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Kampf gegen Landminen muss weitergehen

Minen und andere Waffen
International

Anlässlich des „Internationalen Tags der Aufklärung über die Minengefahr“ am 4. April ruft Handicap International (HI) dazu auf, weiterhin gegen Antipersonenminen zu kämpfen, die noch in über 60 Ländern die Menschen bedrohen. Mehr als 70% der Minenopfer weltweit kommen aus der Zivilbevölkerung. HI, Co-Preisträger des Friedensnobelpreises, fordert außerdem die USA auf, ihre Entscheidung rückgängig zu machen, Antipersonenminen wieder zu erlauben.

Oncha aus Laos ist Entminerin in Laos. Man sieht sie mit einem Minensuchgerät.

Oncha aus Laos ist eine von vielen Frauen, die in dem gefährlichen Beruf als Entminerin tätig sind. | © P. Jérôme /HI

Mit einer Petition sammeln wir Unterschriften gegen die Trump-Regierung, die das weitgehende Verbot von Antipersonenminen für die USA am 31. Januar aufgehoben hatte. Danach dürfen die US-Streitkräfte wieder Antipersonenminen auf der ganzen Welt einsetzen und lagern.

Handicap International, Mitbegründer der Internationalen Kampagne zum Verbot von Landminen (ICBL), fordert die Staatengemeinschaft auf, das humanitäre Völkerrecht durchzusetzen und Druck auf die Kriegsparteien auszuüben, damit sie den Einsatz dieser menschenverachtenden Waffen beenden. Weltweit wurden 2018 in 50 Staaten und Gebieten Unfälle mit Minen und Blindgängern registriert.

„Die Maßnahme der Trump-Administration ignoriert ein internationales Tabu auf Kosten der Zivilbevölkerung", sagt Eva Maria Fischer, Leiterin der politischen Abteilung von Handicap International Deutschland.  „Es gibt Kriegshandlungen, die heute nicht mehr zulässig sind. Auch Supermächte dürfen bestimmte Waffen aufgrund des übermäßigen zivilen Leids, die sie verursachen, niemals einsetzen. Antipersonenminen fallen in diese Kategorie, weshalb die überwiegende Zahl der Staaten diese Waffen mit einem Vertrag verboten hat.“

Minenverbotsvertrag von 1997

164 Länder haben den Minenverbotsvertrag von 1997 unterzeichnet, der den Einsatz, die Lagerung, die Herstellung und den Handel mit Antipersonenminen verbietet. Die USA hatten 1997 am Ottawa-Prozess zum Verbot von Landminen teilgenommen, die Konvention aber nie unterzeichnet. Unter Präsident Obama hatten sich die USA 2014 allerdings dazu verpflichtet, den Ottawa- Minenverbotsvertrag mit einer Ausnahme einzuhalten.  Nur noch in der entmilitarisierten Zone auf der koreanischen Halbinsel sollten weiterhin Minen eingesetzt werden dürfen.

Kampf gegen Coronavirus statt neuer Einsatz von Minen

Angesichts der Corona-Pandemie ruft HI dazu auf, den Appell von UN-Generalsekretär Antonio Guterres nach einem weltweiten Waffenstillstand zu unterstützen und sich ihm anzuschließen. Gerade in Kriegsgebieten ist die Situation besonders dramatisch. Krankenhäuser sind zerstört und es mangelt an medizinischem Personal. Viele Gesundheitssysteme funktionieren kaum.  Helfer haben oftmals keinen Zugang zu Menschen in Flüchtlingslagern. Entscheidend sei es jetzt vielmehr, die weltweiten Bemühungen zur Bekämpfung von Covid-19 zu vereinen, so die Hilfsorganisation. Statt wieder Antipersonenminen einzusetzen, sollte für alle Staaten der Schutz der ganzen Bevölkerung vor dem Coronavirus Priorität haben.

Die Arbeit gegen Landminen

HI leitet oder unterstützt Projekte, um die Folgen von Landminen auf die Zivilbevölkerung in Dutzenden von Ländern zu verringern: d.h. Land durch Minenräumung für die Gemeinden wieder nutzbar zu machen, den Menschen durch Risikoaufklärung beizubringen, explosive Kriegsmunitionsrückstände zu erkennen, zu umgehen und zu melden, und die Überlebenden von Landminenunfällen zu unterstützen und zu betreuen. Gemeinsam mit den Partnern in der internationalen Landminenkampagne erinnert HI regelmäßig an das Leid der Betroffenen und engagiert sich für die konsequente Umsetzung des Ottawa-Vertrags und eine minenfreie Welt.

Zahlen von 2019

  • Länder, in denen HI Entminungsaktionen durchgeführt hat: 22
  • Schulungen für Expert/-innen in Risikoaufklärung: 1.635
  • Personen, die von den Sensibilisierungsveranstaltungen über die Risiken konventioneller Waffen profitiert haben: 700.000
  • HI-Minenräumer und Minenräumerinnen in Aktion: 350
  • Fläche des von Minen geräumten Gebietes: 3,380.000 qm²
  • Zerstörte Sprengkörper : 48.250
3 April 2020
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Krieg in Bergkarabach: Bombenhagel
© HI
Minen und andere Waffen

Krieg in Bergkarabach: Bombenhagel

Handicap International ist tief besorgt über das berichtete Leiden der Zivilbevölkerung im Konflikt in Bergkarabach. Beide Konfliktparteien setzen schwere Explosivwaffen in besiedelten Gebieten ein und bringen das Leben der Zivilbevölkerung in Gefahr. Wir unterstützen die internationale Forderung nach einem Waffenstillstand in Bergkarabach. Handicap International beteiligt sich an dem diplomatischen Prozess, um eine internationale Vereinbarung gegen Bombenangriffe in bevölkerten Gebieten zu erreichen. Wir fordern die Staaten auf, ein starkes internationales Abkommen gegen Bombenangriffe in bewohnten Gebieten im Jahr 2021 auszuarbeiten.

Mahnmal für unbekannte Bombenopfer
© Marlene Garwisch / HI
Minen und andere Waffen

Mahnmal für unbekannte Bombenopfer

Forderung nach mehr Schutz der Zivilbevölkerung gegen Bombardierungen

Berlin, 08.10.2020. Unter der Schirmherrschaft von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller haben Dr. Klaus Lederer, Bürgermeister von Berlin und Senator, Dr. Inez Kipfer-Didavi, Geschäftsführerin von Handicap International Deutschland, und Nivin Almaksour, syrische Überlebende von Explosivwaffeneinsätzen, am „Mahnmal für die unbekannten Zivilistinnen und Zivilisten“ vor dem Brandenburger Tor einen Kranz niedergelegt. Stellvertretend wurden Namen getöteter und verletzter Zivilist*innen verlesen, während Bundestagsabgeordnete die überlebensgroßen Porträts von Betroffenen präsentierten. Im Rahmen ihrer weltweiten Kampagne „Stop Bombing Civilians“ forderte die gemeinnützige Organisation die internationale Staatengemeinschaft auf, die Zivilbevölkerung endlich besser gegen Bombardierungen zu schützen.

Trotz globalem Waffenstillstand viele Tote Minen und andere Waffen Politische Kampagnenarbeit

Trotz globalem Waffenstillstand viele Tote

Sechs Monate nach dem Appell für einen weltweiten Waffenstillstand von UN-Generalsekretär Antonio Guterres warnt Handicap International zusammen mit anderen Hilfsorganisationen vor den mangelnden Fortschritten auf dem Weg zum weltweiten Frieden. Millionen von Menschen leiden unter den Auswirkungen sowohl von kriegerischen Konflikten als auch der globalen Corona-Pandemie.