Co-Preisträger Friedensnobelpreis

Syrien

Die Teams von Handicap International versorgen die Opfer des syrischen Konflikts in den Nachbarländern und unterstützen sie mit Hilfsmitteln und finanzieller Hilfe.

© Layla Aerts / Handicap International

Laufende Aktivitäten

Fünf Jahre blutigen Bürgerkriegs in Syrien haben mehr als 6,5 Millionen Menschen innerhalb des Landes zur Flucht gezwungen. Dabei wurden bereits mehr als 200.000 Menschen getötet. Diese Zahl erhöht sich ständig weiter. Mehr als 13,5 Millionen Menschen sind auf Unterstützung angewiesen (Quelle: OCHA ).

Die Zivilbevölkerung Syriens leidet unter der unvorstellbaren bewaffneten Gewalt. Täglich versorgen wir neue geflüchtete Opfer von Schussverletzungen oder Explosionen und unterstützen amputierte Menschen und all diejenigen, bei denen körperliche Verletzungen zu einer dauerhaften Behinderung führen.

Die Nachbarländer haben bereits fast fünf Millionen Flüchtlinge aufgenommen. Wir engagieren uns in Jordanien, im Irak und im Libanon, wo mehr als zwei Millionen Menschen Zuflucht gefunden haben. 500 Fachkräfte von Handicap International kümmern sich um Verwundete und Menschen mit Behinderung. Sie unterstützen die besonders schutzbedürftigen Flüchtlinge, die keinen, oder nur erschwerten Zugang zu humanitären Hilfeleistungen haben. 

Ende 2016 haben bereits mehr als 800.000 Menschen von unserem Einsatz in der Syrienkrise profitiert.

Neues aus den Projekten

Joint Statement: Syrien-Geberkonferenz Politische Kampagnenarbeit

Joint Statement: Syrien-Geberkonferenz

Syrien-Geberkonferenz: 11 Hilfsorganisationen warnen, dass durch die Kürzung der humanitären Mittel die Not ansteigen wird

Berlin, 31. März 2021. Die auf der Syrien-Geberkonferenz in Brüssel zugesagten finanziellen Mittel werden von Millionen Syrerinnen und Syrern im eigenen Land und in der ganzen Region dringend benötigt – mehr denn je. Die unterzeichnenden Hilfsorganisationen begrüßen die Zusagen der Länder, die ihre Mittel auf einem ähnlichen Niveau wie im letzten Jahr gehalten oder erhöht haben, wie zum Beispiel Deutschland. Es ist aber außerordentlich enttäuschend, dass zwei große Geber, Großbritannien und die USA, der Not der Menschen in Syrien den Rücken kehren. Dies wird verheerende Auswirkungen auf ihr Leben haben.

Mohammad möchte anderen Mut machen
© Catherina Hess
Minen und andere Waffen

Mohammad möchte anderen Mut machen

Am 15.03. jährt sich der Beginn des Bürgerkrieges in Syrien zum 10. Mal. 13 Millionen Menschen benötigen humanitäre Hilfe. Das Land ist immer noch verwüstet. Großstädte wie Rakka und Aleppo wurden durch Bombardierungen komplett zerstört. Mohammad Jolo ist schon vor fünf Jahren nach Deutschland geflohen – ein besonders  beschwerlicher Weg für ihn, da er blind ist. Viele andere Syrer*innen sind aktuell noch auf der Flucht. 

10 Jahre Syrien-Konflikt:  Entminung und Wiederaufbau werden Jahrzehnte dauern
© HI
Minen und andere Waffen

10 Jahre Syrien-Konflikt: Entminung und Wiederaufbau werden Jahrzehnte dauern

Die Entminung und der Wiederaufbau nach einem Ende der Auseinandersetzungen in Syrien werden immens schwierig und langwierig sein. Außerdem wird die Verseuchung mit explosiven Kriegsresten eines der Haupthindernisse für die Rückkehr von Geflüchteten und Vertriebenen sein, warnt die humanitäre Hilfsorganisation Handicap International (HI) anlässlich des 10. Jahrestages des Syrien-Konflikts. Unzählige Landminen, Blindgänger, nicht explodierte Bomben und Sprengfallen werden den Wiederaufbau des Landes und die Neuentwicklung des wirtschaftlichen und sozialen Gefüges stark behindern. Komplexe Räumungsaktionen werden erforderlich sein, so HI. Angesichts tausender Toter, großen Leids und massiver Schäden in Syrien fordert Handicap International die Staatengemeinschaft auf, eine starke internationale Erklärung gegen die Bombardierung von Wohngebieten zu unterstützen. Diese wird derzeit von mehr als 70 Regierungen verhandelt.

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Hintergrund

Karte des HI-Einsatzes in Syrien

Die syrische Zivilbevölkerung leidet massiv unter den Kämpfen zwischen den Konfliktparteien, die das internationale humanitäre Recht nicht respektieren.

Hervorgegangen aus einer Protestbewegung vom März 2011 gegen die Regierung, die von den syrischen Streitkräften mit Gewalt unterdrückt wurde, hat sich der bewaffnete Konflikt nach und nach zu einem Bürgerkrieg entwickelt. Die Konfrontationen, die Bombardierungen und Massaker, die Syrien zerreißen, rufen heute eine beispiellose humanitäre Krise hervor.

Mehrere Millionen Menschen sitzen in den Kampfgebieten fest. Sie sind im Kreuzfeuer der Konfliktparteien oder dienen den Kriegführenden oft sogar direkt als Ziele. Tagtäglich verhöhnt der andauernde Konflikt die Menschenrechte. Oft erhalten die Menschen keine Nahrung und kein Wasser, es gibt kaum medizinische Versorgung und sie sind der Gewalt vollkommen ausgeliefert. Die Hälfte von ihnen sind Kinder, die besonders im Winter von Hunger und Krankheiten bedroht sind. Bei unversorgten Verletzungen besteht die Gefahr, dass sie sich zu dauerhaften Behinderungen entwickeln. Die Betroffenen müssen daher unverzüglich Pflege- und Hilfeleistungen in Anspruch nehmen können – doch genau an diesen mangelt es.

Weltweites Engagement: