Co-Preisträger Friedensnobelpreis

Weltsicherheitsrat tagt zu Jemen: 22 Organisationen fordern zum Handeln auf

Minen und andere Waffen Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie

Anlässlich einer Sitzung des Weltsicherheitsrats  zur Lage im Jemen am Dienstag, 30. Mai rufen 22 internationale und jemenitische Hilfs- und Menschenrechtsorganisationen die 15 Mitglieder des UN- Sicherheitsrats auf, endlich zu handeln, um die menschengemachte Krise im Jemen zu beenden.

Tarik wurde nach einer Schussverletzung amputiert und erhält Physiotherapie.

Der 9-jährige Tarik wurde von einer Kugel getroffen. | © Camille Gillardeau / Handicap International

„Die humanitäre Krise im Jemen ist derzeit die größte Krise weltweit“, heißt es in einem offenen Brief. „Der Sicherheitsrat kann und muss mehr unternehmen, um die Zivilisten vor den Schrecken der Cholera, des Hungers und der wahllosen Angriffe aller Konfliktparteien zu schützen."
Im Jemen sind mehr als 18 Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen, 7 Millionen sind bereits vom Hunger bedroht. Diese Zahlen kommen zu den über 50.000 zivilen Opfern des bewaffneten Konflikts hinzu.

Die humanitäre Krise im Jemen ist derzeit die größte Krise der Welt – und sie ist Folge eines bewaffneten Konflikts. „Hilfe allein kann nicht alles lösen“, so der Wortlaut des Briefes. Die Organisationen verlangen auch eine politische Lösung. Sie fordern, dass der Konflikt weder mit Waffenlieferungen noch durch die politische Unterstützung der Konfliktparteien angetrieben werden darf.

Erschwert wird die Lage im Jemen durch die rasche Ausbreitung der Choleraepidemie. Sie verschärft die ohnehin schon kritische Notlage der Zivilbevölkerung zusätzlich. Bis heute gibt es in 18 der 22 Gouvernements im Jemen bereits über 40.000 vermutete Cholerafälle und über 400 Tote. Nach Schätzungen der WHO könnten im Jemen in den kommenden sechs Monaten rund 300.000 Menschen angesteckt werden.

Handicap International ist seit 2001 im Jemen aktiv. Wir unterstützen im Jemen besonders schutzbedürftige Menschen und Menschen mit Behinderung sowie die Betroffenen der regionalen Konflikte, die im Land seit März 2015 stattfinden. So haben wir seitdem schon mehr als  4.500 Menschen helfen können.  

Hier geht es zum Offenen Brief an die Mitglieder des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen


Mehr zur Situation im Jemen:
 

Gewalt im Jemen: Traumatisierte Bevölkerung

Jemen - die Menschen verhungern im Bombenhagel

 

30 Mai 2017
Weltweites Engagement:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

Mit Orthesen aufrecht stehen
© A. Jacopucci/HI
Rehabilitation und Orthopädie

Mit Orthesen aufrecht stehen

Djamila aus Myanmar wurde mit einer Fehlbildung der Wirbelsäule und des Rückenmarks geboren. Sie lebt mit ihrer Familie in einem Flüchtlingslager in Thailand. Dort fertigt unser Team für das kleine Mädchen ungefähr alle sechs Monate neue Gehhilfen an und hilft ihr kontinuierlich mit Physiotherapie. Dank der Orthesen kann sie nun aufrecht stehen und lernt laufen.

Nach Feuer: Soforthilfe für Rohingya-Flüchtlinge
© HI
Nothilfe

Nach Feuer: Soforthilfe für Rohingya-Flüchtlinge

Nach dem verheerenden Feuer am 22. März im Rohingya-Flüchtlingslager in Cox Bazar starteten unsere Teams bereits am Tag danach mit vielfältiger Soforthilfe für die Betroffenen.

Angriff auf spielende Kinder
© ISNA Agency / HI
Rehabilitation und Orthopädie

Angriff auf spielende Kinder

Abdullah aus dem Jemen spielte gerade draußen mit seinen Freunden, als im Dezember 2019 sein Dorf aus der Luft angegriffen wurde. Der damals 10-Jährige wurde schwer verletzt, sein rechtes Bein musste amputiert werden.