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Co-Preisträger Friedensnobelpreis 1997

 

Mosambik soll bald von Minen befreit sein

Minen, Streubomben und andere Waffen
Mosambik

Im Juni lud Mosambik die Mitgliedsstaaten des Minenverbotsvertrages zur UN-Konferenz ein. Ein Team der ARD und des SWR begleiteten im Vorfeld dieser Konferenz eine Reise in ein Land, das einst zu den am stärksten verminten Ländern der Welt gehörte. Die Berichte finden sich hier.

Link zum Fernsehbeitrag des ARD-Mittagsmagazin:
http://www.youtube.com/watch?v=LYu9bQoiaCg

Link zur Radioreportage des SWR:
http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2014/06/23/dlf_20140623_1236_3d55de03.mp3

Die Wahl Maputos als Austragungsort dieser dritten Revisionskonferenz des Minenverbotsvertrags von Ottawa hatte hohen symbolischen Charakter, da die Regierung Mosambiks die Möglichkeit haben wird, das Land bis zum Ende des Jahres für minenfrei zu erklären. Mosambik ist eines der ärmsten Länder der Welt. Betroffen von insgesamt 25 Jahren Unabhängigkeits- und Bürgerkrieg, galt Mosambik als eines der vier am stärksten verminten Länder der Welt – gemeinsam mit Angola, Afghanistan und Kambodscha. Landminen und Blindgänger waren verantwortlich für Tausende von Toten und Verletzten seit 1992. Mehr als 2400 Opfer wurden offiziell festgestellt, die realen Zahlen sind jedoch wesentlich höher, da die Erfassung der Unfallzahlen sehr unvollständig ist. Das US Department of State schätzt, dass die tatsächlichen Zahlen allein von 1992 bis 1998 bei etwa 10.000 bis 30.000 liegen.

Handicap International ist in der Entminung in Mosambik tätig und räumt derzeit letzte bekannte Minenfelder in der Provinz Sofala. Seit 15 Jahren werden für diese langwierige und schwierige Arbeit schon mosambikanische Fachleute ausgebildet: Frauen und Männer, die ihrer Arbeit jeden Tag mit hohem Risiko nachgehen, Parzelle für Parzelle, Quadratmeter für Quadratmeter, um Leben zu retten und zu beschützen.
Das Team besteht aus 50 EntminerInnen, die von 4 HundeführerInnen, 8 Minensuchhunden und diversen Entminungsmaschinen (3 Tempest und 1 Hitachi) unterstützt werden.
Die Synergie zwischen Mensch, Hund und Maschine macht die Arbeit sehr sicher. Maschinen entfernen zuerst das Gestrüpp, dann sind die Hunde an der Reihe. Ihre Arbeit, die für sie selbst völlig ungefährlich ist, beschleunigt die Arbeit der EntminerInnen um rund 80 Prozent. Anders als Metalldetektoren, die auch bei ungefährlichen metallischen Objekten wie Getränkedosen anschlagen, melden die Hunde tatsächlich nur Objekte, die den charakteristischen Geruch nach Sprengstoff aufweisen. Die Hundeführerin markiert die Stelle dann und ruft einen Entminer, der sie untersucht und das gefundene Objekt vorsichtig freilegt und zerstört.

 

 

 

16 Juni 2014
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