Gehe zum Hauptinhalt

Co-Preisträger Friedensnobelpreis 1997

 

Pax-Bericht: Allianz investiert weiterhin in Hersteller verbotener Streubomben

Minen und andere Waffen Politische Kampagnenarbeit

Streumunition ist seit 2010 international geächtet – trotzdem investiert die Allianz immer noch in die Hersteller der tödlichen Waffen. Dies zeigt ein neuer Bericht der Menschenrechtsorganisation Pax. Die humanitäre Hilfsorganisation Handicap International fordert die Allianz auf, der internationalen Ächtung endlich zu folgen und ethische Richtlinien auf alle Geschäftsbereiche anzuwenden.

Streubombe

PAX-Bericht: „Worldwide Investments in Cluster Munitions: a shared responsibility“ | Pax

Die niederländische Organisation Pax veröffentlicht am 23. Mai bereits die achte Auflage des Berichts „Worldwide Investments in Cluster Munitions: a shared responsibility“. Darin listet Pax Finanzinstitute auf, die in einem bestimmten Mindestumfang in Hersteller von Streubomben investieren. Dem Bericht zufolge haben Tochterfirmen der Allianz den Produzenten von Streumunition seit 2013 mindestens 72 Millionen US-Dollar zur Verfügung gestellt.

„Kein anderes deutsches Finanzinstitut investiert so hohe Summen in die Hersteller dieser menschenverachtenden Waffen“, sagt Eva Maria Fischer, Leiterin Advocacy von Handicap International in Deutschland. „Wir fordern die Allianz auf, von solch ethisch untragbaren Investitionen Abstand zu nehmen und entsprechende Richtlinien auf alle Tochterfirmen und Finanzprodukte anzuwenden“.


Die Allianz ist eines von weltweit 166 Finanzinstituten, die laut Pax-Bericht im Zeitraum zwischen 2013 und 2017 insgesamt 31 Milliarden Dollar Kredite und Dienstleistungen an sechs Hersteller von Streumunition gewährt hatten – drei Milliarden US-Dollar mehr als im vorherigen Berichtszeitraum 2012 bis 2016. Die meisten beteiligten Finanzinstitute haben ihren Sitz in den USA, China und Südkorea.

Deutschland: Streubomben geächtet – Investitionen in Hersteller nicht verboten

Seit 2010 die Konvention über ein Verbot von Streumunition in Kraft trat, dürfen diese Waffen hierzulande weder produziert, gelagert noch eingesetzt oder exportiert werden. Dies gilt für alle Staaten, die das Abkommen bisher ratifiziert haben. In anderen Staaten, insbesondere in Südkorea und China, wird Streumunition jedoch noch produziert. Das Verbot erwähnt Investitionen nicht explizit und so entscheiden die einzelnen Regierungen selbst, ob sie diese Form der Unterstützung gestatten. „Anders als viele Länder wie die Schweiz, Luxemburg, Italien oder Belgien hat die deutsche Regierung solchen Investitionen noch keine Absage erteilt, weder durch ein Gesetz, noch durch eine entsprechende Interpretation des Verbotsvertrags“, so Fischer. „Das verstößt gegen den Geist des Oslo-Vertrags.“

Streubomben machen Kriegsgebiete langfristig unbewohnbar

In aktuellen Konflikten werden die geächteten Waffen immer wieder eingesetzt. „Welches unvorstellbare Leid Streubomben anrichten, sehen wir derzeit in Syrien oder im Jemen“, berichtet Fischer. Bis zu 40 Prozent der sogenannten Submunition, die sich beim Abwurf einer Streubombe über große Flächen verteilt, bleiben als Blindgänger zurück und bringen die Bevölkerung oft auch noch in Gefahr, wenn bewaffnete Konflikte längst beendet sind.
Handicap International ist in der Projektarbeit für betroffene Menschen und Staaten regelmäßig mit den Folgen von Streubomben konfrontiert und setzt sich deshalb für eine konsequente Ächtung dieser Waffen ein. Die humanitäre Hilfsorganisation ist Gründungsmitglied der internationalen Kampagne gegen Streumunition CMC.

Lesen Sie hier den vollständigen PAX-Bericht.

Lesen Sie hier die Zusammenfassung des PAX-Berichts für Deutschland.

Lesen Sie hier Hintergrundinformationen im Faktenblatt zu Streubomben.

Informieren Sie sich weiter auf www.streubomben.de

 

23 Mai 2017
Weltweites Engagement:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

Vernissage von „erschüttert“ in München
© Till Mayer/HI
Minen und andere Waffen Politische Kampagnenarbeit

Vernissage von „erschüttert“ in München

Nach der feierlichen Erstpräsentation der Fotoausstellung „erschüttert – Einschläge, die alles ändern“ von Till Mayer und Handicap International im Deutschen Bundestag in Berlin im März 2019 kommen die Porträts nun nach München. Am Montag, 27. Januar, um 17.30 Uhr laden wir zur Vernissage in das Kulturzentrum Gasteig ein. 

Hightech für Minenräumung im Tschad Minen und andere Waffen

Hightech für Minenräumung im Tschad

Die Hilfsorganisation Handicap International (HI) setzt im Norden des Tschads eine ferngesteuerte Minenräummaschine ein und lokalisiert Minen dank einer Drohne mit Infrarotkamera. Erst wenn Bomben, Munitionen und Minen geräumt sind, kann die Bevölkerung zurückkehren, Landwirtschaft und Handel betreiben. Erst dann ist die Grundlage für ein sicheres Leben gelegt.

Überprüfungskonferenz zum Landminenverbot
© John Fardoulis / HI
Minen und andere Waffen

Überprüfungskonferenz zum Landminenverbot

Vertreter von 164 Vertragsstaaten des Ottawa-Vertrags über das Verbot von Antipersonenminen treffen sich vom 25. bis 29. November in Oslo. Diese vierte Überprüfungskonferenz des Ottawa-Vertrags soll die Fortschritte beim Verbot von Antipersonenminen, bei der Vernichtung von Beständen, der Räumung von Minenfeldern und der Hilfe für die Opfer bewerten. Darüber hinaus soll während der Konferenz ein Fahrplan für die nächsten Jahre entwickelt werden. 

Handicap International e.V. ist anerkannter Partner von folgenden öffentlichen Institutionen:

Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ