Co-Preisträger Friedensnobelpreis

Offener Brief für humanitäre Abrüstung

Die Corona-Pandemie hat 2020 zu einem ungewöhnlichen Jahr gemacht und wird auch 2021 prägen. Deshalb ist es umso wichtiger im Blick zu behalten, wie Menschen, die nicht nur unter der Pandemie, sondern auch unter bewaffneten Konflikten leiden, betroffen sind.

Ein Minenräumungseinsatz in Tschad. Vor den Entminern liegen einige bereits geräumte Minen.

Ein Minenräumungseinsatz in Tschad. | © HI

Wir haben zusammen mit mehr als 250 zivilgesellschaftlichen Organisationen einen offenen Brief unterzeichnet. Darin zeigen wir, dass humanitäre Abrüstung dazu beitragen kann, das Leben während und nach der Corona-Pandemie zu verbessern. Das bedeutet, dass wir Waffen, die nicht mit dem humanitären Völkerrecht in Einklang stehen, räumen und vernichten müssen. Dies sind Landminen, Streubomben, also Waffen, die immer auch die Zivilbevölkerung betreffen und diese auch nach den Kampfhandlungen in Gefahr bringen.

Bewaffnete Konflikte: weltweites Problem

Sehen Sie ein Video zu dem Thema, das die Kernaussagen dieses Briefes zusammenfasst.

Drei Expert*innen erzählen von den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf ihre Arbeit. Mahpekay hat den Konflikt in Afhanistan erlebt und ist Orthopädietechnikerin, die Rehabilitationsdienste anbietet. Elkin arbeitet in kontaminierten Gebieten in Kolumbien und hilft bei deren Entminung. Und Raluca setzt sich für humanitäre Abrüstung ein.

Bilder und Berichte aus Pakistan, Indien, Afghanistan, Kolumbien, Belgien, Frankreich, New York, Südafrika, der Zentralafrikanischen Republik, Äthiopien, der Türkei und Thailand zeigen, dass die Corona-Pandemie ein weltweites Problem ist.

Wir rufen die internationale Gemeinschaft auf

  • der menschlichen Sicherheit Priorität einzuräumen
  • Militärausgaben für humanitäre Zwecke umzuwidmen
  • Ungleichheiten zu beseitigen
  • sicherzustellen, dass multilaterale Foren verschiedene Stimmen einbeziehen und miteinander kooperieren.

Wir können jetzt mit inklusiven Ansätzen die Zukunft umgestalten und dabei helfen, eine neue - und verbesserte - "Normalität" zu schaffen.