Tunesien
In Tunesien setzt sich Handicap International (HI) für die Inklusion besonders benachteiligter Bevölkerungsgruppen ein – dazu gehören vor allem Menschen mit Behinderungen, Frauen und Menschen mit geringem Einkommen.
In Tunesien hilft Handicap International bei der beruflichen Inklusion. | © W. Hadhak / HI
Laufende Aktivitäten
In den Regionen Sfax, Mahdia und Tunis arbeitet Handicap International daran, die soziale und berufliche Inklusion von Menschen mit Behinderungen zu verbessern. In Partnerschaft mit der Orange Foundation erhalten sie Zugang zu inklusiven Berufsbildungsangeboten in den Bereichen Photovoltaik, Telekommunikation und Glasfasertechnik. Darüber hinaus engagiert sich Handicap International für die Bekämpfung von Armut und die Förderung sozialer Teilhabe, indem die Entwicklung von Unterstützungs- und Managementstrukturen in staatlichen und zivilgesellschaftlichen Sozialdiensten gestärkt wird. Die Maßnahmen umfassen unter anderem Schulungen, die gemeinsame Entwicklung von Arbeitsstandards und Instrumenten für die soziale Arbeit sowie die Finanzierung von Pilotprojekten für besonders gefährdete Einzelpersonen und Familien. Dadurch können Fachkräfte die im Rahmen des Projekts entwickelten Ansätze der Sozialplanung und -entwicklung in der Praxis anwenden.
Handicap International unterstützt Frauen mit Behinderungen dabei, Leistungen der sozialen Sicherung in Anspruch zu nehmen. Dazu sensibilisiert Handicap International zuständige Institutionen und Fachkräfte für die Lebensrealitäten dieser Frauen und die besonderen Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert sind.
Darüber hinaus arbeitet Handicap International mit zwei Organisationen in den Regionen Médenine und Tozeur zusammen, die junge Menschen im Autismus-Spektrum begleiten. Ziel ist es, ihre Bildungs- sowie ihre sozialen und beruflichen Teilhabechancen nachhaltig zu verbessern.
- Anzahl der Mitarbeitenden von Handicap International: 13 Personen
- Direkte Begünstigte, die 2025 von Handicap International unterstützt werden: 2.043 Personen
- Indirekte Begünstigte der Arbeit von Handicap International im Jahr 2025: 4.964 Personen
- Startdatum des Programms: 1992
Hintergrund
Tunesien befindet sich in einer vielschichtigen Krise, die von wirtschaftlichen, sozialen und politischen Herausforderungen geprägt ist und die Bevölkerung erheblich belastet.
Anhaltend hohe Inflation, insbesondere bei lebenswichtigen Gütern wie Treibstoff, Zucker, Grieß und Milch, verschärft die prekäre Lage vieler Haushalte, insbesondere der besonders vulnerablen Bevölkerungsgruppen. Gleichzeitig begrenzen eine hohe Staatsverschuldung (80 Prozent des BIP im Jahr 2024) und das schwache Wirtschaftswachstum (+1,4 Prozent im Jahr 2025) die Möglichkeiten des Staates, auf die sozialen Bedürfnisse der Bevölkerung angemessen zu reagieren.
Zu diesen strukturellen sozioökonomischen Herausforderungen kommen Kürzungen der Mittel für soziale und humanitäre Programme hinzu, wodurch sich der Zugang besonders benachteiligter Bevölkerungsgruppen zu grundlegenden Dienstleistungen weiter verschlechtert.
Einsatzbereiche
Neues aus den Projekten
Inklusion Öffentlichkeitsarbeit Rechte von Menschen mit Behinderung „In Tunesien steht die Revolution gerade erst am Anfang…“
Interview mit Louis Bourgois, dem regionalen technischen Koordinator für Nordafrika, Spezialist für politische Strategien zu Behinderung und Unterstützung der Zivilgesellschaft.
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