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Nepal: Ein Jahr nach dem Erdbeben: Das haben wir erreicht

Rehabilitation und Orthopädie
Nepal

Seit 15 Jahren ist Handicap International bereits in Nepal im Einsatz. Somit konnten wir nach dem schweren Erdbeben am 25. April 2015 sofortige Nothilfe leisten. Dank unserer ausgereiften Katastrophenvorsorge und unserer Expertise konnten wir die Erdbebenopfer unmittelbar behandeln. Seit der Katastrophe haben wir bereits Tausenden geholfen.

Verteilung von Ausrüstung in Bungtant im Bezirk Nuwakot. Vorwiegend hochwertige Zelte für Familien

Verteilung von Ausrüstung in Bungtant im Bezirk Nuwakot. Vorwiegend hochwertige Zelte für Familien | © Erica Bonnet Laverge/Handicap International

Rehabilitation und psychosoziale Unterstützung

Aufgrund des Mangels an Arbeitskräften und medizinischer Ausrüstung waren die lokalen Krankenhäuser nach dem Erdbeben schnell überlastet. Um der Entwicklung dauerhafter Behinderungen vorzubeugen, brauchten viele der Verwundeten aber dringend eine rehabilitative Versorgung. Die Physiotherapie-Teams von  Handicap International leisteten posttraumatische Betreuung und führten mehr als 16.000 Sitzungen[1] mit Rehabilitation und psychosozialer Unterstützung für mehr als 6.200 Patienten durch. Darüber hinaus vergaben sie mehr als 4.700 Mobilitätshilfen (Rollstühle, Krücken, Gehilfen, etc.) an verletzte und traumatisierte Erdbebenopfer.

Unsere Teams waren in 20 Krankenhäusern, 12 Gesundheitszentren, 11 unterstützenden Einrichtungen[2] und drei permanenten Anlaufstellen in den Bezirken Kathmandu, Nuwakot und Sindhupalchowk aktiv.  Dort unterstützten wir durch eigenes Personal oder durch die Ausrüstung der Gesundheitseinrichtungen. Außerdem haben unsere Teams in 34 mobilen Camps in Nuwakot und Sindhupalchowk gearbeitet und Hausbesuche durchgeführt. In diesen mobilen Camps, die in den ländlichsten und isoliertesten Gegenden liegen, haben wir Rehabilitation und psychosoziale Unterstützung für die Erdbebenopfer geleistet.

Insgesamt arbeiteten unsere Fachkräfte in Gemeinden in den sieben Bezirken Kathmandu, Lalitpur, Bhaktapur, Kavrepalanchok, Nuwakot, Sindhupalchowk und Rasuwa. Außerdem wurde eine Hotline eingerichtet, um den Menschen besser den Kontakt zu Handicap International und zu unseren Angeboten zu ermöglichen.

Kits mit dringend benötigter Ausrüstung

Das Erdbeben zerstörte mehr als 600.000 Häuser und beschädigte mehr als 280.000 weitere Häuser.

Um den Familien zu helfen, die beinahe alles bei der Katastrophe verloren hatten, verteilten die Teams an 2.200 Familien (insgesamt über 11.000 Menschen) in den Bezirken Rasuwa, Nuwakot and Kathmandu Valley mehr als 4.300 Pakete mit lebenswichtiger Ausrüstung (Zelte, Kochsets, Hygienesets und Decken) sowie Gegenstände wie Planen, um die Häuser vor dem Monsunregen zu schützen.

Logistik

Viele der Erdbebenopfer leben in schwer erreichbaren, isolierten Regionen. Da viele Straßen durch das Beben beschädigt oder zerstört wurden, hatten die Hilfsorganisationen Schwierigkeiten, zu den Menschen durchzudringen, die am dringendsten Hilfe benötigten. Handicap International leitete eines der beiden Lagerungszentren in Kathmandu zur Unterstützung für den Transport von humanitären Hilfsgütern in Dörfer und Gemeinden. Außerdem hatten wir weitere Lagerungszentren in den Bezirken Dhading, Nuwakot (Bidur), Rasuwa (Dhunche) und Kavrepalanchowk eingerichtet. Darin wurden mehr als 5.400 Tonnen Ausrüstung gelagert. Die Teams von Handicap International transportierten außerdem humanitäre Ausrüstung (mehr als 350 LKW-Fahrten für 37 Organisationen) an Verteilerzentren in den Dörfern und Gemeinden.

Auch wenn diese Lagerungszentren und Transporte die Arbeit aller Hilfsorganisationen vor Ort enorm vereinfachten, wurde der Transport der humanitären Hilfsgüter durch die angespannte politische Situation des Landes erschwert. Die Lage machte es komplizierter, Waren zu verteilen und an Kraftstoff zu gelangen.

Inklusion der besonders schutzbedürftigen Menschen

Das Leben ist seit dem Erdbeben erheblich schwieriger geworden, besonders für stark gefährdete Menschen, wie schwangere Frauen, ältere Menschen, Menschen mit Behinderung und unbegleitete Kinder. Dank Handicap International gibt es nun eine technische Einheit für Inklusion, um sicherzustellen, dass diese Menschen Zugang zu humanitärer Hilfe haben. Dieses Projekt wird zusammen mit anderen Organisationen durchgeführt und soll die Inklusion der besonders schutzbedürftigen Menschen fördern. Im Rahmen dieses Projekts haben wir bereits 242 humanitäre Helfer und 238 Gemeindeoberhäupter zum Thema Inklusion geschult.

Winterkits

Der Winter ist sehr hart in den luftigen Höhen Nepals. Viele Familien haben bei dem Beben nahezu alles verloren und sind deshalb besonders dringend auf Hilfe angewiesen.  Um ihnen durch den Winter zu helfen, verteilten unsere Teams Winterkits (warme Kleidung, Decken, Plastikplanen, Seile und Matratzen) an mehr als 9.000 Menschen.                                                                                                                           

[1] Traumahilfe für Erdbebenopfer.

[2] Einrichtungen, um die Krankenhäuser und Gesundheitszentren zu entlasten oder zur Nachsorge für entlassene Patientinnen oder Patienten, die aufgrund von Überfüllung nicht behandelt werden können.

Infografik über die Hilfe von Handicap International in Nepal.

Unsere Arbeit in einem Jahr

  • Teilnehmer der Rehabilitation: 6.231.
  • Verteilte Ausrüstung und Mobilitätshilfen (Prothesen, Orthesen, Krücken, Gurte, etc.): 4.727
  • Rehabilitation und psychosoziale Unterstützung: 16.079
  • Kits mit lebenswichtiger Ausrüstung (Hygieneartikel, Kochsets und Ausrüstung für behelfsmäßige Unterkünfte): 11.220 Menschen (2.244 Familien)
  • Hauskits (Medikamente, Decken und Hygieneartikel): 500
  • Winterkits (Warme Kleidung, Matratzen, Decken): 9.548 Menschen oder 1.662 Haushalte
  • Logistik Hilfe für UN-Vertretungen und andere humanitäre Organisationen:37 humanitäre Organisationen und Vertretungen

 

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15 April 2016
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Till Mayer arbeitet als Journalist und Fotograf eng mit Hilfsorganisationen zusammen. Oft stehen dabei Menschen mit Behinderung im Fokus. Im Frühjahr 2018 besuchte der Fotojournalist den Südsudan auf Einladung von Handicap International. Hier lesen Sie Auszüge aus den Geschichten, die er dort sammelte. Für seine Reportagen wurde er bereits mehrfach ausgezeichnet (www.tillmayer.de). Der gesamte Artikel erschien in der Main Post, am 3. September 2018.