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Co-Preisträger Friedensnobelpreis 1997

 

Ayas Geschichte: Knapp dem Tod entkommen

Die 55-jährige Aya kommt aus einem Dorf nördlich von Homs. Heute lebt sie im Libanon in einem Gebäude, das eigentlich eine Baustelle ist. Dort wohnt sie mit ihrem Sohn, dessen Frau und deren Kindern. Sie betritt den Raum mit ihrem Krückstock und nimmt auf dem Bett Platz. 

Aya sitzt auf ihrem Bett und verbirgt ihr Gesicht, um nicht erkannt zu werden.

Aya verbirgt ihr Gesicht, um nicht erkannt zu werden | © Benoit Almeras / Handicap International

Zufriedenes Leben in Syrien

Wir besaßen immer Land in unserem Dorf in Syrien. Wir bauten viel an. Dort war unser Leben, und wir waren glücklich. Wenn man in seinem eigenen Land ist, ist alles anders. Wir waren glücklich und führten ein gutes Leben.

Granatenangriff auf der Straße 

Ich ging außer Haus, um Medikamente für meine Großmutter zu besorgen. Auf meinem Rückweg kam ich gerade an meinem Haus an, als eine Granate auf der Straße einschlug. Sie landete genau neben mir. Ich wurde unter den Trümmern begraben. Ich fiel in Ohnmacht und konnte nichts mehr sehen.

Jemand brachte mich ins Krankenhaus und anschließend in mein Dorf. Dort wurde ich mit Medikamenten versorgt und blieb etwa drei Monate. Dann brachten sie mich in ein Krankenhaus in der Türkei. Ab dem Unfall bis zu meiner Ankunft in der Türkei war ich bewusstlos. Dort operierten sie mich am Bein und am Rücken. Ich blieb zwei Jahre im Krankenhaus. Als ich wieder laufen konnte, kam ich hierher. Ich kam nur, um bei meinen Kindern zu sein. Jetzt geht es mir schon wieder besser.

Trennung von der Familie und der Heimat

Ich kam in den Libanon, um meine Kinder zu sehen. Doch ich habe auch noch Kinder in Syrien und möchte sie treffen können. Als Familie getrennt zu sein ist schwer. Ein Kind ist so wertvoll, dass man nie weit weg von ihm sein will. Es ist hart, meine Kinder nicht zu sehen.

Syrien ist nicht mehr wie früher. Wenn man im Ausland zufrieden ist und bei seinen Kindern sein kann, ist es besser, da zu bleiben, als nach Syrien zurückzukehren. Das Leben in Syrien ist jetzt sehr schwierig. Aber meine Kinder und mein Mann sind noch dort, deswegen will ich zurück.

Ich habe auch einen Sohn in Deutschland. Er geht zur Schule und ist glücklich. Wenn es in Syrien nicht besser wird, wäre es mir lieber, wenn er in Deutschland bliebe. Auch wenn das bedeutet, dass ich ihn nicht mehr sehen kann.

Jede Stimme zählt! Helfen Sie uns bei unserem Engagement gegen die Bombardierung der Zivilbevölkerung und unterzeichnen Sie unsere Petition STOP! Bombing Civilians!

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HI warnt: Entminung immer schwieriger
Till Mayer/HI
Minen, Streubomben und andere Waffen

HI warnt: Entminung immer schwieriger

München, 4. April 2019. Anlässlich des Internationalen Tags der Aufklärung über die Minengefahr äußert sich die gemeinnützige NGO Handicap International (HI) besorgt über die große Anzahl an Blindgängern durch den weit verbreiteten Einsatz von Explosivwaffen in aktuellen Konflikten. Außerdem ist der Einsatz von improvisierten Minen gestiegen. Die verminten Zonen befinden sich häufig in städtischen Gebieten, sie sind schwieriger zu räumen und stellen die humanitären Räumexpert/-innen vor neue Herausforderungen. HI führt in sieben Ländern Räumungsprojekte durch: Kolumbien, Irak, Laos, Libanon, Libyen, Senegal und Tschad. Die Organisation testet auch innovative Wege, um die Entminungsarbeit zu erleichtern wie beispielsweise den Einsatz von Drohnen, um betroffene Gebiete schneller zu erkennen und zu vermessen. Insgesamt sind 60 Staaten und andere Gebiete durch Minen und explosive Kriegsreste in der ganzen Welt verseucht.

20 Jahre Ottawa-Vertrag
© Brice Blondel/HI
Minen, Streubomben und andere Waffen Politische Kampagnenarbeit

20 Jahre Ottawa-Vertrag

Der Vertrag gegen Anti-Personenminen wird 20 Jahre alt. Seitdem sind die Opferzahlen drastisch gesunken.

Geberkonferenz Jemen - Gemeinsames Statement INGOs
© Feida / HI
Minen, Streubomben und andere Waffen Nothilfe

Geberkonferenz Jemen - Gemeinsames Statement INGOs

Seit der Eskalation des Konflikts im Jemen vor fast vier Jahren ist der humanitäre Bedarf im Land drastisch gestiegen. Es wird geschätzt, dass 24 Millionen Menschen – das sind 80 Prozent der Bevölkerung – im Jahr 2019 in irgendeiner Form humanitäre Hilfe benötigen[1]. Diese Zahl ist innerhalb von nur 12 Monaten um zwei Millionen bzw. 10 Prozent gestiegen. Dies lässt sich darauf zurückzuführen, dass die Wirtschaft im Jemen fast vollständig zusammengebrochen ist, sich der Konflikt über weite Teile des Landes erstreckt, Völkerrecht missachtet wird und immer mehr zivile Infrastrukturen zerstört werden. Insbesondere Schulen und Krankenhäuser sind betroffen. Darüber hinaus haben die Menschen keinen Zugang zu grundlegender Versorgung, was dazu beiträgt, dass viele an vermeidbaren Krankheiten sterben, die Anzahl der Vertriebenen stark ansteigt und sexuelle Gewalt zunimmt.

 

 

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