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Co-Preisträger Friedensnobelpreis 1997

 

Niemanden zurücklassen: Projekt Leave no one behind

Inklusion Nothilfe
International

Humanitäre Hilfe muss auch die Schwächsten erreichen. In einem vom Auswärtigen Amt geförderten Projekt schulen wir - gemeinsam mit CBM - Akteure der deutschen Humanitären Hilfe in inklusiven Maßnahmen. Zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung am 3. Dezember erinnert Handicap International daran, dass die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung in der Nothilfe oft nicht erfasst werden.

Ein Mitarbeitender von Handicap International sitzt auf einem Krankenbett, in dem ein Mann liegt, und notiert sich etwas. Im Vordergrund ist ein Rollstuhl.

Jonas Cazeau, 30, wurde 2016, als der Hurrikan Matthew auf Haiti im Anflug war, vorsorglich in eine Notunterkunft gebracht. Katastrophenvorsorge, die alle Menschen mit einbezieht, ist ein wichtiger Aspekt einer inklusiven Humanitären Hilfe. | © Benoit Almeras / Handicap International

Zum UN-Tag der Menschen mit Behinderung

Menschen mit Behinderung gelten mit 15 Prozent der Weltbevölkerung als eine der größten Minderheiten. Dennoch werden sie und ihre besonderen Bedürfnisse in der humanitären Hilfe nach Naturkatastrophen oder in Konfliktregionen oft vergessen.

Mary ist teilweise gelähmt und kann ihren Unterkörper nicht bewegen. Sie floh 2013 aus ihrer Heimat im Südsudan in ein Camp der Vereinten Nationen. Aufgrund ihrer Behinderung konnte sie sich nur auf allen Vieren fortbewegen und allein kein Essen kaufen oder die Toilette benutzen. Handicap International stellte Mary ein Tricycle zur Verfügung, um ihr den Alltag zu erleichtern.

„Ich kann nun in die Kirche und zum Markt gehen und sogar an unseren monatlichen Treffen für Menschen mit Behinderung teilnehmen, ohne dafür auf dem Boden kriechen zu müssen.”

 

Handicap International sorgt in humanitären Projekten weltweit dafür, dass Menschen wie Mary in der Nothilfe nicht vergessen werden. Spezialisierte Teams der Organisation versorgen sie gezielt mit dem Nötigsten. Zudem kümmern sie sich darum, dass die Umgebung für Menschen mit Behinderung barrierefrei gestaltet wird.

Artikel 11 der UN-Behindertenrechtskonvention (BRK) legt jedoch fest, dass Menschen mit und ohne Behinderung in Not- und Krisensituationen den gleichen Schutz erhalten müssen. 

„Doch in der Nothilfe werden Menschen mit Behinderung oft vergessen. Dabei machen sie mit 15 Prozent der Weltbevölkerung eine der größten Minderheiten aus“, sagt Susanne Wesemann, Geschäftsführerin von Handicap International Deutschland. „In vielen Fällen fehlt das Bewusstsein für die Bedürfnisse dieser Menschen. Hier setzen wir an.“ 

Die deutsche Regierung hat die Behindertenrechtskonvention ratifiziert und die Verpflichtung daraus noch einmal konkret bestätigt, indem sie als eine der ersten beim Humanitären Weltgipfel 2016 die Charta zur Inklusion in der Humanitären Hilfe unterzeichnet hat. Das Auswärtige Amt nimmt diese Verpflichtung ernst und will ihrer Umsetzung konkret näher kommen, indem sie das  Projekt „Leave no one behind!“ von Handicap International und der Christoffel Blindenmission (CBM) angeregt hat und unterstützt. In diesem Projekt werden Mitarbeitende von deutschen Institutionen und Organisationen in Seminaren geschult, gezieltes Coaching für die Einführung inklusiver Methoden angeboten und in Kooperationen mit Hochschulen die Ergänzung von Lehrinhalten angeregt.

Inklusion in der humanitären Hilfe

Die Seminare haben schon an mehreren Orten stattgefunden, jeweils mit einer Runde von Mitarbeitenden verschiedener Nicht-Regierungs-Organisationen und des Auswärtigen Amts. Die Teilnehmenden konnten unter Einbeziehung internationaler Experten ihre konkreten Fragen und Fallbeispiele mit einbringen und sich auch in Arbeitsgruppen über Erfahrungen austauschen. Ulrike Last von Handicap International und Frauke Heinze von CBM vermitteln dabei auf der Grundlage der jahrzehntelangen Fachexpertise der beiden Organisationen Kenntnisse und technisches Know-how der inklusiven Humanitären Hilfe. Neben oder zusätzlich zu den Seminaren kann eine Organisation dann bei gezieltem Coaching die inklusiven Grundsätze in die eigene Arbeit ganz konkret anpassen. Die Hochschulkooperationen sind schließlich in die Zukunft gerichtet und sollen bewirken, dass Mainstreaming von Behinderung als fester Bestandteil in die Lehrinhalte relevanter Studiengänge aufgenommen wird.

Der Humanitäre Weltgipfel, der im Mai 2016 in Istanbul stattfand, brachte einen großen Fortschritt für Menschen mit Behinderung und eine humanitäre Hilfe, die allen zugutekommt. Handicap International hat gemeinsam mit mehreren Partnerorganisationen während der Sondersitzung zum Thema Behinderung die Charta zur Inklusion in der humanitären Hilfe eingebracht:
Lesen Sie hier mehr über die Charta zur Inklusion in der humanitären Hilfe

Finden Sie heraus, was inklusive Humanitäre Hilfe bedeutet und wie Handicap International diese Prinzipien umsetzt

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Handicap International e.V. ist anerkannter Partner von folgenden öffentlichen Institutionen:

Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ