Gehe zum Hauptinhalt

Mit Physiotherapie behandeln wir unterernährte Kinder in Mali

Vorsorge und Gesundheit
Mali

VORSICHT; VORERST NICHT VERÖFFENTLICHEN. ES GAB PROBLEME MIT DEM KOLLEGEN...

Soumana Almouner Touré arbeitet seit 2013 für Handicap International. Er kommt ursprünglich aus Gao und koordiniert die Aktivitäten des ESSPOIR-Projektes in Mali. Er berichtet uns über das Projekt, das unterernährten Kindern aus drei westafrikanischen Ländern – Burkina Faso, Mali und dem Niger –  mit Physiotherapie dabei hilft, Entwicklungsverzögerungen aufzuholen. Dabei erfahren auch die betroffenen Eltern, wie sie ihre Kinder zu ihrer Entwicklung anregen können.

Das Foto zeigt Soumana Almouner Touré, Leiter des ESSPOIR-Projekts in Mali

Unser Projektleiter in Mali erklärt, welche Probleme bei unterernährten Kindern entstehen und wie die Eltern helfen können | Benoit Almeras

Warum wurde das ESSPOIR-Projekt initiiert?

Das Hauptziel des Projektes ist es, die Folgen von Unterernährung bei Kindern unter fünf Jahren zu verringern. Bei unterernährten Kindern ist das Gewicht im Verhältnis zur Körpergröße sehr gering, und kann bis hin zur schweren Unterernährung reichen. In Mali, meinem Heimatland, leidet jedes siebte Kind an Unterernährung und den Folgen.

Unterernährte Kinder werden oft mit Hilfsnahrung behandelt: Ihnen werden nur Nahrungsergänzungsmittel wie konzentrierte Erdnussbutter gegeben, damit sie zunehmen. Die Unterernährung kann aber außer dem geringen Gewicht auch andere schwerwiegende Folgen haben. Oft können sich unterernährte Kinder nicht gut bewegen oder sich nicht so gut ausdrücken wie Kinder, die normal wachsen. Sie sind für ihr Alter unterentwickelt.

Unser Projekt ESSPOIR bekämpft diese Folgen der Unterernährung bei Kindern. Durch Physiotherapie und Stimulation können wir ihnen dabei helfen, ihre Entwicklungsrückstände wieder aufzuholen.

Was macht das Projekt genau?

2013 startete Handicap International das erste Projekt in Mali, in dem wir unterernährte Kinder mithilfe von Physiotherapie und Stimulation unterstützten. Wir haben erkannt, dass sich die Kinder durch einfache Methoden (wie etwa Ballspiele und leichtes Dehnen) von ihren Entwicklungsverzögerungen erholen konnten, besonders wenn es um die Beweglichkeit und die Körperhaltung geht.

Das aktuelle ESSPOIR-Projekt ist nun in mehreren Ländern und mit mehr Aktivitäten vor Ort. Es wird jetzt in drei Ländern umgesetzt: in Mali, Burkina Faso und im Niger. Wir helfen den unterernährten Kindern nun auch dabei, ihre Kommunikationsfähigkeiten zu verbessern, indem wir eine engere Beziehung zu ihren Eltern fördern. Die Eltern unterstützen wir auf praktischer Ebene, indem wir Diskussionsrunden, Schulungen und andere Aktivitäten anbieten. Diese psychologische Hilfe ermutigt sie, eine engere Beziehung mit ihren Kindern aufzubauen, beispielsweise mit ihnen zu spielen oder sie zu umarmen. Und das wiederum stimuliert die Kinder.

Was wollen Sie mit dem Projekt erreichen?

Wir wollen, dass die Menschen die Bedeutung von Physiotherapie und Stimulation während der Behandlung von unterernährten Kindern erkennen. In Mali führen wir das Projekt in mehreren Regionen aus. Die Kinder, die betreut wurden, konnten sich von ihren Entwicklungsverzögerungen erholen. Solche positiven Ergebnisse sind natürlich sehr ermutigend.

Im Laufe des Projekts möchten wir die Bedingungen für 9.200 Kinder und für ihre Eltern verbessern, und dabei vor allem Netzwerke in den Gemeinden aufgebauen und koordinien. Wir sind zuversichtlich, dass diese von uns entwickelten unterstützenden Maßnahmen auch in anderen Gegenden eingesetzt werden können, in denen es Unterernährung gibt.


Das ESSPOIR-Projekt wird unter anderem durch humanitäre Hilfe des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert.

Interview vom Oktober 2016

5 Januar 2017
Weltweites Engagement:
HELFEN
Sie mit

Lesen sie weiter

Jordanien: „Jetzt kann mein Bruder sogar zur Schule gehen!
© Elisa Fourt / HI
Rehabilitation und Orthopädie Vorsorge und Gesundheit

Jordanien: „Jetzt kann mein Bruder sogar zur Schule gehen!

Ali, 4, lebt in Jordanien. Er leidet an Zerebralparese und besucht seit einigen Monaten die Einrichtung einer Partnerorganisation von Handicap International  (HI), wo er durch Physio- und Beschäftigungstherapiemaßnahmen gefördert wird.

Bangladesch: Unterstützung für Familien in Flüchtlingslagern
© Reiza Dejito / HI
Rehabilitation und Orthopädie Vorsorge und Gesundheit

Bangladesch: Unterstützung für Familien in Flüchtlingslagern

Ayesha Begum ist 22 Jahre alt. Anfang September fand sie Zuflucht in Bangladesch, wo sie mit ihren Brüdern und ihren drei Kindern in einer Übergangsunterkunft am Rande des Flüchtlingslagers Kutupalong lebt. Ihr Mann ist tot. Sie nimmt an einer Elterngruppe teil, die von HI organisiert wird und geflüchteten Müttern psychosoziale Unterstützung anbietet. Ayesha Begum ist 22 Jahre alt. Anfang September fand sie Zuflucht in Bangladesch, wo sie mit ihren Brüdern und ihren drei Kindern in einer Übergangsunterkunft am Rande des Flüchtlingslagers Kutupalong lebt. Ihr Mann ist tot. Sie nimmt an einer Elterngruppe teil, die von HI organisiert wird und geflüchteten Müttern psychosoziale Unterstützung anbietet.

WHO und HI: Mehr Unterstützung für Menschen mit Verletzungen und Behinderungen in Syrien
© Elisa Fourt / HI
Inklusion Minen, Streubomben und andere Waffen Rehabilitation und Orthopädie Vorsorge und Gesundheit

WHO und HI: Mehr Unterstützung für Menschen mit Verletzungen und Behinderungen in Syrien

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Handicap International (HI) machen auf die Bedürfnisse der geschätzten drei Millionen Menschen aufmerksam, die in Syrien mit Verletzungen und Behinderungen leben. Sie fordern die internationale Gemeinschaft dazu auf, ihre Unterstützung für Reha-Maßnahmen und die Wiedereingliederung dieser Menschen in die Gesellschaft zu erhöhen.