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Minenopfer - Lebenslanges Leiden

Minen gefährden vor allem die Zivilbevölkerung. Sie töten, verstümmeln, oder führen zu Erblindung. Sie treffen nicht nur einzelne Personen, sondern ganze Gemeinschaften. Sie schädigen die Infrastruktur und die Landwirtschaft. Minenopfer leiden häufig ihr ganzes Leben unter den Folgen.

Irma ist Mitte 20 und lebt mit ihrer Tochter Maria Angel in Kolumbien. Als Kind trat sie auf eine Mine und verlor ein Bein. Mit elf Jahren ging Irma wie so oft Holz sammeln.

„Es passierte ganz nah bei unserem Haus. An einem Ort, zu dem wir immer gingen, um nach Holz zu suchen. Plötzlich trat ich auf etwas. Eine Explosion. Dann eine große Staubwolke. Ich lag verletzt auf dem Boden und schrie. Ich wollte nicht sterben.” Irma kam ins Krankenhaus und sie überlebte, aber die Ärzte mussten ihr Bein oberhalb des Knies amputieren. Sie wird ihr Leben lang Unterstützung für ihr linkes Bein benötigen. Von HI erhielt sie eine Prothese und Hilfe, um ins Leben zurückzufinden.

Der damals 17-Jährige Naing Htoo aus Myanmar hatte bei seinem ersten Kampfeinsatz als junger Soldat einen Minenunfall. Mit einem Kameraden hetzte er durch ein Minenfeld, als eine Mine explodierte – der Freund verlor beide Beine. Naing Htoo riss die gleiche Mine den linken Unterarm ab, verkrüppelte seine rechte Hand und nahm ihm das Augenlicht.

„Es ist jetzt immer dunkel. Manchmal denke ich mir, das kann nur ein böser Traum sein. Doch es wird nicht mehr hell.“

 

Helfen
Sie mit

Opferhilfe - ein integrierter Ansatz

Die Unterzeichnerstaaten des Minenverbotsvertrags haben Verpflichtungen. Sie sind verplfichtet Kampfmittel- und Minenräumung zu betrieben; die Lagerbestände an Minen zu zerstören und den Opfern dieser Waffen zu helfen. Dieser letzte Punkt steht im Mittelpunkt des Interesses von HI. 

Wir gestalten spezielle Programme zur Opferhilfe, zum Beispiel indem wir Prothesen und Orthesen anpassen und Überlebenden die benötigte Hilfe zukommen lassen. Wir ermöglichen Kindern, die Opfer dieser Waffen wurden und zum Beispiel einen Arm oder ein Bein verloren haben, die Rückkehr zum Schulunterricht. Es ist ein Anfang, aber es ist nicht genug. Mithilfe unseres integrierten Ansatzes gehen wir einen Schritt weiter: Wir stellen sicher, dass Entwicklungspolitik und Entwicklungsprogramme die Opferhilfe mit berücksichtigen.

Entminer aus der Demokratischen Republik Kongo auf dem Weg zum Einsatz. 

Entminer aus der Demokratischen Republik Kongo auf dem Weg zum Einsatz

Entwicklungspolitik verbessern

Wenn ein Geldgeber ein Entwicklungsprogramm im Bereich Gesundheit in einem von Minen verseuchten Land umsetzt, dann sollte das Programm so geplant werden, dass es auch die Überlebenden und indirekten Opfer wie Familie oder Freunde miteinschließt. Wenn solch ein Land neue Gesundheitseinrichtungen baut, dann sollte es auch an überlebende Kinder denken und ländliche und isolierte Gebiete mit abdecken. Denn dort leben häufig die meisten Minenopfer.

Da die Finanzierung und die Budgets für die humanitäre Minenaktion, einschließlich der Opferhilfe, von Jahr zu Jahr kleiner werden, ist es umso wichtiger, Opferhilfe in die Entwicklungspolitik mit einzuschließen. Sobald ein Land minenfrei ist, wird die finanzielle Unterstützung spärlicher oder versiegt vollständig. Genau dies geschah, als Mosambik 2015 offiziell minenfrei wurde. Seither sind die finanziellen Mittel stark gesunken. Doch die Opfer sind immer noch dort und benötigen Hilfe!

Helfen auch Sie uns, den Opfern von Minen wieder in ihr Leben zurückzufinden. Spenden Sie jetzt.