Gehe zum Hauptinhalt

Unser Einsatz für Kriegsopfer

Zur Arbeit von Handicap International zählt schon immer das Engagement für zivile Opfer von Kriegen. Seit unserer Gründung 1982, als wir kambodschanische Flüchtlinge und Minenopfer in ihrer Not unterstützten, widmeten wir unsere Einsätze auch stets der Minenthematik: von unserem ersten Minenräumprogramm im Jahr 1992 bis ins Jahr 2017. Aktuell mit einem neuen Minenräumprogramm in Kolumbien und dem Minenaufklärungsprojekt in Mossul/Irak.

Ein Physiotherapeut von Handicap International unterstützt Omar während seiner Reha

Ein Physiotherapeut von Handicap International unterstützt Omar während seiner Rehabilitation. | © Blaise Kormann/L’illustré/Handicap International

Prothesen, Rehabilitation und Unterstützung von Kriegsopfern

Handicap International ist in Ländern aktiv, die vom Krieg gezeichnet sind – egal, ob sie dabei von zusätzlichen Faktoren wie Umweltkatastrophen und Notsituationen beeinflusst werden oder ob es sich um Entwicklungsländer handelt. Unser Anliegen ist es, die Menschen zu schützen, zu unterstützen und ihr Land von explosiven Kriegsresten zu befreien.

Konventionelle Waffen töten Menschen und verursachen schwere Verletzungen: Verbrennungen, offene Wunden, Frakturen, Verlust von Gliedmaßen oder gar schwere Behinderungen sind die Folge.

Wenn möglich, führt Handicap International immer eine große Bandbreite an Programmen zur Opferhilfe in den Ländern durch, die von explosiven Kriegsresten betroffen sind. So stellen wir sicher, dass die Überlebenden Reha-Maßnahmen erhalten, ihnen Prothesen oder Orthesen angepasst werden und ihre medizinische und psychologische Versorgung Hand in Hand gehen. Außerdem fördern wir ihre Inklusion in die Gesellschaft.

Unfallprävention und Opferhilfe: ein integrierter Ansatz

Handicap International stützt sich auf eine jahrelange, solide Erfahrung in den am schlimmsten mit Kriegsresten verseuchten Ländern der Welt. So kümmern wir uns sowohl um orthopädische Versorgung, Minenräumung, Risikoaufklärung als auch um die Opferhilfe, wodurch all unsere Aktivitäten ineinander greifen können. Sie werden von unseren Teams ausgeführt, die breitgefächerte technische Fähigkeiten besitzen und können sowohl in Nothilfe- als auch in Entwicklungssituationen zum Einsatz kommen.

Minenräumung und Waffenräumung

Handicap International spürt gefährliche Gebiete auf, zeichnet sie in Karten ein und markiert sie. Daraufhin räumen unsere Entminungsteams die gefundenen Waffen und zerstören sie entsprechend den international geltenden Normen. Zudem sichern unsere Teams Waffendepots und Munitionen, die als gefährlich gelten und explodieren könnten. Wir trainieren und unterstützen unsere Partner beim erfolgreichen Management all ihrer Aktionen zu Landminen und explosiven Kriegsresten.

Handicap International hält sich stets auf dem neuesten Stand der technischen Innovationen im Bereich der Minenräumung. In diesem Jahr liegt der Fokus der Debatten unter Fachleuten besonders auf improvisierten Sprengsätzen, wie sie regelmäßig in Syrien und Irak verwendet werden. Auch der Einsatz von Drohnen und Werkzeugen zur Ortung von explosiven Kriegsresten wird derzeit erörtert.

Risikoaufklärung: weniger Unfälle

Die Aufklärung der Bevölkerung über die drohenden Gefahren durch explosive Kriegsreste zählt zu unseren Präventionsmaßnahmen. Wenn die Menschen sich der Risiken bewusst sind und wissen, wie sie sich richtig verhalten sollten, können Unfälle vermieden werden.

„Explosive Kriegsreste schaffen eine Bedrohung für Menschen, die in ihr Zuhause zurückkehren, nachdem ein Angriff oder ein Konflikt beendet ist“,

erklärt Thomas Hugonnier, Leiter der Einsätze von Handicap International im Irak.

„Im Irak und in Syrien ist übersteigt das Ausmaß der Kontaminierung alles Vorangegangene. Es wird Jahre dauern, alles zu räumen. Die Risikoaufklärung ist lebenswichtig, um den Leuten beizubringen, wie sie sich angesichts explosiver Kriegsreste richtig verhalten, und um Unfälle zu verhindern.“

Derzeit führen wir in 13 Ländern Risikoaufklärung durch. Sie zielt besonders auf die schutzbedürftige Zivilbevölkerung sowie auf geflohene und vertriebene Menschen ab, deren Leben von explosiven Waffen bedroht ist. Die Aufklärung ist in allen Situationen lebensrettend – bei Nothilfe, Wiederaufbau oder der Entwicklung eines Landes.

Lesen sie weiter

Gaza: Schussverletzung – ein traumatisches Erlebnis
© Yousef El-Natil/HI

Gaza: Schussverletzung – ein traumatisches Erlebnis

Ahmed ist erst 15 Jahre alt. Bei einer Demonstration an der Grenze zwischen Gaza und Israel wurde er am rechten Oberschenkel oberhalb des Knies angeschossen. Jetzt ist er bei HI in Behandlung. Sobald seine Wunde vernarbt ist, kann er mit der Physiotherapie beginnen. HI steht im außerdem mit psychologischer Unterstützung zur Seite, um das Erlebte zu verarbeiten.

10 Jahre Vertrag zum Streubombenverbot
© Federico Visi

10 Jahre Vertrag zum Streubombenverbot

Anlässlich des 10. Jahrestages erinnern wir an die Besiegelung des Vertrages zum Verbot von Streubomben. Am 30. Mai 2008 endete in Dublin die entscheidende Konferenz des so genannten Oslo-Prozesses für ein Streubombenverbot. Nach 15-monatigen Verhandlungen einigten sich die beteiligten Staaten, darunter Deutschland, auf einen Vertragstext. Im Dezember desselben Jahres wurde dann in Oslo u.a. vom damaligen Außenminister Steinmeier der Vertrag unterzeichnet, 2010 trat er in Kraft. Für die Vertragsstaaten bedeutete das ein Verbot der Herstellung, Lagerung, des Einsatzes und des Handels mit Streubomben sowie die Verpflichtung, betroffene Regionen und Menschen zu unterstützen.

Gaza: Notfalltherapien zur Vermeidung von Behinderungen dringend erforderlich
© Virginie NGUYEN HOANG/Hans Lucas/AFP

Gaza: Notfalltherapien zur Vermeidung von Behinderungen dringend erforderlich

Bei Demonstrationen am 14. und 15. Mai wurden an der Grenze zwischen Gaza und Israel rund 3.000 Menschen verletzt. Die medizinische Versorgung in Gaza ist durch die plötzliche Ankunft einer großen Zahl von Opfern völlig überlastet. HI stellt Notfall-Rehamaßnahmen bereit, um zu verhindern, dass Patienten eine dauerhafte Behinderung entwickeln.