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Humanitäre Hilfe für alle

Nothilfe

In Ländern wie dem Jemen, Syrien oder Sierra Leonie sind Millionen von Menschen von Humanitären Krisen betroffen. Es gehört zu den Kernanliegen von Handicap International Humanitäre Hilfe für besonders schutzbedürftige Menschen zu leisten. In Notsituationen erhalten viele schutzbedürftige Menschen aufgrund ihrer Behinderung oder Abgeschiedenheit nicht genug Unterstützung. 

Zu sehen sind Kinder im Flüchtlingslager Mugunga 3 nahe Goma, Kongo. EIn Mädchen blickt intensiv in die Kamera. Im Hintergrund sind hunderte Zelte zu sehen.

Kinder im Flüchtlingslager Mugunga 3 nahe Goma, Kongo. Infrastruktur zur humanitären Hilfe ist hier nahezu nicht vorhanden. | (c) Till Mayer

Millionen von Menschen sind weltweit aktuell von Epidemien, Katastrophen und Krieg betroffen. In diesen Situationen sind Menschen mit Behinderung, ältere und isolierte Menschen am meisten benachteiligt. 75% der Menschen mit Behinderung haben keinen ausreichenden Zugang zu humanitärer Hilfe.

Im Jemen ist die Situation besonders gravierend. Der UN-Sicherheitsrat hat den Jemen in einem Pressestatement jüngst als die numerisch "größte humanitäre Katastrophe der Welt" bezeichnet. See- und Luftblockaden erschweren die Versorgung der Menschen vor Ort mit dem Nötigsten. Mittlerweile sind 21 der 25 Millionen Menschen im Jemen, das sind 84% der Gesamtbevölkerung, auf humanitäre Hilfe angewiesen. Eins von drei Kindern ist akut unterernährt und die Situation von Menschen mit Behinderung ist gravierend. Für diese Personengruppe gestaltet es sich besonders schwer, Zugang zu humanitärer Hilfe zu schaffen. 

Seit der Gründung hat Handicap International seine Expertise für die besonders schutzbedürftigen Menschen eingesetzt. Allein im Jahr 2015 haben wir 740.000 Menschen in 24 Ländern unterstützt – fast die Hälfte davon waren syrische Flüchtlinge, die in Jordanien, im Libanon und im Irak lebten.

Auch im Jemen unterstützen wir die von der humanitären Krise betroffene Bevölkerung, indem wir technische Unterstützung für Krankenhäuser und Gesundheitspersonal zur Verfügung stellen;  Rehabilitation für Menschen, die Verletzungen oder Behinderungen erlitten haben leisten, und psychosoziale Unterstützung anbieten.

Logistikplattformen, um die entlegensten Gegenden zu erreichen

Außerdem bemüht sich Handicap International, die Reichweite aller humanitären Organisationen zu vergrößern. Denn mithilfe von Logistikplattformen ermöglichen wir unseren Partnern, auch die schwierigsten Gegenden zu erreichen. Aktuell betreiben wir zwei Logistikplattformen in Nord-Kivu (Demokratische Republik Kongo) und in der Zentralafrikanischen Republik. Dort errichten wir Transportnetzwerke und helfen so den anderen internationalen Organisationen, die isoliertesten Menschen effizient zu erreichen.

Zu sehen ist ein Transport LKW von Handicap International auf schwer befahrbarer Straße.

Die oftmal katastrophalen Straßenbedingungen stellen immer wieder ein Hindernis für schnelle Hilfe vor Ort dar © Handicap International

Jemen: Handicap International unterstützt Kriegsopfer Bushra

Bushra, 24, gehört zu den Opfern des bewaffneten Konflikts, der den Jemen seit fast zwei Jahren zerreißt.  Sie wurde durch Luftschläge auf ihre Heimatstadt im Gouvernement Dhamar schwer verletzt und nach Sanaa transportiert, um dort operiert zu werden.

Bushra erhielt ärztliche Betreuung in einem der Krankenhäuser, die Handicap International unterstützt, und die Chirurgen vor Ort haben sie erfolgreich operiert. Dank dieser Hilfe konnten ihre Beine gerettet werden und sie weiterhin tragen. Sie benötigte jedoch nach den schweren Verletzungen und traumatischen Ereignissen besondere Unterstützung, um sich wieder ganz erholen zu können. Handicap International hat dafür gesorgt, dass sie eine Gehhilfe, Rehabilitation und psychosoziale Unterstützung bekam. 

Trotz ihrer Genesung hofft sie sehnsüchtig auf Frieden und ein Leben ohne Angst.

„Alles, was ich will ist, ohne Hilfe oder Geräte laufen zu können und wie jeder andere auf der Welt ein normales Leben führen zu können.”

 

Eine Charta für die bessere Inklusion von Menschen mit Behinderung

Handicap International hat sich dafür eingesetzt, dass eine internationale Charta angenommen wurde, die eine bessere Einbindung von Menschen mit Behinderung in der humanitären Hilfe vorantreibt.

Dieser Charta, die während des humanitären Weltgipfels in Istanbul (23./24. Mai) vorgestellt und zur Unterzeichnung eröffnet wurde, haben sich bisher schon 128 humanitäre Organisationen und Staaten angeschlossen.

 

19 August 2016
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Martina Vohankova stammt aus Tschechien und arbeitet bei Handicap International Syrien als Projektmanagerin für Gesundheit und Minenaktion. Angefangen in 2012 arbeitete sie erst für Projekte der Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe in Uganda, Kambodscha und im Südsudan. In den vergangenen zwei Jahren war Martina im Nahen Osten tätig, zunächst im Irak. Seit Mai 2016 wirkt sie bei Handicap International im Syrien-Krisen-Programm mit. Hier erzählt sie uns von ihrer Arbeit.