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Burkina Faso

Traditionelle Tabus, religiöse Überzeugungen oder Fatalismus führen zu einer Zurückweisung von Menschen mit Behinderung im Land. Handicap International verteidigt ihre Grundrechte und bringt Kinder mit Behinderung zurück in die Schule.

Handicap International - Burkina Faso

© Handicap International

Laufende Aktivitäten

Auch wenn es in Burkina Faso durchaus dementsprechende Bemühungen gibt, sind Menschen mit Behinderung oft an den Rand der Gesellschaft gedrängt – und das seit ihrer Kindheit. Oft haben sie haben weder Zugang zu Bildung noch zu einer beruflichen Ausbildung – und genau hier setzt unsere Arbeit an, um ihre Lebensbedingungen zu verbessern.

 

Wir fördern und stärken Initiativen, die sich die Achtung der Grundrechte zur Aufgabe gemacht haben: medizinische Versorgung Arbeit, Bildung. Mit unserem Schulprojekt erleichtern wir Kindern mit Behinderung den Zugang zu Schulbildung. Um dieses Projekt langfristig zu gestalten, bilden wir Akteurinnen und Akteure im Bereich Behinderung und inklusiver Bildung aus und sensibilisieren diese gleichzeitig.

Seit 2016 unterhalten wir ein Projekt, das die Entwicklung von Behinderungen bei Kleinkindern, die an Mangelernährung leiden, vermeiden soll. Dies wollen wir vor allem durch Physiotherapie und psychoaktiver Stimulation erreichen (Wir ermutigen Eltern sich eingehend mit ihren Kindern zu beschäftigen, sie zum Spielen bewegen etc.)  Das Projekt soll, in den nächsten 2 Jahren 11.500 burkinischen Kindern helfen.

Außerdem tragen wir zu einer Verringerung der Gewalt gegen Kinder bei. Hierfür führen wir Aktivitäten mit dem Ziel durch, die Prävention von Gewalt und sexuellem Missbrauch von Kindern zu fördern, und unterstützen das System zur Kinderbetreuung (medizinisches und psychologisches Personal etc.).

1990 starteten wir unseren Einsatz in Burkina Faso – das erste Projekt in Westafrika. In Partnerschaft mit dem Gesundheitsministerium bauten wir eine Orthopädiewerkstatt für ehemalige Kämpfer in eine öffentliche Orthopädiewerkstatt um. Des Weiteren halfen wir anderen Rehabilitationszentren in ihrer Entwicklung. Heute begleiten wir die Errichtung eines regionalen Netzwerkes für funktionale Rehabilitation und seine Integration in das nationale Gesundheitssystem. Zu diesem Zweck bilden unsere Teams Expertinnen und Experten im Bereich Gesundheit und funktionale Rehabilitation aus. Mehr als 120 Personen vom Krankenpflege-, Gesundheits- und Orthopädietechnikpersonal haben hiervon schon profitiert.

Neues aus den Projekten

Weltfrauentag: Unsere Frau für Westafrika
HI

Weltfrauentag: Unsere Frau für Westafrika

Seit mehr als zehn Jahren arbeitet Uta Prehl mittlerweile für Handicap International (HI). Die überzeugte Koordinatorin im Bereich Rehabilitation betreut die Region Westafrika. Dort wird sie täglich mit Menschen und ihren bewegenden Lebensgeschichten konfrontiert. Anlässlich des Weltfrauentages am 8. März gibt Uta Prehl Einblick in ihren Arbeitsalltag.

Versteckt und unterschätzt:  Wie Kinder mit Behinderung für ihren Schulbesuch kämpfen
© Erwan Rogard / Handicap International

Versteckt und unterschätzt: Wie Kinder mit Behinderung für ihren Schulbesuch kämpfen

In Westafrika beenden Millionen Kinder nicht die Grundschule – einige haben überhaupt nie eine Schule besucht. Handicap International schätzt, dass ein Drittel dieser Kinder eine Behinderung hat. Deswegen führen wir in neun Ländern der Region[i] unser Programm zur inklusiven Bildung durch. Wir wollen sicherstellen, dass alle Kinder die Möglichkeit haben zu lernen, zu spielen, Freundschaften zu schließen und in ihrer Gemeinschaft Wertschätzung zu erfahren

 

[i] Burkina Faso, Liberia, Mali, Niger, Togo, Senegal, Sierra Leone, Benin und Guinea Bissau

Ein Leben für die Bildung von ALLEN Kindern

Ein Leben für die Bildung von ALLEN Kindern

Interview mit Estelle Koudougou, Projektmanagerin für das Programm „Inklusive Bildung“ von Handicap International in Burkina Faso.

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Hintergrund

Burkina Faso zählt zu den ärmsten Ländern der Erde. Vor allem die Schwächsten sind von Analphabetismus, fehlendem Zugang zu medizinischer Behandlung und sinkender Kaufkraft betroffen.

Die schwächsten Teile der Bevölkerung, vor allem Menschen mit Behinderung, haben quasi keinen Zugang zu medizinischer Betreuung und nehmen nur in geringem Maße am wirtschaftlichen und sozialen Leben teil. Es ist schwierig für sie, ihre Grundrechte wie den Zugang zu Bildung, beruflicher Ausbildung und zu Beschäftigung  einzufordern. Die Mehrzahl unter ihnen befindet sich dadurch in einer Situation von Exklusion und sehr großer Armut.

 

85,5%[1] der Menschen mit Behinderung in Burkina Faso haben keinerlei Bildung genossen, während 56,5% keinen beruflichen Aktivitäten nachgehen und 72,6% der Kinder mit Behinderung nicht zur Schule gehen.

 

Das starke demographische Wachstum in der Hauptstadt Ouagadougou, deren Einwohnerzahl mittlerweile 1,5 Millionen übersteigt, ist gleichfalls ein Problem. Dieses zeigt sich in vermehrter Umweltverschmutzung und mangelnder Sicherheit, aber auch in der mangelnden Transportinfrastruktur, Gesundheitsversorgung und Bildung, die nicht den Bedürfnissen von Menschen mit Behinderung angepasst sind. Nach 27 Jahren an der Macht zwang ein Aufstand Blaise Compaoré im Oktober 2014 zum Rücktritt. Eine Übergangsregierung ist bis zu den Präsidentschaftswahlen im Oktober 2015 an der Macht. Die aktuellen Ereignisse haben das Wachstum des Landes gebremst – es wird für 2015 vom IWF[2] auf 5% geschätzt, eine Verringerung der Voraussagen von 1 bis 2 Punkten.

 

 


[1] Burkina : Allgemeiner Zensus der Bevölkerung und der Wohnsituation, durchgeführt 2006, erschienen im Juli 2008.

[2] IWF : Internationaler Währungsfond

Weltweites Engagement: