Gehe zum Hauptinhalt

Bangladesch: Unterstützung für Familien in Flüchtlingslagern

Rehabilitation und Orthopädie Vorsorge und Gesundheit
Bangladesh

Ayesha Begum ist 22 Jahre alt. Anfang September fand sie Zuflucht in Bangladesch, wo sie mit ihren Brüdern und ihren drei Kindern in einer Übergangsunterkunft am Rande des Flüchtlingslagers Kutupalong lebt. Ihr Mann ist tot. Sie nimmt an einer Elterngruppe teil, die von HI organisiert wird und geflüchteten Müttern psychosoziale Unterstützung anbietet. Ayesha Begum ist 22 Jahre alt. Anfang September fand sie Zuflucht in Bangladesch, wo sie mit ihren Brüdern und ihren drei Kindern in einer Übergangsunterkunft am Rande des Flüchtlingslagers Kutupalong lebt. Ihr Mann ist tot. Sie nimmt an einer Elterngruppe teil, die von HI organisiert wird und geflüchteten Müttern psychosoziale Unterstützung anbietet.

Flüchtlingsfamilie in Bangladesch

Ayesha und ihre Familie im Flüchtlingscamp in Bangladesch | © Reiza Dejito / HI

Einmal pro Woche spricht Ayesha mit anderen Frauen, die sich in der gleichen Situation befinden. In der Elterngruppe können sie belastende Gedanken und ihre Trauer miteinander teilen, sodass sie sich weniger isoliert fühlen. „Ich habe im Moment keine Träume", sagt sie. „Ich möchte einfach überleben und für meine Kinder sorgen. Ich hoffe, sie werden uns helfen."

Bis zu zehn Mütter treffen sich hier regelmäßig. Manchmal bringen sie auch ihre Kinder mit. Die Sitzungen finden gleichzeitig an verschiedenen Orten statt - in Nayapara, im „Mega-Flüchtlingslager" Kutupalong und in den umliegenden Barackensiedlungen.

„Wir sprechen 45 Minuten lang mit den Müttern über ihre Sorgen und Ängste. Die Gruppen  bestehen aus Neuankömmlingen und bereits länger im Lager lebenden Geflüchteten. Sie alle erlebten Gewalt und waren auf der Flucht enormen Belastungen ausgesetzt. Sie sprechen auch davon, wie es sich anfühlt, ein ‚Flüchtling‘ zu sein. Ein Psychotherapeut von HI ermutigt die Frauen, mit ihren Freunden und Verwandten zu sprechen und ihre Gefühle mit anderen zu teilen. Er fragt auch Flüchtlinge, die bereits vor 20 Jahren dort ankamen, wie sie mit dem Schock umgegangen sind", so Projektmanager Ahasan-Ud-Daula.

In bestimmten Kulturkreisen wissen die Menschen nichts über psychische Krankheiten, weil darüber nie gesprochen wird. Sie müssen erfahren, dass sie sich für diese Dinge nicht schämen müssen. Und dass es Hilfe gibt. Ohne Hilfe werden sich die Auswirkungen des Traumas auf das Leben dieser Erwachsenen und ihrer Kinder noch verschlimmern.

Handicap International nutzt außerdem die Elterngruppe, um den Müttern Informationen über bessere Hygiene, die Gesundheit der Kinder, das Leben im Lager und die für sie verfügbare humanitäre Unterstützung zu geben.

Aufnahmen aus Cox’s Bazar (Kutupalang und Unchiprang) im September 2017

Freizeitgestaltung für Kinder

HI organisiert Kindergruppen, in denen die Kinder an Freizeitaktivitäten wie zum Beispiel Zeichnen teilnehmen können. Viele von ihnen haben schmerzliche Erfahrungen mit Flucht und dem Verlust ihrer Heimat, Schule und manchmal auch ihrer Eltern gemacht. Sie brauchen Raum und Zeit, um wieder zu Kindern zu werden. Das Spielen hilft ihnen dabei. Und Zeichnen kann dabei in hohem Maße therapeutisch wirken.

Die Gruppen bieten auch Raum, um alltägliche Probleme zu lösen und um manchmal über schwierige Erfahrungen zu sprechen: „Vor kurzem waren die Kinder schockiert, als einer ihrer Freunde im örtlichen Teich ertrank. Ein Kind wurde ins Wasser gestoßen und ertrank. Die anderen Kinder, die versuchten, zu helfen, konnten selbst gerade noch rechtzeitig von Erwachsenen gerettet werden. Die Kinder waren erschüttert und fragten, was passiert und warum er gestorben sei. Sie wollten wissen, wie sie in Zukunft in Sicherheit spielen können", erklärt Ahasan-Ud-Daula.

Über den Unfall zu sprechen, machte es leichter, ihn zu verarbeiten und hilft dabei, so etwas in Zukunft zu verhindern.

18 Dezember 2017
Weltweites Engagement:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

Chelsia aus Mosambik
© Helio Macome / HI
Inklusion Rehabilitation und Orthopädie

Chelsia aus Mosambik

Chelsia kam erst mit acht Jahren in die Schule. Als sie sechs war, trug ihre Mutter sie ein paar Mal auf dem Rücken bis in den Klassenraum, einen Rollstuhl gab es nicht. Das kleine Mädchen, das seit der Geburt Probleme mit den Beinen hat, wurde gehänselt, wollte nicht mehr hingehen und auch der Mutter war der 20minütige Marsch über die sandige Dorfstraße einfach zu viel. Als ein Cousin, der in den Minen in Südafrika arbeitet, ihr einen Rollstuhl finanzierte, änderte sich das Leben von Chelsia. Endlich kann sie zur Schule gehen! Die damals 8-Jährige kam in die erste Klasse. Seitdem schieben jeden Morgen ein paar starke Jungs das zarte Mädchen durch den Sand und nach Schulschluss wieder zurück.

Verheerende Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Menschen mit Behinderung
© Imani Rugenge / HI
Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie

Verheerende Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Menschen mit Behinderung

Internationaler Tag der Menschen mit Behinderungen am 3. Dezember

Die langfristigen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Leben von Menschen mit Behinderung sind in den ärmsten Ländern verheerend. Darauf macht die gemeinnützige Hilfsorganisation Handicap International (HI) anlässlich des Internationalen Tags der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember aufmerksam. Die medizinische Grundversorgung ist oftmals eingeschränkt. Menschen mit Hör- oder Sehbeeinträchtigungen erhalten kaum Informationen über das Infektionsrisiko. Kliniken sind selten barrierefrei. In einigen Ländern hat der Lockdown besonders dramatische Folgen, da sich Menschen mit Behinderung nur schwierig mit Lebensmitteln versorgen können. Viele sind isoliert.

Hilfe für venezolanische Geflüchtete in Kolumbien
© Coalición LACRMD
Nothilfe Rechte von Menschen mit Behinderung Rehabilitation und Orthopädie Vorsorge und Gesundheit

Hilfe für venezolanische Geflüchtete in Kolumbien

Die Corona-Pandemie verschärft die ohnehin schon schwierige Lage für venezolanische Geflüchtete in Kolumbien. Der Lockdown, die Sicherheitslage, der psychische Stress und die geringe staatliche Hilfe belasten viele der rund 4 Millionen Venezolaner*innen schwer. Unsere Teams helfen mit Lebensmittel- oder Hygienekits und kümmern sich um die, die besonders viel Unterstützung brauchen: Menschen mit Behinderung, alleinerziehende Mütter oder Ältere.