Co-Preisträgerin Friedensnobelpreis

Gemeinsame Erklärung von NGOs zur Eskalation der Kämpfe in Hodeidah

Nothilfe

Internationale Nichtregierungsorganisationen (INGOs) im Jemen sind entsetzt über die erneute verschärfte Intensität der Kampfhandlungen in und um die Stadt Hodeidah. In Folge der Forderungen der internationalen Gemeinschaft nach einem Waffenstillstand vor wenigen Tagen ist dies eine zutiefst beunruhigende Entwicklung. Alle Konfliktparteien müssen die Gewalt, angesichts der katastrophalen Auswirkungen dieser Kämpfe auf die Zivilbevölkerung von Hodeidah und auf ganz Jemen, unverzüglich beenden.

Ein 16-jähriger Kindersoldat wurde bei einer Schießerei verletzt und verlor sein Bein.

Ein 16-jähriger Kindersoldat wurde bei einer Schießerei verletzt und verlor sein Bein. | © Camille Gillardeau / HI

Die zivile Infrastruktur und Unterkünfte werden von Streitkräften besetzt und die Gesundheitseinrichtungen sind einer großen Bedrohung ausgesetzt. Dies gefährdet nicht nur das Leben von Personal und Patienten, sondern schränkt den Zugang zu Gesundheitsdiensten auch weiter ein. Zivilist/-innen werden als menschliche Schutzschilde benutzt – dies ist ein schwerer Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht, der eine sofortige Untersuchung erfordert.

Die meisten Routen außerhalb von Hodeidah werden nun durch Kämpfe blockiert. Das beeinträchtigt  humanitäre Organisationen erheblich darin, Hilfe und Lieferungen an Bedürftige quer durch den Jemen zu transportieren und es verhindert die Flucht der Bewohner in Sicherheit. Über 70 % der Vorräte des Landes kommen über Hodeidah und es ist von entscheidender Bedeutung, dass diese Wege offen gehalten werden, um den sicheren Transport der Hilfe für Millionen Menschen zu gewährleisten, deren Überleben davon abhängt.

Zivilist/-innen und insbesondere Kinder  in und um Hodeidah müssen dringend vor den direkten und indirekten Auswirkungen der Kämpfe geschützt werden. Wir fordern eine sofortige Einstellung der derzeitigen Kampfhandlungen und fordern die Konfliktparteien nachdrücklich auf, sich an Friedensgesprächen unter der Leitung des UN-Sonderbeauftragten Martin Griffiths zu beteiligen. Wir fordern den UN-Sicherheitsrat auf, eine unmissverständliche Resolution anzunehmen, die es dem Sonderbeauftragten ermöglicht, dieser Gewalt und dem Leid der unzähligen Millionen von Menschen, die bereits ihr Leben und ihre Lebensgrundlage verloren haben, ein Ende zu setzen.

Diese Organisationen haben unterzeichnet:

 

8 November 2018
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