Gehe zum Hauptinhalt

Landminenkonferenz in Genf: HI rückt die Opfer in den Fokus

Minen und andere Waffen
International

Das Verbot von Antipersonenminen steht in dieser Woche bei den Vereinten Nationen in Genf wieder einmal im Fokus. Staaten, Institutionen und Organisationen – darunter auch einige Minenüberlebende – sprechen über Fortschritte und Herausforderungen bei der Umsetzung des Ottawa-Vertrags, der Einsatz, Herstellung, Lagerung und Weitergabe von Antipersonenminen verbietet. HI ist in vielen verminten Ländern in Entminung und Opferhilfe tätig – und macht bei der Konferenz vor allem deutlich, dass die betroffenen Menschen dringend mehr Unterstützung brauchen.

Hector Guerra, Direktor der ICBL, bei der Eröffnungsrede zur Konferenz in Genf

Hector Guerra, Direktor der ICBL, bei der Eröffnungsrede zur Konferenz in Genf | © HI

 

„Wir haben das gemeinsame Ziel, in so vielen Staaten wie möglich bis 2025 minenfrei zu werden“, betonte Jesus Martinez aus El Salvador bei seiner Eröffnungsrede als Vertreter der Internationalen Landminenkampagne ICBL. „Diejenigen von uns, die die verheerenden Auswirkungen von Landminen erlebt haben, fordern Sie auf, eine minenfreie Welt zu schaffen, in der die Rechte und Bedürfnisse aller Opfer erfüllt werden!” Jesus Martinez hat bei einem Minenunfall beide Beine verloren.

 

Start der Konferenz im Tweet:

Zahlreiche Aktivitäten zur Opferhilfe

Der Landminen Monitor 2018, der in der letzten Woche veröffentlicht wurde, zeigt nicht nur, dass die Opferzahlen durch Minen und Blindgänger weltweit wieder steigen, sondern auch, dass die weltweiten Mittel für Opferhilfe gleichzeitig deutlich weniger werden. Und das, obwohl die Menschen, die bei einem Landminenunfall verletzt werden, ihr Leben lang Unterstützung dabei brauchen, wieder ein menschenwürdiges Leben führen zu können.

In ihrem Statement im Namen der Landminenkampagne appelliert unsere Opferhilfe-Expertin Elke Hottentot am zweiten Tag der Konferenz im Plenum an die Regierungsvertreter/-innen:

„Auch wenn ein Land minenfrei wird, heißt das nicht, dass es „frei“ von Opfern ist: Die Bedürfnisse der betroffenen Menschen bestehen ihr Leben lang. Es ist an Ihnen, Geberländer und betroffene Staaten, sicherzustellen, dass die Not der Minenüberlebenden und der indirekten Opfer nicht vergessen wird!“

Um diese Forderungen zu unterstützen, machen wir mit mehreren Aktivitäten der Konferenz auf die Notwendigkeit von Opferhilfe aufmerksam:

  • Viele Filme aus Handicap International-Projekten veranschaulichen während der gesamten Konferenz in einer Videocorner, was die Unterstützung von Minenüberlebenden bedeutet.
  • Ein Side-Event am Dienstag stellt anhand einer Studie aus Kambodscha die beispielhafte Kooperation eines betroffenen Landes mit einem Geberstaat für eine erfolgreiche Opferhilfe vor.
  • Ein weiteres Side-Event am Donnerstag berichtet über die Vernetzung lateinamerikanischer Minenüberlebender mit anderen Menschen mit Behinderung, um für die gemeinsamen Rechte aktiv zu werden. Auf dem Panel des Events dabei ist auch Jesus Martinez.

Außerdem bringen unsere Expert/-innen bei zwei Expertenworkshops und vielen Treffen mit Staaten die Erfahrungen aus der Projektarbeit von Handicap International ein.

26 November 2018
Weltweites Engagement:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

Verheerende Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Menschen mit Behinderung
© Imani Rugenge / HI
Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie

Verheerende Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Menschen mit Behinderung

Internationaler Tag der Menschen mit Behinderungen am 3. Dezember

Die langfristigen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Leben von Menschen mit Behinderung sind in den ärmsten Ländern verheerend. Darauf macht die gemeinnützige Hilfsorganisation Handicap International (HI) anlässlich des Internationalen Tags der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember aufmerksam. Die medizinische Grundversorgung ist oftmals eingeschränkt. Menschen mit Hör- oder Sehbeeinträchtigungen erhalten kaum Informationen über das Infektionsrisiko. Kliniken sind selten barrierefrei. In einigen Ländern hat der Lockdown besonders dramatische Folgen, da sich Menschen mit Behinderung nur schwierig mit Lebensmitteln versorgen können. Viele sind isoliert.

Streumunition: Grausame Waffen
© D. Kremer / HI
Minen und andere Waffen

Streumunition: Grausame Waffen

Streumunition wurde kürzlich im Krieg zwischen Aserbaidschan und Armenien eingesetzt. Der HI-Spezialist für die Reduzierung bewaffneter Gewalt Gary Toombs erklärt, warum diese Waffe verboten ist.

10 Jahre Streubomben-Verbot
N. Lozano Juez/HI
Minen und andere Waffen

10 Jahre Streubomben-Verbot

Streubomben Monitor 2020: Erneut Streubombeneinsätze – HI fordert barbarische Waffen endgültig aus der Welt zu schaffen

In Syrien wurden 2019 weiterhin Angriffe mit Streumunition verübt. Dies geht aus dem am 25. November in Genf veröffentlichten Streubomben Monitor 2020 hervor. In dem Monitor heißt es weiter, dass weltweit im Berichtszeitraum 2019 mindestens 286 Menschen durch Streumunitionsangriffe und Streumunitionsreste in insgesamt neun Ländern und zwei Gebieten getötet oder verletzt wurden, darunter Irak, Jemen, Afghanistan und Laos. 99% der gemeldeten Unfälle betrafen die Zivilbevölkerung. Auch die jüngsten Einsätze im Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan (im Monitor 2020 für das Jahr 2019 noch nicht registriert) zeigen, dass der Kampf gegen diese Waffen noch lange nicht beendet ist. Handicap International (HI) fordert alle Staaten auf, den Einsatz dieser barbarischen Waffen unter allen Umständen systematisch zu verurteilen. Außerdem appelliert die gemeinnützige Hilfsorganisation an alle Staaten, die noch nicht Vertragsparteien sind, diesem wichtigen Übereinkommen beizutreten. Der Vertrag trat vor 10 Jahren in Kraft.