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Palästina

Die Menschen in Gaza leben noch immer unter der Bedrohung der explosiven Kriegsreste des Konflikts vom Sommer 2014. Tausende Explosivkörper befinden sich unter den Trümmern zahlreicher Wohnungen und zerstörter Infrastruktur. Handicap International sensibilisiert die Bevölkerung für die Risiken und hilft so, neue Opfer zu vermeiden. Unsere Teams unterstützen lokale Organisationen von Menschen mit Behinderung bei ihrer Arbeit für mehr Rechte.

Ein Informationsstand von HI bei einem Event im Gaza, April 2015

Ein Informationsstand von HI bei einem Event im Gaza, April 2015 | © Tom Shelton / HI

Laufende Aktivitäten

HI arbeitet seit 1996 in Palästina mit dem Hauptauftrag, Organisationen von Menschen mit Behinderungen zu unterstützen.

Im Jahr 1999 startete die Organisation eine Bildungsinitiative zu den Risiken von Antipersonenminen und anderen explosiven Kriegsresten Viele Entwicklungsinitiativen wurden seither in Zusammenarbeit mit den örtlichen Vereinen durchgeführt: Rehabilitation, psychosoziale Unterstützung, Stärkung der Rolle der Behindertenorganisationen (DPO), einschließlich der lokalen Entwicklung, Zugang zu Bildung und zum Arbeitsmarkt. Nach der humanitären Krise im Sommer 2014 im Gaza, beschloss HI sein Engagement durch Notfallinitiativen in den Bereichen Rehabilitation, Wiederaufbau, Minen und andere explosive Kriegsrückstände, zu ergänzen.

Aktuelle Projekte sind Initiativen für Menschen mit Behinderungen, die den gleichberechtigten Zugang zu Arbeit fördern, sowie den Zugang zu Rehabilitation durch häusliche Pflege und psychosoziale Unterstützung für gefährdete Schüler verbessern.

Neues aus den Projekten

Schusswunden erfordern langfristige Rehabilitation
© Hardy Skills/HI
Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie

Schusswunden erfordern langfristige Rehabilitation

Für Menschen, die Schussverletzungen erlitten haben, ist eine langfristige medizinische Versorgung notwendig. Nach einer Operation kann es Monate oder Jahre dauern, bis ihre Mobilität mithilfe von Reha-Maßnahmen wieder vollständig hergestellt ist. In dieser langen Genesungszeit leben die Patienten vorübergehend mit einer Behinderung und können nicht arbeiten. Alaa ist einer von hunderten Betroffenen. Er wird von HI betreut und hat vor kurzem mit den Reha-Maßnahmen begonnen.

Gaza: gnadenloses Blutbad
© Hardy Skills/HI
Nothilfe

Gaza: gnadenloses Blutbad

Mehr als 610 Menschen wurden bei den jüngsten Demonstrationen am vergangenen Freitag an der Grenze zwischen Israel und Gaza verletzt. Insgesamt mussten 250 Personen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Seit Beginn der Demonstrationen im März sind rund 15.000 Menschen verletzt worden. Bruno Leclercq, HI-Projektleiter in Palästina, beschreibt die katastrophale humanitäre Situation vor Ort.

Gaza: Schussverletzung – ein traumatisches Erlebnis
© Yousef El-Natil/HI
Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie

Gaza: Schussverletzung – ein traumatisches Erlebnis

Ahmed ist erst 15 Jahre alt. Bei einer Demonstration an der Grenze zwischen Gaza und Israel wurde er am rechten Oberschenkel oberhalb des Knies angeschossen. Jetzt ist er bei HI in Behandlung. Sobald seine Wunde vernarbt ist, kann er mit der Physiotherapie beginnen. HI steht im außerdem mit psychologischer Unterstützung zur Seite, um das Erlebte zu verarbeiten.

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Hintergrund

Karte des HI-Einsatzes in Palästina - HI

Die Menschen in den palästinensischen Gebieten leben aufgrund der chronischen Krise mit Israel und der Blockade des Gazastreifens mehr schlecht als recht. Für Menschen mit Behinderung geht es oft ums nackte Überleben. 

Die Lage in den besetzten palästinensischen Gebieten hat sich seit 2000 und der zweiten Intifada deutlich verschlechtert. Nach dem Wahlsieg der Hamas und deren Regierungsbildung wurde die internationale Hilfe für die palästinensischen Behörden eingefroren. Die sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen verschlechterten sich rapide. Seit der Verdrängung der Fatah im Gazastreifen im Jahr 2007 ist dem Gazastreifen eine Blockade durch Israel und Ägypten auferlegt.
Die Ereignisse des Sommers 2014 zwangen 440.000 Menschen, Zuflucht in gemeinschaftlichen Notunterkünften zu suchen, Tausende starben oder wurden verletzt. Das Chaos ist überall, mehr als 200 Schulen und etwa fünfzig Krankenhäuser liegen in Trümmern.

In der Westbank hat ein Wiederaufflammen der Gewalt seit Oktober 2015 zu einer weiteren Isolation der am stärksten gefährdeten Teile der Gesellschaft geführt. Der Zugang zu Betreuungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten wurde massiv erschwert. Wie im Gazastreifen hat die mangelnde Koordinierung zwischen Organisationen der Zivilgesellschaft dazu geführt, dass sich die Lage von Menschen mit Behinderungen verschlechtert.

Situation von Menschen mit Behinderung
Die Einschränkung der Bewegungsfreiheit der Palästinenser/-innen betrifft vor allem Menschen mit Behinderung. Ihre Mobilität wird noch mehr eingeschränkt und sie haben einen erschwerten Zugang zu Dienstleistungen. Hinzukommt, dass besonders die Westbank sehr hügelig ist und öffentliche Verkehrsmitteln nur selten barrierefrei sind.


Nach wie vor gibt es viele Vorurteile und Menschen mit Behinderung werden auf allen Ebenen der Gesellschaft diskriminiert, insbesondere in den Bereichen Bildung und Arbeit. Dies ist besonders problematisch für Frauen mit Behinderung und Mütter von Kindern mit Behinderung.

Weltweites Engagement: