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Co-Preisträger Friedensnobelpreis 1997

Vor 15 Jahren: Kampagne gegen Streubomben

2003 gründete Handicap International mit einer Gruppe von Nichtregierungsorganisationen die Koalition gegen Streubomben und startete eine Kampagne gegen deren Einsatz. 2008 unterzeichneten 96 Staaten die Oslo-Konvention, die den Einsatz sowie die Herstellung und Lagerung von Streubomben verbietet. 

Mitglieder der Cluster Munition Coalition

Mitglieder der Cluster Munitioon Coaliton zum Verbot von Streubomben | © Federico Visi

Aufbauend auf dem Erfolg und der Expertise der Landminenkampagne gründete Handicap International 2003 gemeinsam mit einer Gruppe von Nichtregierungsorganisationen die Koalition gegen Streubomben (Cluster Munition Coalition, CMC) und startete eine neue Kampagne: Diese richtete sich gegen Streubomben. Streubomben stellen dieselbe Bedrohung wie Landminen dar, weil sie dieselben entsetzlichen Auswirkungen haben. Als tödliche und verstümmelnde Waffen verursachten sie in Laos unfassbaren Schrecken. Allein dort waren während des Vietnam-Kriegs mehr als 270 Millionen Submunitionen („Mini-Bomben“) abgeworfen worden. Darauf folgten Länder wie Afghanistan, Kosovo, Irak und Libanon. Ziel war es, den Ottawa-Prozess zu wiederholen, Druck auf Regierungen auszuüben, die Öffentlichkeit zu informieren und zur Unterzeichnung einer Petition aufzurufen. Dadurch wurde ein klares Signal an alle Staaten gesendet, das zu einem Verbot dieser Waffen drängte. HI führte ab 2004 eine große Kampagne durch, die mithilfe der Medien viele Menschen sensibilisierte und in deren Rahmen zahlreiche Ausstellungen und Events stattfanden. Insgesamt unterzeichneten zwei Millionen Menschen die Petition „NEIN zu Streubomben“.

Landminen mit neuem Namen

Streubomben öffnen sich in der Luft und beinhalten bis zu hunderte kleiner Bomben, die sogenannten Submunitionen, die über weite Flächen verstreut werden. Ein variabler Prozentsatz der Submunitionen explodiert jedoch nicht beim Aufprall, sondern bleibt als Blindgänger liegen. Damit wirken sie wie Landminen. Sie verstümmeln, verbrennen oder töten Menschen bei der geringsten Berührung. Sie bleiben aktiv, auch wenn der Krieg beendet ist.

Unterzeichnung der Konvention über das Verbot von Streubomben

Am 3. Dezember 2008 gipfelte unsere Kampagne in ihren erfolgreichen Abschluss: 96 Staaten unterzeichneten die Oslo-Konvention, die den Einsatz, die Herstellung, die Weitergabe und die Lagerung von Streubomben verbietet. Weiterhin richtet sie die zusätzlichen Verpflichtungen an die Mitgliedsstaaten, dass sie die verseuchten Gebiete räumen und die Überlebenden mit Hilfe versorgen müssen.

Bis heute wurde die Konvention von 119 Staaten weltweit unterzeichnet. Davon haben 102 Staaten bereits ratifiziert. Dies macht die Oslo-Konvention zu einem mächtigen Waffenkontrollvertrag. Dort wo diese barbarischen Waffen heute zur Anwendung kommen, werden sie zusehends von anderen Staaten offiziell verurteilt. Trotz dieses unbestreitbaren Erfolgs werden Streubomben immer noch intensiv und wiederholt im Jemen und in Syrien eingesetzt. 

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Im Nordosten Syriens wiederholt sich der Kreislauf von Gewalt, Angst und Unsicherheit für die Bewohner/-innen! Wieder einmal sind Zivilist/-innen die ersten Opfer von Bombenanschlägen. Handicap International (HI) ist äußerst besorgt angesichts der militärischen Eskalation und der Bedrohung der Zivilbevölkerung. HI ruft alle Konfliktparteien auf, die Zivilbevölkerung zu schützen, insbesondere in den von Luftangriffen und Artilleriefeuer betroffenen Ballungsgebieten.

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Wiener Konferenz: Mehrheit der Staaten für mehr Schutz der Zivilbevölkerung vor Bombardierungen

Wien, 2. Oktober 2019. Vertreter/-innen von 133 Staaten und der Zivilgesellschaft kamen für zwei Tage in Wien zur „Internationalen Konferenz zum Schutz der Zivilbevölkerung in der städtischen Kriegsführung“ zusammen. Die Mehrheit der Teilnehmer/-innen unterstützte die Notwendigkeit, dass das menschliche Leid, das durch den Einsatz von Explosivwaffen verursacht wird, beendet werden muss und zeigte sich dazu bereit, mit diesem Ziel an einem politischen Instrument zu arbeiten. Die Konferenz ebnete den Weg für einen Verhandlungsprozess, an dessen Ende im Frühjahr 2020 eine politische Erklärung zur Verabschiedung vorgelegt werden soll. Die Vertreter Deutschlands verpflichteten sich in Wien, konstruktiv an dem Prozess hin zu einer politischen Erklärung mit zu arbeiten. Handicap International hatte jahrelang auf die menschliche Tragödie durch die Bombardierung in Wohngebieten hingewiesen. Die Organisation begrüßte die große Anzahl an teilnehmenden Staaten und unterstrich, dass auch konkrete Maßnahmen zur Unterstützung der Opfer Teil der Erklärung sein müssen. 

Handicap International e.V. ist anerkannter Partner von folgenden öffentlichen Institutionen:

Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ