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Co-Preisträger Friedensnobelpreis 1997

 

Wir appellieren an Sie alle, das Töten zu stoppen!

Minen, Streubomben und andere Waffen
Syrien

Die extremen Bombardierungen in der belagerten Gegend von Ost-Ghouta sind eskaliert und haben bereits mehr als 1.100 zivile Todesopfer gefordert sowie erheblichen Schaden an der Infrastruktur verursacht – besonders Krankenhäuser und Schutzräume sind betroffen. Die 390.000 belagerten Zivilisten in der Enklave von Ost-Ghouta stehen unter schwerem Beschuss und werden mit Luftschlägen und Fassbomben angegriffen. Der Zugang zu Wasser, Essen und medizinischer Versorgung wird zunehmend schwieriger.

 

Logo der Kampagne "Stop Bombing Civilians"

Logo der Kampagne "Stop Bombing Civilians" | HI

Rehazentrum einer Partnerorganisation von Handicap International in Ost-Ghouta zerstört

Ein Rehabilitationszentrum einer Partnerorganisation von Handicap International wurde durch zwei unterschiedliche Bombenangriffe komplett zerstört. Der erste Angriff erfolgte durch eine Fassbombe am Dienstag, 20. Februar, die die oberen Etagen teilweise zerstörte. Am Mittwoch, 21. Februar, traf eine Rakete das Rehabilitationszentrum und zerstörte die Reste des Gebäudes. Familien, die sich in den tiefgelegenen Keller geflüchtet hatten, mussten aus dem Geröll ausgegraben werden, wo sie für Stunden gefangen waren. Sie haben alle überlebt. Bis zu 100 Zivilisten – Mitarbeitende, ihre Familien und Nachbarn – hatten in dem Rehabilitationszentrum Zuflucht gesucht, da es als sicherer galt, als Zuhause zu bleiben. Dank einer schnellen Evakuierung gab es nur Verletzte.


Bei einem weiteren Vorfall wurde ein Krankenwagen getroffen. Der Arzt und  eine Krankenschwester, die gerade dabei waren, ein Kind zu einer medizinischen Einrichtung zu transportieren, wurden getötet, das Kind verletzt.

Ein medizinischer Mitarbeiter einer lokalen syrischen Organisation sagte gegenüber Handicap International:

„Diese Woche sind die gezielten Bombardierungen erneut eskaliert. Wir können nicht mehr arbeiten und können den Menschen in Ost-Ghouta, die Physiotherapie nach Verletzungen brauchen, nicht mehr helfen. Nur das Krankenwagen-Team leistet weiter Nothilfe – trotz der kontinuierlichen Bombardierungen. Ich hoffe, dass Sie alle mithelfen, den Bewohnern dieser Region eine Stimme zu verleihen. Wir appellieren an Sie alle, das Töten zu stoppen und diese kriminelle Kriegsmaschinerie aufzuhalten“, sagte der Mann weiter.


Die starke Zunahme der Gewalt in ganz Syrien seit Januar 2018 ist eine der schlimmsten in den letzten Jahren des Konflikts – insbesondere in Idlib, Afrin und Ost-Ghouta. Dies alles sind dicht besiedelte Gebiete und lokale humanitäre Mitarbeitende und Gesundheitspersonal berichten Handicap International, dass die Notlage der zivilen Bevölkerung in diesen Gebieten immer größer wird. Es gibt dort keine sicheren Zufluchtsorte für die eingeschlossene Bevölkerung.


Handicap International  schließt sich der Forderung des UN Sicherheitsrats und anderer internationaler und syrischer humanitärer Organisationen für einen Waffenstillstand in ganz Syrien an. Darüber hinaus sollen alle bestehenden Belagerungen in Syrien, inklusive in Ost-Ghouta, aufgehoben werden. HI fordert zudem einen dauerhaften und verbesserten humanitären Zugang in ganz Syrien, inklusive aller belagerten und schwer erreichbaren Gebiete. Medizinische Notfall-Evakuierungen müssen umgehend gestattet sowie regelmäßig und sicher ausgeführt werden. Humanitäre Akteure in Syrien müssen im Rahmen des Internationalen Völkerrechts geschützt werden.

 

Petition gegen die Bombardierung der Zivilbevölkerung

Handicap International ruft angesichts der Tragödie von Ost-Ghouta zur Unterzeichnung der Petition: „Stop Bombing civilians“ auf. Bis September 2018 sollen 1 Million Unterschriften gesammelt werden.

23 Februar 2018
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HI warnt: Entminung immer schwieriger
Till Mayer/HI
Minen, Streubomben und andere Waffen

HI warnt: Entminung immer schwieriger

München, 4. April 2019. Anlässlich des Internationalen Tags der Aufklärung über die Minengefahr äußert sich die gemeinnützige NGO Handicap International (HI) besorgt über die große Anzahl an Blindgängern durch den weit verbreiteten Einsatz von Explosivwaffen in aktuellen Konflikten. Außerdem ist der Einsatz von improvisierten Minen gestiegen. Die verminten Zonen befinden sich häufig in städtischen Gebieten, sie sind schwieriger zu räumen und stellen die humanitären Räumexpert/-innen vor neue Herausforderungen. HI führt in sieben Ländern Räumungsprojekte durch: Kolumbien, Irak, Laos, Libanon, Libyen, Senegal und Tschad. Die Organisation testet auch innovative Wege, um die Entminungsarbeit zu erleichtern wie beispielsweise den Einsatz von Drohnen, um betroffene Gebiete schneller zu erkennen und zu vermessen. Insgesamt sind 60 Staaten und andere Gebiete durch Minen und explosive Kriegsreste in der ganzen Welt verseucht.

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Seit der Eskalation des Konflikts im Jemen vor fast vier Jahren ist der humanitäre Bedarf im Land drastisch gestiegen. Es wird geschätzt, dass 24 Millionen Menschen – das sind 80 Prozent der Bevölkerung – im Jahr 2019 in irgendeiner Form humanitäre Hilfe benötigen[1]. Diese Zahl ist innerhalb von nur 12 Monaten um zwei Millionen bzw. 10 Prozent gestiegen. Dies lässt sich darauf zurückzuführen, dass die Wirtschaft im Jemen fast vollständig zusammengebrochen ist, sich der Konflikt über weite Teile des Landes erstreckt, Völkerrecht missachtet wird und immer mehr zivile Infrastrukturen zerstört werden. Insbesondere Schulen und Krankenhäuser sind betroffen. Darüber hinaus haben die Menschen keinen Zugang zu grundlegender Versorgung, was dazu beiträgt, dass viele an vermeidbaren Krankheiten sterben, die Anzahl der Vertriebenen stark ansteigt und sexuelle Gewalt zunimmt.

 

 

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