „Empowerment-Strategie“ helfen Fachkräften dabei, Geflüchtete mit Behinderung noch besser zu unterstützen. Das deutschlandweite Projekt zur Unterstützung von Geflüchteten mit Behinderung ist einzigartig. Die Anzahl der Projekte, die ähnlich wie ComIn arbeiten, hat zwar zugenommen, jedoch bleiben diese lokale bzw. regionale Leuchttürme.

6 August 2018
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