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Co-Preisträger Friedensnobelpreis 1997

 

Mossul: 1.500 Blindgänger allein im Krankenhaus Al-Shifa

Minen und andere Waffen
Irak

Acht Millionen Tonnen explosiver Kriegsreste bedrohen auch ein Jahr nachdem sich der sogenannte IS zurückgezogen hat, die Stadt Mossul1. Die Stadt gleicht einer tickenden Zeitbombe: Tausende von Verletzten versuchen, medizinische Versorgung zu bekommen und mehr als 300.0002 Binnenvertriebene warten auf ihre Rückkehr.

Zwischen Oktober 2016 und Juli 2017 wurde Mossul von 1.717 Luftschlägen und 2.867 Explosionen getroffen. Eine beispiellose Menge an explosiven Kriegsresten ist die Folge. Hinzu kommen tausende improvisierte Sprengkörper, die vom sogenannten Islamischen Staat als Sprengfallen platziert wurden. Allein im Krankenhaus Al-Shifa wurden 1.500 Blindgänger gefunden3. Immer wieder passieren Unfälle und ganze Stadtteile sind so stark verseucht, dass ein Betreten unmöglich ist.

Die Zivilbevölkerung leidet am meisten

Die Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung sind enorm: schwere Verletzungen, dauerhafte Behinderungen und Amputationen. Die große Anzahl an Blindgängern in der Stadt hindert die Bevölkerung daran, wieder zu einem normalen Leben zurückzukehren.

Jahrelanger Wiederaufbau

Handicap International fordert die internationale Gemeinschaft auf, sich ihrer Verantwortung zu stellen. Mossul  zählt zu einer der am stärksten mit explosiven Kriegsresten und improvisierten Sprengkörpern verseuchten Städte der Welt.

„Mossul muss dringend entmint, die Bevölkerung für die Gefahren der explosiven Kriegsreste sensibilisiert und die Opfer versorgt werden. Unsere Teams vor Ort stehen bereit. Allerdings muss die internationale Gemeinschaft zeigen, dass sie sich langfristig für die Minenräumung einsetzt“, so Thomas Hugonnier, Leiter der Entminungsaktionen von Handicap International.

Unterzeichnen Sie unsere Petition gegen die Bombardierung der Zivilbevölkerung.

Handicap International im Irak

HI ist bereits seit 25 Jahren im Irak aktiv und führt seit 2014 Projekte für Vertriebene in der Nähe von Konfliktregionen durch. Die Hilfsorganisation begleitet Verletzte und schutzbedürftige Bevölkerungsgruppen, bietet Aufklärungsveranstaltungen an, um das Risikobewusstsein zu steigern und räumt die am stärksten durch explosive Kriegsreste verseuchten Gebiete.

[1] UNO

[2] Norwegian Refugee Council (NRC)

[3] United Nations Mine Action Service (UNMAS)

9 Juli 2018
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Im Nordosten Syriens wiederholt sich der Kreislauf von Gewalt, Angst und Unsicherheit für die Bewohner/-innen! Wieder einmal sind Zivilist/-innen die ersten Opfer von Bombenanschlägen. Handicap International (HI) ist äußerst besorgt angesichts der militärischen Eskalation und der Bedrohung der Zivilbevölkerung. HI ruft alle Konfliktparteien auf, die Zivilbevölkerung zu schützen, insbesondere in den von Luftangriffen und Artilleriefeuer betroffenen Ballungsgebieten.

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Wiener Konferenz: Mehrheit der Staaten für mehr Schutz der Zivilbevölkerung vor Bombardierungen

Wien, 2. Oktober 2019. Vertreter/-innen von 133 Staaten und der Zivilgesellschaft kamen für zwei Tage in Wien zur „Internationalen Konferenz zum Schutz der Zivilbevölkerung in der städtischen Kriegsführung“ zusammen. Die Mehrheit der Teilnehmer/-innen unterstützte die Notwendigkeit, dass das menschliche Leid, das durch den Einsatz von Explosivwaffen verursacht wird, beendet werden muss und zeigte sich dazu bereit, mit diesem Ziel an einem politischen Instrument zu arbeiten. Die Konferenz ebnete den Weg für einen Verhandlungsprozess, an dessen Ende im Frühjahr 2020 eine politische Erklärung zur Verabschiedung vorgelegt werden soll. Die Vertreter Deutschlands verpflichteten sich in Wien, konstruktiv an dem Prozess hin zu einer politischen Erklärung mit zu arbeiten. Handicap International hatte jahrelang auf die menschliche Tragödie durch die Bombardierung in Wohngebieten hingewiesen. Die Organisation begrüßte die große Anzahl an teilnehmenden Staaten und unterstrich, dass auch konkrete Maßnahmen zur Unterstützung der Opfer Teil der Erklärung sein müssen. 

Handicap International e.V. ist anerkannter Partner von folgenden öffentlichen Institutionen:

Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ