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Burkina Faso

Traditionelle Tabus, religiöse Überzeugungen oder Fatalismus führen zu einer Zurückweisung von Menschen mit Behinderung im Land. Handicap International verteidigt ihre Grundrechte und bringt Kinder mit Behinderung zurück in die Schule.

Einschulung Burkina Faso - HI

Einschulung Burkina Faso - HI | © HI

Laufende Aktivitäten

HIs erste Mission in Westafrika wurde 1990 in Burkina Faso durchgeführt. In Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium hat die Organisation ein orthopädisches Versorgungszentrum für Veteranen in ein nationales Orthopädiezentrum umgewandelt. Zudem unterstützte HI beim Aufbau anderer Rehabilitationszentren. Heute begleitet HI die Installation eines regionalen Netzwerkes für funktionale Rehabilitation und seine Integration in das nationale Gesundheitssystem. Zu diesem Zweck bilden unsere Teams Expertinnen und Experten im Bereich Gesundheit und funktionale Rehabilitation aus. Mehr als 120 Personen vom Krankenpflege-, Gesundheits- und Orthopädietechnikpersonal haben hiervon schon profitiert.

Auch wenn es in Burkina Faso durchaus dementsprechende Bemühungen gibt, sind Menschen mit Behinderung oft an den Rand der Gesellschaft gedrängt – und das seit ihrer Kindheit. Oft haben sie weder Zugang zu Bildung noch zu einer beruflichen Ausbildung – und genau hier setzt unsere Arbeit an, um ihre Lebensbedingungen zu verbessern.

Wir fördern und stärken Initiativen, die sich die Wahrung der Grundrechte zur Aufgabe gemacht haben: medizinische Versorgung, Arbeit, Bildung. Mit unserem Schulprojekt erleichtern wir Kindern mit Behinderung den Zugang zu Schulbildung. Um dieses Projekt langfristig zu gestalten, bilden wir Akteure im Bereich Behinderung und inklusiver Bildung aus und sensibilisieren diese gleichzeitig.

Seit 2016 unterhalten wir ein Projekt, das die Entwicklung von Behinderungen bei Kleinkindern, die an Mangelernährung litten, vermeiden soll. Dies wollen wir vor allem durch Physiotherapie und psychoaktiver Stimulation erreichen (Wir ermutigen Eltern sich eingehend mit ihren Kindern zu beschäftigen, sie zum Spielen bewegen etc.)  Das Projekt soll in den nächsten 2 Jahren 11.500 Kindern helfen. HI führt auch ein Programm durch, das Hilfestellungen zur Abfederung von Nahrungsengpässen in der Sahelzone leistet.

Seit 2017 arbeitet HI mit Häftlingen - insbesondere Frauen, Kinder und Menschen mit Behinderung. Dieses Projekt bietet individuelle Unterstützung, einschließlich Berufsausbildung sowie soziale und kulturelle Programme zur Wiedereingliederung. Im selben Jahr begann HI, gemeinsam mit Behindertenorganisationen, Menschen mit Behinderung auch dahingehend zu unterstützen, als dass sie auch im Kampf gegen HIV miteinbezogen werden. 

Neues aus den Projekten

Weltfrauentag: Unsere Frau für Westafrika
HI

Weltfrauentag: Unsere Frau für Westafrika

Seit mehr als zehn Jahren arbeitet Uta Prehl mittlerweile für Handicap International (HI). Die überzeugte Koordinatorin im Bereich Rehabilitation betreut die Region Westafrika. Dort wird sie täglich mit Menschen und ihren bewegenden Lebensgeschichten konfrontiert. Anlässlich des Weltfrauentages am 8. März gibt Uta Prehl Einblick in ihren Arbeitsalltag.

Versteckt und unterschätzt:  Wie Kinder mit Behinderung für ihren Schulbesuch kämpfen
© Erwan Rogard / Handicap International

Versteckt und unterschätzt: Wie Kinder mit Behinderung für ihren Schulbesuch kämpfen

In Westafrika beenden Millionen Kinder nicht die Grundschule – einige haben überhaupt nie eine Schule besucht. Handicap International schätzt, dass ein Drittel dieser Kinder eine Behinderung hat. Deswegen führen wir in neun Ländern der Region[i] unser Programm zur inklusiven Bildung durch. Wir wollen sicherstellen, dass alle Kinder die Möglichkeit haben zu lernen, zu spielen, Freundschaften zu schließen und in ihrer Gemeinschaft Wertschätzung zu erfahren

 

[i] Burkina Faso, Liberia, Mali, Niger, Togo, Senegal, Sierra Leone, Benin und Guinea Bissau

Ein Leben für die Bildung von ALLEN Kindern

Ein Leben für die Bildung von ALLEN Kindern

Interview mit Estelle Koudougou, Projektmanagerin für das Programm „Inklusive Bildung“ von Handicap International in Burkina Faso.

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Hintergrund

Karte des HI-Einsatzes in Burkina Faso

Burkina Faso zählt zu den ärmsten Ländern der Erde. Vor allem die Schwächsten sind von Analphabetismus, fehlendem Zugang zu medizinischer Behandlung und sinkender Kaufkraft betroffen.

Die schwächsten Teile der Bevölkerung, vor allem Menschen mit Behinderung, haben quasi keinen Zugang zu medizinischer Betreuung und nehmen nur in geringem Maße am wirtschaftlichen und sozialen Leben teil. Es ist schwierig für sie ihre Grundrechte, wie den Zugang zu Bildung, beruflicher Ausbildung und zu Beschäftigung, einzufordern. Die Mehrzahl befindet sich dadurch in einer Situation von Exklusion und großer Armut.

 

85,5%[1] der Menschen mit Behinderung in Burkina Faso haben keinerlei Bildung genossen, während 56,5% keinen beruflichen Aktivitäten nachgehen und 72,6% der Kinder mit Behinderung nicht zur Schule gehen.

 

Das starke demographische Wachstum in der Hauptstadt Ouagadougou, deren Einwohnerzahl mittlerweile 1,5 Millionen übersteigt, ist gleichfalls ein Problem. Dieses zeigt sich in vermehrter Umweltverschmutzung und mangelnder Sicherheit, aber auch in der mangelnden Transportinfrastruktur, Gesundheitsversorgung und Bildung, die nicht den Bedürfnissen von Menschen mit Behinderung angepasst wurden.


[1] Burkina : Allgemeiner Zensus der Bevölkerung und der Wohnsituation, durchgeführt 2006, erschienen im Juli 2008.

Weltweites Engagement: