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Feierliche Jubiläumsveranstaltung von Handicap International

Am Donnerstag, dem 3. Mai feierte die Hilfsorganisation Handicap International in München die Gründung des Deutschen Vereins vor 20 Jahren und die der internationalen Organisation vor 35 Jahren. Rund 150 Personen erlebten ein vielfältiges Programm, darunter ein Interview mit Gnep Smoeun, eines der ersten kambodschanischen Kriegsopfer, das Anfang der 80er Jahre als Kind eine Prothese erhielt. An verschiedenen Thementischen konnten sich die Gäste über die Arbeit von HI informieren, „mit Handicap“ Golf spielen oder die Brutalität von Landminen spüren. Die Musik der Band „Süße Lotte“, einer Gruppe von Musikern mit Behinderungen, sorgte für den musikalischen Rahmen. HI unterstützt weltweit Menschen mit Behinderung und solche, die besonders schutzbedürftig sind.

Es begann im Grenzgebiet zwischen Kambodscha und Thailand. Anfang der 80er Jahre wurden Hunderte Männer, Frauen und Kinder durch Kugeln, Granatsplitter oder Minen verletzt oder verstümmelt. Der französische Arzt Jean-Baptiste Richardier war vor Ort, versorgte viele von ihnen und passte ihnen Prothesen an. In der Folge schuf er eine Organisation, die heute weltweit tätig ist. 1998 erfolgte die Gründung des deutschen Vereins. Inzwischen ist Handicap International in humanitären Notsituationen und langfristig in mehr als 300 Projekten in rund 60 Ländern dieser Welt aktiv. HI setzt sich da ein, wo „aufrecht leben“ keine Selbstverständlichkeit ist und kämpft um Inklusion.

Festsaal im Künstlerhaus München

Während der Jubiläumsveranstaltung dankten die Verantwortlichen für den unermüdlichen Einsatz der Mitarbeiter und blickten auf erfolgreiche Projekte in der Vergangenheit zurück. Die Erzählungen von Gnep Smeoun, die von dem Augenblick berichtete, als sie auf eine Landmine trat, berührten die Anwesenden ebenso wie die Musik der „Süßen Lotte“, einer Band von Musikern mit Behinderungen.

Verena Bentele, die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, hob hervor

„Handicap International leistet einen wesentlichen Beitrag zur Herstellung von Chancengleichheit von Menschen mit Behinderungen weltweit. Insbesondere freue ich mich darüber, dass Handicap International schon früh erkannt hat, dass Flüchtlinge mit Behinderungen einen starken Partner zur Unterstützung brauchen."

An interaktiven Thementischen konnten sich die Gäste über den Kampf von HI gegen den Einsatz von Explosivwaffen in Wohngebieten informieren und über die Räumung von Minen und Blindgängern. Darüber hinaus beeindruckten die Porträts von Kriegsopfern des Fotojournalisten Till Mayer sowie eine Auswahl von alten Prothesen aus den 80er Jahren. Mitarbeiter berichteten von Einsätzen in Haiti oder Nepal und über die Wichtigkeit von Inklusion in Entwicklungsländern. Darüber hinaus konnten die Teilnehmer das Projekt ComIn kennen lernen, das sich um Geflüchtete und Migrant/-innen mit Behinderung in Deutschland kümmert.

Susanne Wesemann, Geschäftsführerin Handicap International Deutschland:

„Wir sind stolz auf das, was wir bisher erreicht haben. Wir haben aber auch noch viel vor, schließlich gibt es weltweit rund 1 Milliarde Menschen mit Behinderungen und vor allem in Krisengebieten müssen wir deren Lebensbedingungen verbessern und ihre Grundrechte stärken. Ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit ist der Kampf gegen Bomben auf Wohngebiete.“