Gehe zum Hauptinhalt

Co-Preisträger Friedensnobelpreis 1997

 

4 Jahre Syrienkrise: Ich habe für meinen Sohn überlebt

Minen und andere Waffen Rehabilitation und Orthopädie
Syrien

Mohamad, 32, wurde bei einem Bombenangriff so schwer verletzt, dass er amputiert werden musste. Lange war er nicht in der Lage, sich eigenständig zu bewegen. Dank unserer Unterstützung blickt er nun wieder voller Hoffnung in die Zukunft.

Mohamad sitzt auf einenm Stuhl und seine Physiotherapeutin kniet vor ihm

Mohamad, 32, mit seiner neuen Prothese und Biman, einer Physiotherapeutin von Handicap International | © Sarah Pierre / Handicap International

Mohamad ist 32 Jahre alt. Vor einigen Monaten wurde er von einer Bombe schwer verletzt. Die Verletzung an seinem linken Bein war so schwer, dass das Bein amputiert werden musste. Sein rechtes Bein war gebrochen.  Unterstützt von Handicap International und von seiner Familie, hat Mohamad die nötige Behandlung bekommen, und ganz allmählich gewinnt er seine Selbständigkeit zurück.

„Ich ging die Straße entlang und trug einen Gaskanister. Das Nächste, was ich weiß, ist, dass ich zu Boden geworfen wurde“, erklärt Mohamad. Eine Bombe war direkt auf sein Haus gefallen. Eilig wurde er ins Krankenhaus gebracht. „Als die Ärzte meine Verletzungen sahen, sagten sie mir, ich würde wahrscheinlich sterben. Aber das kam für mich nicht infrage. Ich musste überleben, für meinen Sohn.“

Mohamad, seine Frau und sein zweijähriger Sohn kamen im vergangenen August in den Libanon. Sie zogen zu anderen Mitgliedern ihrer Familie, die schon in Tripoli wohnten. Mohamad traf diese Entscheidung, um eine bessere Behandlung für seine Verletzung zu bekommen.

Im September begann er mit physischem Rehabilitationstraining bei Handicap International. Bevor seine Prothese angepasst wurde, bekam er eine physiotherapeutische Behandlung, um seine Muskeln zu kräftigen, sein Gleichgewicht wiederzuerlangen und wieder gehen zu lernen, wenn er seine Prothese bekommen würde. Zusätzlich zur Spezialausrüstung wie Toilettenstuhl, Bett und Druckentlastungsmatratze bekam er auch einen Rollstuhl, einen Rollator und Krücken. Das Team von Handicap International half auch dabei, dass seine Verletzungen behandelt wurden, vor allem sein gebrochenes rechtes Bein.

Dank der Unterstützung durch seine Freunde und seine Familie und dank der von Handicap International gewährten Hilfe ist Mohamad jetzt imstande, seine ersten Schritte zu tun – ohne die Hilfe seiner Physiotherapeutin, Binan Abbas. „Als wir vor zweieinhalb Monaten mit der Rehabilitation begannen, konnte er nicht einmal das Bett verlassen. Wir haben wirklich bei null angefangen. Heute kann er mit einem Paar Krücken laufen. Ich bin wirklich beeindruckt von den Fortschritten, die er gemacht hat, und von seiner Motivation.“ Mohamad versucht im Wohnzimmer eine paar Schritte ohne Krücken zu gehen. Dann geht er, begleitet von Binan Abbas und Nadim, einem Sozialarbeiter, zum Eingang seiner Wohnung im ersten Stock, um das Treppensteigen zu üben.

Ermutigt und gleichzeitig bewegt erklärt der frühere Unternehmer: „Ich hätte nie gedacht, dass ich ohne Krücken auch nur ein paar Schritte würde gehen können, oder so schnell die Treppen auf und ab gehen. Heute ist ein besonderer Anlass. Die Unterstützung, die ich von Binan und Nadim bekommen habe, war absolut entscheidend. Sie haben mich niemals so behandelt, als wäre ich irgendwie minderwertig, sondern einfach wie jemanden, der etwas Hilfe benötigt, um seine Selbstständigkeit wiederzuerlangen.“

 

Helfen auch Sie mit Ihrer Spende, dass Menschen mit Behinderung nicht unsichtbar bleiben.

19 Juni 2015
Weltweites Engagement:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

Syrien: Es ist dringend erforderlich, den Schutz von Zivilisten und humanitären Helfern zu gewährleisten.
© W. Daniels / HI
Minen und andere Waffen

Syrien: Es ist dringend erforderlich, den Schutz von Zivilisten und humanitären Helfern zu gewährleisten.

Im Nordosten Syriens wiederholt sich der Kreislauf von Gewalt, Angst und Unsicherheit für die Bewohner/-innen! Wieder einmal sind Zivilist/-innen die ersten Opfer von Bombenanschlägen. Handicap International (HI) ist äußerst besorgt angesichts der militärischen Eskalation und der Bedrohung der Zivilbevölkerung. HI ruft alle Konfliktparteien auf, die Zivilbevölkerung zu schützen, insbesondere in den von Luftangriffen und Artilleriefeuer betroffenen Ballungsgebieten.

Militäreinsatz im Nordosten Syriens: Der Schutz der Zivilbevölkerung und humanitären Helfer/-innen ist lebensnotwendig
© Armelle Toucour
Minen und andere Waffen

Militäreinsatz im Nordosten Syriens: Der Schutz der Zivilbevölkerung und humanitären Helfer/-innen ist lebensnotwendig

Die jüngste Militäroffensive im Nordosten Syriens droht tausende Zivilist/-innen von Hilfe abzuschneiden und treibt viele in die Flucht, die oft schon vorher innerhalb Syriens geflohen waren. Davor warnen 15 Hilfsorganisationen, darunter Handicap International. CARE, Ärzte der Welt und Oxfam. Sie fordern die Konfliktparteien dazu auf, das humanitäre Völkerrecht uneingeschränkt zu respektieren und in dicht besiedelten Gebieten keine explosiven Waffen einzusetzen. 


 

Wiener Konferenz: Mehrheit der Staaten für mehr Schutz der Zivilbevölkerung vor Bombardierungen
© B. Chapuis / HI
Minen und andere Waffen Politische Kampagnenarbeit

Wiener Konferenz: Mehrheit der Staaten für mehr Schutz der Zivilbevölkerung vor Bombardierungen

Wien, 2. Oktober 2019. Vertreter/-innen von 133 Staaten und der Zivilgesellschaft kamen für zwei Tage in Wien zur „Internationalen Konferenz zum Schutz der Zivilbevölkerung in der städtischen Kriegsführung“ zusammen. Die Mehrheit der Teilnehmer/-innen unterstützte die Notwendigkeit, dass das menschliche Leid, das durch den Einsatz von Explosivwaffen verursacht wird, beendet werden muss und zeigte sich dazu bereit, mit diesem Ziel an einem politischen Instrument zu arbeiten. Die Konferenz ebnete den Weg für einen Verhandlungsprozess, an dessen Ende im Frühjahr 2020 eine politische Erklärung zur Verabschiedung vorgelegt werden soll. Die Vertreter Deutschlands verpflichteten sich in Wien, konstruktiv an dem Prozess hin zu einer politischen Erklärung mit zu arbeiten. Handicap International hatte jahrelang auf die menschliche Tragödie durch die Bombardierung in Wohngebieten hingewiesen. Die Organisation begrüßte die große Anzahl an teilnehmenden Staaten und unterstrich, dass auch konkrete Maßnahmen zur Unterstützung der Opfer Teil der Erklärung sein müssen. 

Handicap International e.V. ist anerkannter Partner von folgenden öffentlichen Institutionen:

Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ