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Co-Preisträger Friedensnobelpreis 1997

 

Burkina Faso

Traditionelle Tabus, religiöse Überzeugungen oder Fatalismus führen dazu, dass Menschen mit Behinderung im Land oft gemieden werden. Handicap International verteidigt ihre Grundrechte und bringt Kinder mit Behinderung zurück in die Schule.

 

 

Einschulung Burkina Faso - HI

Einschulung Burkina Faso - HI | © HI

Laufende Aktivitäten

Das 1991 gestartete Programm Burkina Faso war das erste Programm von Handicap International in Westafrika. In Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium hat die Organisation ein orthopädisches Versorgungszentrum für Veteranen in ein nationales Orthopädiezentrum umgewandelt. Zudem unterstützte HI beim Aufbau anderer Rehabilitationszentren. Heute begleitet HI die Installation eines regionalen Netzwerkes für funktionale Rehabilitation und ihre Integration in das nationale Gesundheitssystem. Zu diesem Zweck bilden unsere Teams Expert/-innen im Bereich Gesundheit und Reha aus. Mehr als 120 Personen vom Krankenpflege-, Gesundheits- und Orthopädietechnikpersonal haben hiervon schon profitiert.

Auch wenn es in Burkina Faso durchaus dementsprechende Bemühungen gibt, sind Menschen mit Behinderung oft an den Rand der Gesellschaft gedrängt – und das seit ihrer Kindheit. Oft haben sie weder Zugang zu Bildung noch zu einer beruflichen Ausbildung – und genau hier setzt unsere Arbeit an, um ihre Lebensbedingungen zu verbessern.

Wir fördern und stärken Initiativen, die sich die Wahrung der Grundrechte zur Aufgabe gemacht haben: medizinische Versorgung, Arbeit, Bildung. Mit unserem Schulprojekt erleichtern wir Kindern mit Behinderung den Zugang zu Schulbildung. Um dieses Projekt langfristig zu gestalten, bilden wir Akteure im Bereich Behinderung und inklusiver Bildung aus und sensibilisieren diese gleichzeitig.

Seit 2016 betreiben wir ein Projekt, das die Entwicklung von Behinderungen bei Kleinkindern, die von Mangelernährung betroffen sind, vermeiden soll. Dies wollen wir vor allem durch Physiotherapie und psychoaktiver Stimulation erreichen (Wir ermutigen Eltern, sich eingehend mit ihren Kindern zu beschäftigen, sie zum Spielen bewegen etc.) Im Rahmen dieses Projekts wurden bereits über 10.000 Kinder gezielt betreut. HI führt außerdem ein Programm durch, um die Widerstandsfähigkeit gegen Nahrungsengpässe in der Sahelzone erhöht.

Seit 2017 arbeitet HI mit Häftlingen - insbesondere Frauen, Kinder und Menschen mit Behinderung. Dieses Projekt bietet individuelle Unterstützung - einschließlich Berufsausbildung - an. Auch soziale und kulturelle Programme erleichtern die Wiedereingliederung. Im selben Jahr begann HI, gemeinsam mit Behindertenorganisationen, sicherzustellen, dass deren Rechte und Bedürfnisse bei der HIV-Bekämpfung berücksichtigt werden.

Neues aus den Projekten

Weltfrauentag: Unsere Frau für Westafrika
HI
Rehabilitation und Orthopädie

Weltfrauentag: Unsere Frau für Westafrika

Seit mehr als zehn Jahren arbeitet Uta Prehl mittlerweile für Handicap International (HI). Die überzeugte Koordinatorin im Bereich Rehabilitation betreut die Region Westafrika. Dort wird sie täglich mit Menschen und ihren bewegenden Lebensgeschichten konfrontiert. Anlässlich des Weltfrauentages am 8. März gibt Uta Prehl Einblick in ihren Arbeitsalltag.

Versteckt und unterschätzt:  Wie Kinder mit Behinderung für ihren Schulbesuch kämpfen
© Erwan Rogard / Handicap International
Inklusion

Versteckt und unterschätzt: Wie Kinder mit Behinderung für ihren Schulbesuch kämpfen

In Westafrika beenden Millionen Kinder nicht die Grundschule – einige haben überhaupt nie eine Schule besucht. Handicap International schätzt, dass ein Drittel dieser Kinder eine Behinderung hat. Deswegen führen wir in neun Ländern der Region[i] unser Programm zur inklusiven Bildung durch. Wir wollen sicherstellen, dass alle Kinder die Möglichkeit haben zu lernen, zu spielen, Freundschaften zu schließen und in ihrer Gemeinschaft Wertschätzung zu erfahren

 

[i] Burkina Faso, Liberia, Mali, Niger, Togo, Senegal, Sierra Leone, Benin und Guinea Bissau

Ein Leben für die Bildung von ALLEN Kindern Inklusion Öffentlichkeitsarbeit Rechte von Menschen mit Behinderung

Ein Leben für die Bildung von ALLEN Kindern

Interview mit Estelle Koudougou, Projektmanagerin für das Programm „Inklusive Bildung“ von Handicap International in Burkina Faso.

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Hintergrund

Burkina Faso zählt zu den ärmsten Ländern der Erde. Vor allem die Schutzbedürftigsten sind von Analphabetismus, fehlendem Zugang zu medizinischer Behandlung und sinkender Kaufkraft betroffen.

Die schwächsten Teile der Bevölkerung, vor allem Menschen mit Behinderung, haben quasi keinen Zugang zu medizinischer Betreuung und nehmen nur in geringem Maße am wirtschaftlichen und sozialen Leben teil. Ihre Grundrechte, einschließlich des Zugangs zu Bildung, Berufsausbildung, Beschäftigung usw., werden oft nicht gewahrt. Die Mehrzahl befindet sich dadurch in einer Situation von Exklusion und großer Armut.

Das starke demographische Wachstum in der Hauptstadt Ouagadougou, deren Einwohnerzahl mittlerweile 1,5 Millionen übersteigt, ist gleichfalls ein Problem. Dieses zeigt sich in vermehrter Umweltverschmutzung und mangelnder Sicherheit, aber auch in der mangelnden Transportinfrastruktur, Gesundheitsversorgung und Bildung, die nicht den Bedürfnissen von Menschen mit Behinderung angepasst wurden.


Daten: Allgemeiner Zensus der Bevölkerung und der Wohnsituation, durchgeführt 2006, erschienen im Juli 2008.

Weltweites Engagement:

Handicap International e.V. ist anerkannter Partner von folgenden öffentlichen Institutionen:

Logos Landeshauptstadt München, Auswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Logos Landeshauptstadt München, Auswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Logos Landeshauptstadt München, Auswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Logos Landeshauptstadt München, Auswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ