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Co-Preisträger Friedensnobelpreis 1997

 

Mosambik soll bald von Minen befreit sein

Minen und andere Waffen
Mosambik

Im Juni lud Mosambik die Mitgliedsstaaten des Minenverbotsvertrages zur UN-Konferenz ein. Ein Team der ARD und des SWR begleiteten im Vorfeld dieser Konferenz eine Reise in ein Land, das einst zu den am stärksten verminten Ländern der Welt gehörte. 

Die Wahl Maputos als Austragungsort dieser dritten Revisionskonferenz des Minenverbotsvertrags von Ottawa hatte hohen symbolischen Charakter, da die Regierung Mosambiks die Möglichkeit haben wird, das Land bis zum Ende des Jahres für minenfrei zu erklären. Mosambik ist eines der ärmsten Länder der Welt. Betroffen von insgesamt 25 Jahren Unabhängigkeits- und Bürgerkrieg, galt Mosambik als eines der vier am stärksten verminten Länder der Welt – gemeinsam mit Angola, Afghanistan und Kambodscha. Landminen und Blindgänger waren verantwortlich für Tausende von Toten und Verletzten seit 1992. Mehr als 2400 Opfer wurden offiziell festgestellt, die realen Zahlen sind jedoch wesentlich höher, da die Erfassung der Unfallzahlen sehr unvollständig ist. Das US Department of State schätzt, dass die tatsächlichen Zahlen allein von 1992 bis 1998 bei etwa 10.000 bis 30.000 liegen.

Handicap International ist in der Entminung in Mosambik tätig und räumt derzeit letzte bekannte Minenfelder in der Provinz Sofala. Seit 15 Jahren werden für diese langwierige und schwierige Arbeit schon mosambikanische Fachleute ausgebildet: Frauen und Männer, die ihrer Arbeit jeden Tag mit hohem Risiko nachgehen, Parzelle für Parzelle, Quadratmeter für Quadratmeter, um Leben zu retten und zu beschützen.
Das Team besteht aus 50 EntminerInnen, die von 4 HundeführerInnen, 8 Minensuchhunden und diversen Entminungsmaschinen (3 Tempest und 1 Hitachi) unterstützt werden.
Die Synergie zwischen Mensch, Hund und Maschine macht die Arbeit sehr sicher. Maschinen entfernen zuerst das Gestrüpp, dann sind die Hunde an der Reihe. Ihre Arbeit, die für sie selbst völlig ungefährlich ist, beschleunigt die Arbeit der EntminerInnen um rund 80 Prozent. Anders als Metalldetektoren, die auch bei ungefährlichen metallischen Objekten wie Getränkedosen anschlagen, melden die Hunde tatsächlich nur Objekte, die den charakteristischen Geruch nach Sprengstoff aufweisen. Die Hundeführerin markiert die Stelle dann und ruft einen Entminer, der sie untersucht und das gefundene Objekt vorsichtig freilegt und zerstört.

 

 

 

16 Juni 2014
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Syrien: Es ist dringend erforderlich, den Schutz von Zivilisten und humanitären Helfern zu gewährleisten.
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Minen und andere Waffen

Syrien: Es ist dringend erforderlich, den Schutz von Zivilisten und humanitären Helfern zu gewährleisten.

Im Nordosten Syriens wiederholt sich der Kreislauf von Gewalt, Angst und Unsicherheit für die Bewohner/-innen! Wieder einmal sind Zivilist/-innen die ersten Opfer von Bombenanschlägen. Handicap International (HI) ist äußerst besorgt angesichts der militärischen Eskalation und der Bedrohung der Zivilbevölkerung. HI ruft alle Konfliktparteien auf, die Zivilbevölkerung zu schützen, insbesondere in den von Luftangriffen und Artilleriefeuer betroffenen Ballungsgebieten.

Militäreinsatz im Nordosten Syriens: Der Schutz der Zivilbevölkerung und humanitären Helfer/-innen ist lebensnotwendig
© Armelle Toucour
Minen und andere Waffen

Militäreinsatz im Nordosten Syriens: Der Schutz der Zivilbevölkerung und humanitären Helfer/-innen ist lebensnotwendig

Die jüngste Militäroffensive im Nordosten Syriens droht tausende Zivilist/-innen von Hilfe abzuschneiden und treibt viele in die Flucht, die oft schon vorher innerhalb Syriens geflohen waren. Davor warnen 15 Hilfsorganisationen, darunter Handicap International. CARE, Ärzte der Welt und Oxfam. Sie fordern die Konfliktparteien dazu auf, das humanitäre Völkerrecht uneingeschränkt zu respektieren und in dicht besiedelten Gebieten keine explosiven Waffen einzusetzen. 


 

Wiener Konferenz: Mehrheit der Staaten für mehr Schutz der Zivilbevölkerung vor Bombardierungen
© B. Chapuis / HI
Minen und andere Waffen Politische Kampagnenarbeit

Wiener Konferenz: Mehrheit der Staaten für mehr Schutz der Zivilbevölkerung vor Bombardierungen

Wien, 2. Oktober 2019. Vertreter/-innen von 133 Staaten und der Zivilgesellschaft kamen für zwei Tage in Wien zur „Internationalen Konferenz zum Schutz der Zivilbevölkerung in der städtischen Kriegsführung“ zusammen. Die Mehrheit der Teilnehmer/-innen unterstützte die Notwendigkeit, dass das menschliche Leid, das durch den Einsatz von Explosivwaffen verursacht wird, beendet werden muss und zeigte sich dazu bereit, mit diesem Ziel an einem politischen Instrument zu arbeiten. Die Konferenz ebnete den Weg für einen Verhandlungsprozess, an dessen Ende im Frühjahr 2020 eine politische Erklärung zur Verabschiedung vorgelegt werden soll. Die Vertreter Deutschlands verpflichteten sich in Wien, konstruktiv an dem Prozess hin zu einer politischen Erklärung mit zu arbeiten. Handicap International hatte jahrelang auf die menschliche Tragödie durch die Bombardierung in Wohngebieten hingewiesen. Die Organisation begrüßte die große Anzahl an teilnehmenden Staaten und unterstrich, dass auch konkrete Maßnahmen zur Unterstützung der Opfer Teil der Erklärung sein müssen. 

Handicap International e.V. ist anerkannter Partner von folgenden öffentlichen Institutionen:

Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ