Nothilfe in der Ukraine
Der Krieg in der Ukraine zerstört Lebensgrundlagen und Zukunft: Unzählige Menschen sind auf der Flucht, überall lauern Blindgänger, Städte und Dörfer sind verwüstet; Bombardierungen gehören zur Tagesordnung.
Unsere Teams in der Ukraine klären über die Gefahren von Blindgängern auf und verteilen Krücken und Rollstühle. Wir versorgen die Menschen mit Reha nach Verletzungen und Notoperationen.
Und wir setzen alles daran, dass gerade Menschen mit Behinderung, Kinder und Alte nicht übersehen werden.
Das kann Ihre Spende bewirken:
- Verwundeten mit Physiotherapie ihre Gesundheit und Beweglichkeit wiedergeben,
- Frisch Operierte nach dem Eingriff medizinisch betreuen,
- Die vielen traumatisierten Kinder und Erwachsenen durch Aktivitäten mit unseren einfühlsamen Notfall-Psychologen auch seelisch wieder stark machen,
- Die Menschen durch Gefahrenaufklärung über Minen und Blindgänger schützen.
Was auch immer Sie spenden können: Es wird den Zivilisten, die in diesem brutalen Konflikt gefangen sind, dringend benötigte Hilfe bringen.
Wenn der Schulweg zur tödlichen Gefahr wird.
In vielen ukrainischen Städten sind Blindgänger und nicht explodierte Kriegsreste über ganze Viertel verteilt. Besonders jüngere Kinder können die metallenen Objekte mit Spielzeug verwechseln und neugierig aufheben - mit schrecklichen Folgen. In schwer minenverseuchten Ländern machen gerade Kinder einen großen Anteil der Opfer von Blindgängern und Sprengfallen aus.
Gerade Kinder sind gefährdet
Deshalb gehen unsere erfahrenen Teams in die Klassenzimmer und Gemeindezentren. Spezialisten zeigen den Kindern, wie sie verschiedene Sprengfallen und Munitionen erkennen, was sie bei einem Fund machen – und auch, wie sie Verletzte sicher evakuieren können.
Die zehnjährige Myroslava weiß nun genau, was sie machen muss, wenn sie ein verdächtiges Teil sieht: „Wenn ich eine Mine sehe, bleibe ich stehen. Ich bleibe ganz ruhig, gehe vorsichtig zurück und rufe die 101 an“, sagt das Mädchen ernsthaft.
Und sie erklärt weiter: „In unserem Land ist Krieg. Aber ich habe nun etwas über die verschiedenen Arten von Minen gelernt. Und darüber, was man tun muss, wenn man eine Mine findet. Wir haben außerdem geübt, wie man eine verletzte Person wegträgt. Ich fühle mich jetzt sicherer. Meine Eltern sind auch froh.“
Helfen Sie mit, Kinder in der Ukraine vor der Minengefahr zu schützen. Jede Spende trägt dazu bei, das Leben und die Gesundheit dieser Kinder zu bewahren.
Vielen Dank!
Olena hat Zerebralparese. Sie musste aus ihrem völlig zerstörten Dorf fliehen. Wir versorgen die Familie mit einer Grundausstattung an Windeln und Waschzeug. Ihr Bild zeigt, was sie sich wünscht: Eine friedliche Landschaft unter blauem Himmel. © T. Nicholson / HI
FAQ Ukraine
Wie kann ich Menschen in der Ukraine helfen?
Ihre Spende an Handicap International hilft unseren Teams vor Ort, sich um die Zivilbevölkerung zu kümmern und vor allem Schwerverletzte und Menschen mit Behinderung zu versorgen und Kinder über Blindgänger aufzuklären. Wir freuen uns über jede Spende.
Sie können nicht nur für unsere Arbeit spenden, sondern auch unseren Einsatz gegen Landminen, Streumunition und die Bombardierung der Zivilbevölkerung unterstützen.
Wem hilft HI in der Ukraine besonders?
In der Ukraine kümmert Handicap International sich besonders um Menschen mit Behinderung oder sogenannte vulnerable Gruppen wie Frauen und Kinder sowie ältere Menschen. Zudem helfen wir den vielen Ukrainer*innen, die weiterhin in Frontnähe ausharren und ständigen Gefahren ausgesetzt sind. Wir klären über die Gefahren von Blindgängern auf, leisten psychologische Unterstützung, versorgen Menschen mit Physiotherapie, verteilen Hilfsmittel wie Krücken oder Rollstühle und schulen Fachkräfte zur Behandlung von Menschen mit Behinderung.
Warum klärt HI vor Blindgängern auf?
Die Gefahr von Blindgängern lauert überall – in Schutt, Hausruinen, auf Feldern und im Boden. Besonders jüngere Kinder können die glitzernden Objekte mit Spielzeug verwechseln und neugierig aufheben - mit schrecklichen Folgen. Bauern können ihre Felder nicht bestellen und verlieren ihre Ernten und viele Menschen, die noch immer nahe der Front leben, sind jeden Tag enormer Gefahr ausgesetzt. Unsere erfahrenen Teams klären deshalb insbesondere in Klassenzimmern und abgelegenen Regionen darüber auf, wie Unfälle mit explosiven Kriegsresten verhindert werden können.
Was hat es mit dem Einsatz von Minen und Streubomben im Ukraine-Krieg auf sich?
Landminen können grob in zwei Gruppen unterteilt werden: Antipersonen-Minen und Antifahrzeug-Minen. Erstere richten sich direkt gegen Menschen, Letztere gegen Fahrzeuge aller Art. Antipersonen-Minen werden in der Regel durch die meist unabsichtliche Berührung des Opfers ausgelöst und sind durch die Ottawa-Konvention verobten. Die Ukraine gilt derzeit als eines der am stärksten mit Landminen und explosiven Kriegsresten verseuchten Länder der Welt.
Streubomben enthalten bis zu hunderte Minibomben, die sich bei Explosion über große Flächen verteilen. Streumunition trifft, verwundet und tötet wahllos. Auch sie sind durch den Olso-Vertrag verboten.
Antipersonen-Minen und Streubomben sind international geächtete und verbotene Waffen, die die Zivilbevölkerung massiv bedrohen.
Im aktuellen Konflikt wurden von beiden Kriegsparteien Streumunition und insbesondere von der russischen Seite massiv Antipersonen-Minen eingesetzt. Angesichts des russischen Krieges in der Ukraine haben inzwischen sechs Staaten ihren Rückzug aus dem Verbotsvertrag angekündigt oder vollzogen: Ukraine, Finnland, Polen, Estland, Lettland und Litauen. Handicap International warnt vor dieser Entwicklung, da die Aushöhlung dieser hart erkämpften internationalen Norm unzählige Menschenleben gefährdet.
Was sind die größten Herausforderungen für Menschen in der Ukraine?
Der Kriegszustand belastet die Zivilbevölkerung enorm. Der Krieg in der Ukraine hat eine humanitäre Katastrophe ausgelöst. Für viele Ukrainer*innen bedeutet dies einen täglichen Kampf ums Überleben und zerstörter Lebensgrundlagen. Die psychische Belastung durch Angst vor Bombardierungen, Blindgängern und Flucht ist enorm. Hinzu kommen Stromausfälle und der Zusammenbruch ziviler Infrastruktur durch andauernde Bombardierungen. Handicap International arbeitet unermüdlich daran, dass insbesondere Menschen mit Behinderung, Kinder und ältere Menschen in dieser schwierigen Situation nicht vergessen werden und Hilfe bekommen.
Arbeitet Handicap International mit anderen Organisationen zusammen?
Ja. Grundlage eines nachhaltigen Nothilfe-Einsatzes sind starke Partner vor Ort. Sie kennen die Sprache und die Gegebenheiten des Landes am besten. Darüber hinaus schafft die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern Arbeitsplätze und sichert eine nachhaltige Hilfe vor Ort.
Nimmt Handicap International Sachspenden für die Ukraine entgegen?
Nein, HI nimmt keine Sachspenden für den Ukraine-Einsatz entgegen. Wenn Sie unsere Arbeit vor Ort unterstützen möchten, können Sie dies gerne mit einer Spende über unser Spendenformular tun.
Wie und wo kann ich für Geflüchtete aus der Ukraine spenden?
Unser Projekt Crossroads unterstützt Geflüchtete mit Behinderung in Deutschland. Für geflüchtete Menschen mit Behinderung aus der Ukraine haben wir eine Selbsthilfegruppe ins Leben gerufen. Darüber hinaus bietet das Projekt eine kostenlose Erst- und Orientierungsberatung für Geflüchtete mit Behinderung an.