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Co-Preisträger Friedensnobelpreis 1997

Irak

Im Irak helfen wir sowohl den irakischen Vertriebenen als auch und syrischen Flüchtlingen. Gleichzeitig unterhalten wir Langzeitprojekte: Unterstützung bei der Herstellung von Prothesen, Physiotherapie und Kampf gegen Minen und explosive Kriegsreste.

Irak - Khazir Camp, in dem Handicap International den am stärksten gefährdeten Vertriebenen hilft - Handicap International

Irak - Khazir Camp, in dem Handicap International den am stärksten gefährdeten Vertriebenen hilft - Handicap International | © Camille Borie / Handicap International

Laufende Aktivitäten

Im Irak engagieren wir uns seit mehr als 20 Jahren mit unserer Expertise bei der Herstellung von Prothesen und bei physiotherapeutischer Behandlung. Wir unternehmen außerdem Aktivitäten zur Förderung der Rechte und Verbesserung der Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderung.

Seit Mai 2014 unterstützen wir die geflohenen Irakerinnen und Iraker aus dem irakischen Kurdistan. Mobile Rehabilitationsteams betreuen Menschen mit Behinderung und besonders schutzbedürftige Flüchtlinge. Entsprechend ihren Bedürfnissen erhalten sie Mobilitätshilfen (Krücken, Rollatoren, Rollstühle usw.) und Rehabilitationsmaßnahmen. Falls erforderlich, werden sie zu weiteren Einrichtungen vermittelt und transportiert, die die von ihnen benötigten Hilfen anbieten.

Außerdem unterstützen wir auch syrische Flüchtlinge im Gouvernement Erbil. Unser Ziel ist es, für Menschen mit Behinderung und für andere besonders schutzbedürftige Menschen den Zugang zu humanitären Hilfeleistungen zu gewährleisten. Auch dort verteilen unsere mobilen Teams Mobilitätshilfen wie Gehstützen, Rollatoren und Rollstühle. Die Anlaufstellen „Behinderung und Schutzbedürftigkeit“ sorgen vor allem mithilfe einer Kartographie der vorhandenen Hilfsdienste dafür, dass die besonders Schutzbedürftigen Zugang zu humanitärer Hilfeleistung erhalten.

Ende 2016 starteten wir außerdem ein Projekt speziell für die vor den Kämpfen geflüchteten Menschen der Stadt Mossul.

Des Weiteren betreiben wir Aufklärungsarbeit über die Risiken explosiver und improvisierter Kriegsreste, helfen den Opfern dieser Waffen und den Menschen, die vor den Kämpfen fliehen mussten.

Im Oktober 2016 haben bereits mehr als 130.000 Personen von diesen Aktivitäten profitiert. Mehr als ein Drittel davon hatten eine Behinderung.

Neues aus den Projekten

Mossul: Verseuchung durch explosive Kriegsreste in nie dagewesenem Ausmaß
© E.Fourt/HI
Minen, Streubomben und andere Waffen Nothilfe

Mossul: Verseuchung durch explosive Kriegsreste in nie dagewesenem Ausmaß

Ein Jahr, nachdem sich der IS aus Mossul zurückziehen musste, hat HI einen Bericht über das beispiellose Ausmaß der Verseuchung durch explosive Kriegsreste in der irakischen Stadt veröffentlicht. Verantwortlich dafür sind die massiven und fast täglichen Bombenangriffe während der Militäroffensive zwischen Oktober 2016 und Juli 2017.

Mossul: 1.500 Blindgänger allein im Krankenhaus Al-Shifa Minen, Streubomben und andere Waffen

Mossul: 1.500 Blindgänger allein im Krankenhaus Al-Shifa

Acht Millionen Tonnen explosiver Kriegsreste bedrohen auch ein Jahr nachdem sich der sogenannte IS zurückgezogen hat, die Stadt Mossul1. Die Stadt gleicht einer tickenden Zeitbombe: Tausende von Verletzten versuchen, medizinische Versorgung zu bekommen und mehr als 300.0002 Binnenvertriebene warten auf ihre Rückkehr.

Mossul: Humanitäre Hilfe im Bombenhagel
© William Daniels / HI
Minen, Streubomben und andere Waffen Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie

Mossul: Humanitäre Hilfe im Bombenhagel

Den Offensiven in Mossul (Irak) fielen mehrere tausend Menschen zum Opfer, 35.000 wurden verletzt und Millionen aus ihrer Heimatstadt vertrieben. Maud Bellon war bis Januar 2018 die Koordinatorin der Nothilfeprogramme von HI vor Ort. Heute berichtet sie uns von den Einsatzbedingungen und den Herausforderungen während der humanitären Krise.

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Hintergrund

Karte des HI-Einsatzes im Irak

Kriege, Attentate und politische Krisen folgen im Irak seit 35 Jahren aufeinander. Darunter leidet vor allem die Zivilbevölkerung.

Seit 1979 und der Machtübernahme durch Saddam Hussein hat der Irak drei mörderische Kriege, blutige Unterdrückung, darunter die der Kurden und Schiiten, und ein mehr als zehnjähriges Embargo erlebt. Im April 2003 stürzte eine von den Vereinigten Staaten und Großbritannien angeführte Koalition das Regime von Saddam Hussein. Dieser dritte Golfkrieg endete am 1. Mai 2003, aber Attentate und politische Kriege wechselten einander seitdem ab. Allein zwischen März 2003 und Januar 2012 waren 250.000 Menschen aus der Zivilbevölkerung direkt von bewaffneter Gewalt betroffen. Der Irak gilt als eins der am meisten von Minen und Streubomben kontaminierten Länder der Welt.

 

Im Oktober 2016 leiden mehr als 3 Millionen an der Gewalt im Land. Die Gouvernements von Anbar und Ninive sind besonders betroffen und deren Bevölkerung flieht in die nördlichen Teile des Landes, fast 30% davon allein nach Irakisch-Kurdistan. Schätzungen ergaben, dass 40% dieser Flüchtlinge besonders schutzbedürftig sind, was die Gesundheitseinrichtungen dieser Regionen an ihre Kapazitätsgrenzen gebracht hat. Handicap International ist bereits seit 1991 Im Irakischen Kurdistan präsent. Heute unterstützen wir vertriebene Menschen mit Verletzungen oder Behinderungen. Unser Ziel ist es, ihren spezifischen Bedürfnissen gerecht zu werden und ihren Zugang zu humanitären Hilfeleistungen zu gewährleisten. Um sicherzustellen, dass sie in alle humanitären Maßnahmen miteinbezogen werden, vermitteln wir darüber hinaus den Zugang zu den Angeboten anderer Organisationen vor Ort – NGOs, lokale und regionale Behörden.

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