Gehe zum Hauptinhalt

Co-Preisträger Friedensnobelpreis 1997

 

Afghanistan: Hilfe muss den Bedürfnissen der Bevölkerung entsprechen

Öffentlichkeitsarbeit
Afghanistan

Unser Appell gilt den Delegierten Afghanistans und der Hauptgeberstaaten, die sich heute in London treffen, um über die zukünftige Afghanistanhilfe zu beraten.

Die Geberstaaten müssen ihr großes Engagement auch weiterhin auf die Bedürfnisse der afghanischen Bevölkerung ausrichten. Den grundlegenden Bedürfnissen der Bevölkerung, wie dem Zugang zu Gesundheitsleistungen, muss unbedingt auch weiterhin höchste Priorität eingeräumt werden. Sollten die Geberstaaten ihr Engagement vorzeitig durch eine Kürzung der Mittel für bereits laufende Entwicklungs- und humanitäre Programme zurücknehmen, hätte das katastrophale Folgen für die afghanische Bevölkerung und der gesamte bisher erzielte Fortschritt könnte zunichte gemacht werden. Die besonders schutzbedürftigen Bevölkerungsgruppen wie Menschen mit Behinderung, Frauen und Kinder, die Opfer von explosiven Kriegsresten und Landminen sowie die in Konfliktzonen und entlegenen Gebieten lebenden Menschen hätten am meisten darunter zu leiden.

Wirksamkeit der Hilfe

85 % des öffentlichen afghanischen Budgets kommen aus dem Ausland. Sollten die finanziellen Mittel zu schnell gekürzt werden, müsste die Bevölkerung befürchten, dass bestimmte Leistungen nicht mehr zuverlässig zur Verfügung stünden. Auch wenn kein Zweifel daran besteht, dass eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Behörden von größter Wichtigkeit zum Aufbau von Strukturen für eine Weiterentwicklung des Landes ist, drängt Handicap International die Geberstaaten dennoch dazu, die Pluralität und Flexibilität der Mechanismen aufrechtzuerhalten, mit denen die Arbeit von nichtstaatlichen Organisationen finanziert werden, da diese aktuell die bestehenden Lücken im Leistungsangebot füllen. Die unabhängige, neutrale und unteilbare Humanitäre Hilfe für Millionen Menschen muss gewährleistet bleiben.

Gesundheitsdienstleistungen, insbesondere Rehabilitation

Es wird regelmäßig über Schwierigkeiten beim Zugang der afghanischen Bevölkerung zu qualitativ hochwertigen Gesundheitsdienstleistungen berichtet. Die Bevölkerung ist auch durch die allgemein schlechte Sicherheitslage gefährdet, die den Bedarf zwar ansteigen lässt, aber gleichzeitig den Zugang zu Leistungen erschwert. Dies gilt insbesondere für spezielle Gesundheitsleistungen wie physikalische Rehabilitation. Gerade in Konfliktsituationen benötigen die vielen durch Waffengewalt verletzten Zivilistinnen und Zivilisten gute Rehabilitationsleistungen. Nur mit der richtigen Behandlung können ihre Wunden richtig heilen und die Menschen ihre volle Mobilität wieder erlangen. Diese Leistungen bieten in Afghanistan fast ausschließlich nichtstaatliche Organisationen und das ICRC  an. Sie erhalten dafür internationale Finanzierung und betreiben die meisten Rehabilitationseinrichtungen im Land. Diese Dienstleistungen sind jedoch bei weitem nicht überall verfügbar, insbesondere nicht auf Bezirksebene, in ländlichen und unsicheren Gebieten. In 12 von 34 Provinzen gibt es überhaupt keine Zentren für orthopädische Versorgung oder physiotherapeutische Einrichtungen.  

Handicap International ruft die internationale Gemeinschaft deshalb dazu auf, sicherzustellen, dass die Gesundheitsleistungen auch Versorgung für besonders ausgegrenzte und schutzbedürftige Bevölkerungsgruppen umfassen und für Menschen aus abgelegenen und ländlichen Gegenden sowie in Konfliktgebieten verfügbar sind. 

#?DontForgetAfghanistan? - Vergesst Afghanistan nicht!
Die Opfer von Landminen und explosiven Kriegsresten und auch alle anderen Menschen mit Behinderung brauchen dringend einen besseren Zugang zu Hilfsdiensten in Afghanistan.

Wie geht es den Menschen in Afghanistan, wie erleben sie ihren Alltag in einem von Gewalt gebeutelten Land? Lasst die Menschen aus Afghanistan diese Fragen einfach selbst beantworten - in diesem beeindruckenden Video.

 

4 Dezember 2014
Weltweites Engagement:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

Streubomben: Die tödliche Gefahr im Fokus
© Nicolas Axelrod/HI
Minen und andere Waffen Öffentlichkeitsarbeit

Streubomben: Die tödliche Gefahr im Fokus

München, 28. August 2019. Der am 29. August veröffentlichte Streubomben Monitor 2019 zeigt, dass es weiterhin weltweit Opfer durch Streubomben gibt. In Syrien wurden erneut Angriffe mit diesen menschenverachtenden Waffen verzeichnet. In insgesamt acht Ländern und einem Gebiet wurden Menschen durch explosive Reste getötet oder verletzt. 99 Prozent der Opfer stammten aus der Zivilbevölkerung. Vom 2. bis 4. September fand in Genf die Konferenz der Mitgliedsstaaten des Oslo-Vertrags statt. Dieser Vertrag verbietet den Mitgliedsstaaten den Einsatz, die Herstellung, die Lagerung und Weitergabe von Streumunition. Gemeinsam mit der internationalen Kampagne CMC war HI in Genf dabei, um die Staaten an ihre Verpflichtungen zu erinnern. Erfreulicherweise sind bereits 99 Prozent der Streubomben aus Beständen der Vertragsstaaten vernichtet und auch die Räumung betroffener Gebiete macht Fortschritte - selbst wenn erste Verlängerungsanträge gestellt werden mussten. Die Räumung ist lebensnotwendig, da Streubomben durch ihre vielen Blindgänger eine tödliche und langfristige Bedrohung für die lokale Bevölkerung darstellen.  

Meilenstein für das Humanitäre Völkerrecht
© Elisa Fourt/HI
Minen und andere Waffen Öffentlichkeitsarbeit

Meilenstein für das Humanitäre Völkerrecht

Am 12. August jährt sich die Unterzeichnung der vier Genfer Abkommen von 1949 zum 70. Mal. Die Genfer Abkommen bilden das Kernstück des heutigen Humanitären Völkerrechts und schützen Menschen vor Grausamkeit und Unmenschlichkeit in Kriegssituationen.

Gneps Geschichte
© J-P. Dousset/ANGELI
Minen und andere Waffen Öffentlichkeitsarbeit

Gneps Geschichte

Gnep war neun Jahre alt, als sie beim Wasserholen auf eine Mine trat und ein Bein verlor. Drei Jahre später lernte Jean-Baptiste Richardier, Mitbegründer von Handicap International, das Mädchen kennen. Ihr Schicksal berührte ihn sehr und er suchte nach einem Weg, ihr und all den anderen Menschen, die durch eine Mine verletzt wurden und für die es sonst keine Unterstützung gab, zu helfen.

Handicap International e.V. ist anerkannter Partner von folgenden öffentlichen Institutionen:

Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ