Gehe zum Hauptinhalt

Afghanistan: Hilfe muss den Bedürfnissen der Bevölkerung entsprechen

Öffentlichkeitsarbeit
Afghanistan

Unser Appell gilt den Delegierten Afghanistans und der Hauptgeberstaaten, die sich heute in London treffen, um über die zukünftige Afghanistanhilfe zu beraten.

Die Geberstaaten müssen ihr großes Engagement auch weiterhin auf die Bedürfnisse der afghanischen Bevölkerung ausrichten. Den grundlegenden Bedürfnissen der Bevölkerung, wie dem Zugang zu Gesundheitsleistungen, muss unbedingt auch weiterhin höchste Priorität eingeräumt werden. Sollten die Geberstaaten ihr Engagement vorzeitig durch eine Kürzung der Mittel für bereits laufende Entwicklungs- und humanitäre Programme zurücknehmen, hätte das katastrophale Folgen für die afghanische Bevölkerung und der gesamte bisher erzielte Fortschritt könnte zunichte gemacht werden. Die besonders schutzbedürftigen Bevölkerungsgruppen wie Menschen mit Behinderung, Frauen und Kinder, die Opfer von explosiven Kriegsresten und Landminen sowie die in Konfliktzonen und entlegenen Gebieten lebenden Menschen hätten am meisten darunter zu leiden.

Wirksamkeit der Hilfe

85 % des öffentlichen afghanischen Budgets kommen aus dem Ausland. Sollten die finanziellen Mittel zu schnell gekürzt werden, müsste die Bevölkerung befürchten, dass bestimmte Leistungen nicht mehr zuverlässig zur Verfügung stünden. Auch wenn kein Zweifel daran besteht, dass eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Behörden von größter Wichtigkeit zum Aufbau von Strukturen für eine Weiterentwicklung des Landes ist, drängt Handicap International die Geberstaaten dennoch dazu, die Pluralität und Flexibilität der Mechanismen aufrechtzuerhalten, mit denen die Arbeit von nichtstaatlichen Organisationen finanziert werden, da diese aktuell die bestehenden Lücken im Leistungsangebot füllen. Die unabhängige, neutrale und unteilbare Humanitäre Hilfe für Millionen Menschen muss gewährleistet bleiben.

Gesundheitsdienstleistungen, insbesondere Rehabilitation

Es wird regelmäßig über Schwierigkeiten beim Zugang der afghanischen Bevölkerung zu qualitativ hochwertigen Gesundheitsdienstleistungen berichtet. Die Bevölkerung ist auch durch die allgemein schlechte Sicherheitslage gefährdet, die den Bedarf zwar ansteigen lässt, aber gleichzeitig den Zugang zu Leistungen erschwert. Dies gilt insbesondere für spezielle Gesundheitsleistungen wie physikalische Rehabilitation. Gerade in Konfliktsituationen benötigen die vielen durch Waffengewalt verletzten Zivilistinnen und Zivilisten gute Rehabilitationsleistungen. Nur mit der richtigen Behandlung können ihre Wunden richtig heilen und die Menschen ihre volle Mobilität wieder erlangen. Diese Leistungen bieten in Afghanistan fast ausschließlich nichtstaatliche Organisationen und das ICRC  an. Sie erhalten dafür internationale Finanzierung und betreiben die meisten Rehabilitationseinrichtungen im Land. Diese Dienstleistungen sind jedoch bei weitem nicht überall verfügbar, insbesondere nicht auf Bezirksebene, in ländlichen und unsicheren Gebieten. In 12 von 34 Provinzen gibt es überhaupt keine Zentren für orthopädische Versorgung oder physiotherapeutische Einrichtungen.  

Handicap International ruft die internationale Gemeinschaft deshalb dazu auf, sicherzustellen, dass die Gesundheitsleistungen auch Versorgung für besonders ausgegrenzte und schutzbedürftige Bevölkerungsgruppen umfassen und für Menschen aus abgelegenen und ländlichen Gegenden sowie in Konfliktgebieten verfügbar sind. 

#?DontForgetAfghanistan? - Vergesst Afghanistan nicht!
Die Opfer von Landminen und explosiven Kriegsresten und auch alle anderen Menschen mit Behinderung brauchen dringend einen besseren Zugang zu Hilfsdiensten in Afghanistan.

Wie geht es den Menschen in Afghanistan, wie erleben sie ihren Alltag in einem von Gewalt gebeutelten Land? Lasst die Menschen aus Afghanistan diese Fragen einfach selbst beantworten - in diesem beeindruckenden Video.

 

4 Dezember 2014
Weltweites Engagement:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

Überlebensgroße Opfer-Porträts auf Berliner Gendarmenmarkt mahnen zu Kampf gegen Bomben auf Zivilbevölkerung
© Marlene Gawrisch
Minen, Streubomben und andere Waffen Öffentlichkeitsarbeit Politische Kampagnenarbeit

Überlebensgroße Opfer-Porträts auf Berliner Gendarmenmarkt mahnen zu Kampf gegen Bomben auf Zivilbevölkerung

Die Porträt-Kunst-Aktion „90 Schicksalsschläge“ hat am Freitag, 5. Oktober in Berlin auf die Opfer der Bombardierungen von Wohngebieten aufmerksam gemacht. Die eindrücklichen Gesichter luden zum Betrachten ein, berührten die Passanten und gaben ein starkes Statement gegen die Bombardierung von Wohngebieten ab. Der Platz in der historischen Mitte Berlins verwandelte sich in eine Porträtgalerie von rund 110 Quadratmetern.

Inklusiver Tanzworkshop in München
© HI
Inklusion Öffentlichkeitsarbeit

Inklusiver Tanzworkshop in München

Am vergangenen Samstag fand ein inklusiver Tanzworkshop unseres Projekts ComIn in München statt. Bea Carolina Remark, Leiterin des Workshops und ausgebildete Tanzpädagogin, ist selbst seit ihrer Geburt spastisch gelähmt. Sie arbeitet seit Jahren mit Choreografen, Tanzschaffenden, Therapeuten und Universitäten im In- und Ausland zusammen.

Human Rights Film Festival in Berlin Öffentlichkeitsarbeit

Human Rights Film Festival in Berlin

Ulrike Last, Fachberaterin für inklusive Entwicklung, im Gespräch mit Veranstaltern und Publikum auf dem Human Rights Film Festival Berlin anlässlich des Films „Muhi“. Es gab eine lebhafte Diskussion zu den Herausforderungen, denen Kinder mit Behinderung und medizinischem Behandlungsbedarf in Gaza ausgesetzt sind. Diesen begegnen sie trotz aller Widrigkeiten mit menschlicher Größe und Humor. Das Festival fand vom 20. bis 26. September 2018 in Berlin statt.