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Vor 15 Jahren: Kampagne gegen Streubomben

2003 gründete Handicap International mit einer Gruppe von Nichtregierungsorganisationen die Koalition gegen Streubomben und startete eine Kampagne gegen deren Einsatz. 2008 unterzeichneten 96 Staaten die Oslo-Konvention, die den Einsatz sowie die Herstellung und Lagerung von Streubomben verbietet. 

Mitglieder der Cluster Munition Coalition

Mitglieder der Cluster Munitioon Coaliton zum Verbot von Streubomben | © Federico Visi

Aufbauend auf dem Erfolg und der Expertise der Landminenkampagne gründete Handicap International 2003 gemeinsam mit einer Gruppe von Nichtregierungsorganisationen die Koalition gegen Streubomben (Cluster Munition Coalition, CMC) und startete eine neue Kampagne: Diese richtete sich gegen Streubomben. Streubomben stellen dieselbe Bedrohung wie Landminen dar, weil sie dieselben entsetzlichen Auswirkungen haben. Als tödliche und verstümmelnde Waffen verursachten sie in Laos unfassbaren Schrecken. Allein dort waren während des Vietnam-Kriegs mehr als 270 Millionen Submunitionen („Mini-Bomben“) abgeworfen worden. Darauf folgten Länder wie Afghanistan, Kosovo, Irak und Libanon. Ziel war es, den Ottawa-Prozess zu wiederholen, Druck auf Regierungen auszuüben, die Öffentlichkeit zu informieren und zur Unterzeichnung einer Petition aufzurufen. Dadurch wurde ein klares Signal an alle Staaten gesendet, das zu einem Verbot dieser Waffen drängte. HI führte ab 2004 eine große Kampagne durch, die mithilfe der Medien viele Menschen sensibilisierte und in deren Rahmen zahlreiche Ausstellungen und Events stattfanden. Insgesamt unterzeichneten zwei Millionen Menschen die Petition „NEIN zu Streubomben“.

Landminen mit neuem Namen

Streubomben öffnen sich in der Luft und beinhalten bis zu hunderte kleiner Bomben, die sogenannten Submunitionen, die über weite Flächen verstreut werden. Ein variabler Prozentsatz der Submunitionen explodiert jedoch nicht beim Aufprall, sondern bleibt als Blindgänger liegen. Damit wirken sie wie Landminen. Sie verstümmeln, verbrennen oder töten Menschen bei der geringsten Berührung. Sie bleiben aktiv, auch wenn der Krieg beendet ist.

Unterzeichnung der Konvention über das Verbot von Streubomben

Am 3. Dezember 2008 gipfelte unsere Kampagne in ihren erfolgreichen Abschluss: 96 Staaten unterzeichneten die Oslo-Konvention, die den Einsatz, die Herstellung, die Weitergabe und die Lagerung von Streubomben verbietet. Weiterhin richtet sie die zusätzlichen Verpflichtungen an die Mitgliedsstaaten, dass sie die verseuchten Gebiete räumen und die Überlebenden mit Hilfe versorgen müssen.

Bis heute wurde die Konvention von 119 Staaten weltweit unterzeichnet. Davon haben 102 Staaten bereits ratifiziert. Dies macht die Oslo-Konvention zu einem mächtigen Waffenkontrollvertrag. Dort wo diese barbarischen Waffen heute zur Anwendung kommen, werden sie zusehends von anderen Staaten offiziell verurteilt. Trotz dieses unbestreitbaren Erfolgs werden Streubomben immer noch intensiv und wiederholt im Jemen und in Syrien eingesetzt. 

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HI
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Ein Interview mit Martina Vohankova
© Handicap International
Minen, Streubomben und andere Waffen Nothilfe Politische Kampagnenarbeit

Ein Interview mit Martina Vohankova

Martina Vohankova stammt aus Tschechien und arbeitet bei Handicap International Syrien als Projektmanagerin für Gesundheit und Minenaktion. Angefangen in 2012 arbeitete sie erst für Projekte der Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe in Uganda, Kambodscha und im Südsudan. In den vergangenen zwei Jahren war Martina im Nahen Osten tätig, zunächst im Irak. Seit Mai 2016 wirkt sie bei Handicap International im Syrien-Krisen-Programm mit. Hier erzählt sie uns von ihrer Arbeit.

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