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4 Jahre Syrienkrise: "Ich habe für meinen Sohn überlebt"

Minen, Streubomben und andere Waffen Rehabilitation und Orthopädie
Syrien

Mohamad, 32, wurde bei einem Bombenangriff so schwer verletzt, dass er amputiert werden musste. Lange war er nicht in der Lage, sich eigenständig zu bewegen. Dank unserer Unterstützung blickt er nun wieder voller Hoffnung in die Zukunft.

Mohamad sitzt auf einenm Stuhl und seine Physiotherapeutin kniet vor ihm

Mohamad, 32, mit seiner neuen Prothese und Biman, einer Physiotherapeutin von Handicap International | © Sarah Pierre / Handicap International

Mohamad ist 32 Jahre alt. Vor einigen Monaten wurde er von einer Bombe schwer verletzt. Die Verletzung an seinem linken Bein war so schwer, dass das Bein amputiert werden musste. Sein rechtes Bein war gebrochen.  Unterstützt von Handicap International und von seiner Familie, hat Mohamad die nötige Behandlung bekommen, und ganz allmählich gewinnt er seine Selbständigkeit zurück.

„Ich ging die Straße entlang und trug einen Gaskanister. Das Nächste, was ich weiß, ist, dass ich zu Boden geworfen wurde“, erklärt Mohamad. Eine Bombe war direkt auf sein Haus gefallen. Eilig wurde er ins Krankenhaus gebracht. „Als die Ärzte meine Verletzungen sahen, sagten sie mir, ich würde wahrscheinlich sterben. Aber das kam für mich nicht infrage. Ich musste überleben, für meinen Sohn.“

Mohamad, seine Frau und sein zweijähriger Sohn kamen im vergangenen August in den Libanon. Sie zogen zu anderen Mitgliedern ihrer Familie, die schon in Tripoli wohnten. Mohamad traf diese Entscheidung, um eine bessere Behandlung für seine Verletzung zu bekommen.

Im September begann er mit physischem Rehabilitationstraining bei Handicap International. Bevor seine Prothese angepasst wurde, bekam er eine physiotherapeutische Behandlung, um seine Muskeln zu kräftigen, sein Gleichgewicht wiederzuerlangen und wieder gehen zu lernen, wenn er seine Prothese bekommen würde. Zusätzlich zur Spezialausrüstung wie Toilettenstuhl, Bett und Druckentlastungsmatratze bekam er auch einen Rollstuhl, einen Rollator und Krücken. Das Team von Handicap International half auch dabei, dass seine Verletzungen behandelt wurden, vor allem sein gebrochenes rechtes Bein.

Dank der Unterstützung durch seine Freunde und seine Familie und dank der von Handicap International gewährten Hilfe ist Mohamad jetzt imstande, seine ersten Schritte zu tun – ohne die Hilfe seiner Physiotherapeutin, Binan Abbas. „Als wir vor zweieinhalb Monaten mit der Rehabilitation begannen, konnte er nicht einmal das Bett verlassen. Wir haben wirklich bei null angefangen. Heute kann er mit einem Paar Krücken laufen. Ich bin wirklich beeindruckt von den Fortschritten, die er gemacht hat, und von seiner Motivation.“ Mohamad versucht im Wohnzimmer eine paar Schritte ohne Krücken zu gehen. Dann geht er, begleitet von Binan Abbas und Nadim, einem Sozialarbeiter, zum Eingang seiner Wohnung im ersten Stock, um das Treppensteigen zu üben.

Ermutigt und gleichzeitig bewegt erklärt der frühere Unternehmer: „Ich hätte nie gedacht, dass ich ohne Krücken auch nur ein paar Schritte würde gehen können, oder so schnell die Treppen auf und ab gehen. Heute ist ein besonderer Anlass. Die Unterstützung, die ich von Binan und Nadim bekommen habe, war absolut entscheidend. Sie haben mich niemals so behandelt, als wäre ich irgendwie minderwertig, sondern einfach wie jemanden, der etwas Hilfe benötigt, um seine Selbstständigkeit wiederzuerlangen.“

 

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19 Juni 2015
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Martina Vohankova stammt aus Tschechien und arbeitet bei Handicap International Syrien als Projektmanagerin für Gesundheit und Minenaktion. Angefangen in 2012 arbeitete sie erst für Projekte der Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe in Uganda, Kambodscha und im Südsudan. In den vergangenen zwei Jahren war Martina im Nahen Osten tätig, zunächst im Irak. Seit Mai 2016 wirkt sie bei Handicap International im Syrien-Krisen-Programm mit. Hier erzählt sie uns von ihrer Arbeit.