Gehe zum Hauptinhalt

Co-Preisträger Friedensnobelpreis 1997

 

8 Jahre Streubombenverbot: Trotzdem neue Opfer

Minen und andere Waffen
International

Das Osloer Übereinkommen über das Verbot der Verwendung, Herstellung, Lagerung und Weitergabe von Streumunition ist vor acht Jahren, am 1. August 2010, in Kraft getreten. Trotz des Erfolgs der Konvention, die von 119 Ländern unterzeichnet wurde, haben sich die Opfer in den letzten Jahren verdoppelt.

Der im August 2017 veröffentlichte Bericht „The 2017 Cluster Munition Monitor“ meldet, dass sich die Zahl der durch Streumunition getöteten oder verletzten Menschen zwischen 2015 und 2016 mehr als verdoppelt hat. Im Jahr 2016 gab es 971 Opfer dieser barbarischen Waffen gegenüber 419 im Jahr 2015. Zivilisten machen 98 Prozent der weltweit gemeldeten Submunitionsverluste aus.

Der syrische Konflikt

Allein der syrische Konflikt machte im Jahr 2016 89 Prozent der weltweiten Opfer von Streumunition aus, das sind 860 von insgesamt 971 Opfern.

Die überwiegende Mehrheit der neuen Opfer (857) wurde bei Streumunitionsangriffen verletzt oder getötet. Aber auch lange nach Kriegsende gab es neue Opfer durch nicht explodierte Submunitionen, wie zum Beispiel in Laos  - dort waren es 51 Verletzte und Getötete.

Was sind Streumunitionen?

Streubomben können vom Flugzeug abgeworfen oder vom Boden abgefeuert werden. Sie sind so konstruiert, dass sie sich in der Luft öffnen und Submunitionen auf einer Fläche freisetzen, die mehreren Fußballfeldern entspricht. Sie töten und verstümmeln wahllos Zivilisten und Kämpfer.

Bis zu 40 Prozent dieser Submunitionen explodieren nicht beim Aufprall. Dies gefährdet das Leben der Zivilbevölkerung, manchmal noch Jahrzehnte nach Beendigung eines Konflikts, und behindert das wirtschaftliche und soziale Leben.

 

Phongsavath verlor durch eine Subminution beide Hände und das Augenlicht

Phongsavath aus Laos verlor an seinem 16. Geburtstag beide Hände und sein Augenlicht durch eine Submunition. Heute kämpft der leidenschaftliche Breakdance-Tänzer als sogenannter Ban Advocate gegen diese grausame Waffe.

 

Akzeptanz und Umsetzung des Übereinkommens

In den letzten acht Jahren wurden jedoch echte Fortschritte bei der Akzeptanz des Übereinkommens über Streumunition erzielt: Das Übereinkommen wurde von 120 Ländern unterzeichnet, von denen 103 Vertragsstaaten sind, was es zu einem mächtigen Rüstungskontrollinstrument macht. Außerdem werden sich diese Staaten immer häufiger mit offiziellen Erklärungen gegen den Einsatz dieser barbarischen Waffen wehren.

Auch bei der Beseitigung der Streumunitionsreste wurden erhebliche Fortschritte erzielt. Insgesamt 28 Staaten haben die Vernichtung ihrer Bestände abgeschlossen und insgesamt fast 1,4 Millionen Streumunitionen vernichtet. Dies entspricht bis heute der Vernichtung von 97 % der gesamten von den Vertragsstaaten gemeldeten Streumunitionsbestände.

1 August 2018
Weltweites Engagement:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

Vernissage von „erschüttert“ in München
© Till Mayer/HI
Minen und andere Waffen Politische Kampagnenarbeit

Vernissage von „erschüttert“ in München

Nach der feierlichen Erstpräsentation der Fotoausstellung „erschüttert – Einschläge, die alles ändern“ von Till Mayer und Handicap International im Deutschen Bundestag in Berlin im März 2019 kommen die Porträts nun nach München. Am Montag, 27. Januar, um 17.30 Uhr laden wir zur Vernissage in das Kulturzentrum Gasteig ein. 

Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung
© HI
Inklusion Rechte von Menschen mit Behinderung

Internationaler Tag der Menschen mit Behinderung

Am 3. Dezember feiert die Welt den Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung. HI unterstützt die globalen und europäischen Bemühungen, die Bedürfnisse und Rechte von Menschen mit Behinderung umfassend zu verstehen und zu vermitteln. Anlässlich dieses Tags wollen wir unsere wichtigsten Botschaften und die Fakten zum Thema Inklusion zusammenfassen.
 

Hightech für Minenräumung im Tschad Minen und andere Waffen

Hightech für Minenräumung im Tschad

Die Hilfsorganisation Handicap International (HI) setzt im Norden des Tschads eine ferngesteuerte Minenräummaschine ein und lokalisiert Minen dank einer Drohne mit Infrarotkamera. Erst wenn Bomben, Munitionen und Minen geräumt sind, kann die Bevölkerung zurückkehren, Landwirtschaft und Handel betreiben. Erst dann ist die Grundlage für ein sicheres Leben gelegt.

Handicap International e.V. ist anerkannter Partner von folgenden öffentlichen Institutionen:

Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ