Co-Preisträger Friedensnobelpreis

Debatte im UN-Sicherheitsrat zum Schutz der Zivilbevölkerung

Minen und andere Waffen
International

Am 23. Mai jährt sich zum zwanzigsten Mal im Sicherheitsrat die offene Debatte über den Schutz von Zivilist/-innen. Gemeinsam mit dem internationalen Netzwerk INEW laden wir zu einer Begleitveranstaltung in New York, bei dem über eine künftige politische Erklärung gegen den Einsatz von Explosivwaffen in Wohngebieten diskutiert wird. Bereits im Vorfeld haben wir zusammen mit 21 weiteren NGOs in einer offenen Stellungnahme konkrete Maßnahmen gefordert, um das Leid der Zivilbevölkerung in Konfliktgebieten zu verringern.

Irakische Familie vor ihrem von Bomben zerstörten Haus

Irakische Familie vor ihrem von Bomben zerstörten Haus | © E. Fourt/HI

Der Schutz der Zivilbevölkerung in bewaffneten Konflikten steht in der Woche vom 21. bis 24. Mai beim UN-Sicherheitsrat im Mittelpunkt. So jährt sich zum 20. Mal der Jahrestag, als der Sicherheitsrat dieses Thema überhaupt erstmals auf seine Tagesordnung gesetzt hat. Darüber hinaus wurden 1999 zwei wichtige Resolutionen verabschiedet: Zum Schutz der Zivilbevölkerung in bewaffneten Gebieten sowie bei UN Friedensmissionen. Außerdem jährt sich zum 70. Mal die Genfer Konvention, die aufgrund der Erfahrungen der Weltkriege wichtige Regelungen zum Schutz der Zivilbevölkerung vor Kriegsfolgen festschrieben. Trotz all dieser Regelwerke leiden Zivilist/-innen in vielen Ländern unter Gewalt und Krieg.

UN-Generalsekretär Guterres fordert zum Handeln auf

In seinem unlängst veröffentlichten Bericht zu diesem Thema hat UN-Generalsekretär Antonio Guterres erneut betont, wie dringend notwendig es ist, dass sich die Regierungen mit dem menschlichen Leid durch Einsätze von Explosivwaffen in bevölkerten Gebieten befassen. Über 100 Staaten haben bereits diese Problematik als eine der großen humanitären Herausforderungen erkannt: Bombardierung und Beschuss von Städten und Siedlungen fordern weiterhin zahlreiche zivile Opfer, zerstören lebensnotwendige Infrastruktur, treiben die Bevölkerung in die Flucht und hinterlassen massive Zerstörung und Verminung. 92 Prozent der Opfer bei derartigen Einsätzen sind Zivilist/-innen.

Bereits im letzten Monat war unser internationaler CEO Manuel Patrouillard zu einer Sitzung im Sicherheitsrat geladen,
wo er auf die dringend nötigen Verbesserungen für den Schutz der Zivilbevölkerung aufmerksam machte. | © UN Web TV

Internationale parlamentarische Initiative

Mit unserer weltweiten Kampagne „Stop bombing civilians“ setzen wir uns für dieses Thema ein. Handicap International strebt ein Ende des Einsatzes von Explosivwaffen mit Flächenwirkung in bevölkerten Gebieten an sowie konkrete Regelungen für die Unterstützung der Betroffenen. So starteten wir gemeinsam mit INEW eine internationale parlamentarische Initiative, um Abgeordnete zum Handeln zu bewegen. Der Appell wurde bereits von Abgeordneten aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Norwegen und Belgien unterzeichnet.

Unterzeichnen Sie auch unsere Petition gegen Bomben auf Wohngebiete.

16 Mai 2019
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Minen-Räumung wird immer schwieriger und gefährlicher
© Gwenn Dubourthoumieu / HI
Minen und andere Waffen

Minen-Räumung wird immer schwieriger und gefährlicher

München, 30. März 2021. Anlässlich des Internationalen Tages der Aufklärung über die Minengefahr am 4. April weist die Hilfsorganisation Handicap International (HI) auf die Risiken und die hohe Verseuchung durch Landminen, explosive Kriegsreste, Sprengfallen und improvisierte Minen hin. Diese bedrohen vor allem in Wohngebieten das Leben der Zivilbevölkerung und machen die Rückkehr zu einem normalen sozialen und wirtschaftlichen Leben unmöglich. Die Räumung wird immer komplizierter und langwieriger, erklärt Handicap International und fordert außerdem, dass die Gefahrenaufklärung der Bevölkerung dringend ausgeweitet werden muss. Laut dem aktuellen Landminenmonitor sind 80% der Opfer Zivilisten und Zivilistinnen – darunter 43% Kinder.

Sechs Jahre Krieg im Jemen
© Handicap International
Minen und andere Waffen

Sechs Jahre Krieg im Jemen

Die Folgen des massiven Bomben- und Granatbeschusses von Wohngebieten im Jemen sind verheerend. Viele Städte sind mit Blindgängern und nicht explodierten Sprengkörpern verseucht. Auch Landminen wurden in dem seit sechs Jahren andauernden Krieg eingesetzt. Das Ausmaß der Zerstörung sei erschütternd, beklagt die Hilfsorganisation Handicap International e.V. (HI). Die Rückkehr der Bewohner*innen in ihre Wohnorte sei extrem gefährlich, warnt HI. Nach Kriegsende würden komplexe Räumungsaktionen erforderlich sein. Diese würden Jahrzehnte dauern, so die gemeinnützige Organisation.

Mohammad möchte anderen Mut machen
© Catherina Hess
Minen und andere Waffen

Mohammad möchte anderen Mut machen

Am 15.03. jährt sich der Beginn des Bürgerkrieges in Syrien zum 10. Mal. 13 Millionen Menschen benötigen humanitäre Hilfe. Das Land ist immer noch verwüstet. Großstädte wie Rakka und Aleppo wurden durch Bombardierungen komplett zerstört. Mohammad Jolo ist schon vor fünf Jahren nach Deutschland geflohen – ein besonders  beschwerlicher Weg für ihn, da er blind ist. Viele andere Syrer*innen sind aktuell noch auf der Flucht.