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Co-Preisträger Friedensnobelpreis

Afghanistan

Afghanistan steht im Kampf gegen Gewalt vor zahlreichen politischen Herausforderungen. Es bleibt eines der am stärksten mit explosiven Kriegsresten verseuchten Länder der Welt. Im Jahr 2019 wurden die meisten neuen Opfer von Landminen und explosiven Kriegsresten in Afghanistan verzeichnet (1.538).

Das Rehabilitationszentrum in Kandahar.

Das Rehabilitationszentrum in Kandahar. | © Jaweed Tanveer / HI

Laufende Aktivitäten

Seit 1987 ist Handicap International (HI) in Afghanistan aktiv. 1996 baute HI in Kandahar ein Rehabilitationszentrum für Menschen mit Behinderung - einschließlich Landminenopfer. Das Zentrum bietet zum einen physiotherapeutische Leistungen, zum anderen gibt es dort eine Werkstatt zur Herstellung von Prothesen und Orthesen. Außerdem werden Mobilitätshilfen (Krücken, Rollstühle, etc.) verteilt. Durch ein von HI trainiertes Freiwilligennetzwerk werden pflegebedürftige Landminenopfer und Menschen mit Behinderung an das Zentrum verwiesen.

HI setzt sich für die Rechte von Überlebenden von Landminen und anderen Menschen mit Behinderung ein. Den afghanischen Behörden und anderen wichtigen Akteur*innen bietet HI technische Unterstützung an, um zur Integration dieser Menschen in die Gesellschaft beizutragen und ihren Zugang zu medizinischen und anderen grundlegenden Dienstleistungen zu verbessern. 
Die Teams von HI unterstützen Einrichtungen des Gesundheitsministeriums in ländlichen Gemeinden in den Provinzen Herat und Kandahar. Das Personal wurde geschult, um Kampagnen zur Aufklärung über die Gefahr explosiver Kriegsreste zu entwickeln sowie Reha-Maßnahmen bereitzustellen

Im Laufe der Jahre hat HI die Bereitstellung der Dienstleistungen verbessert und Kapazitäten für lokale Akteuere geschaffen. Unterstützt durch die afghanische Regierung werden nun auch Schulungen, gemäß internationalen Standards, für Physiotherapeut*innen und Orthopädietechniker*innen initiiert.

Zuletzt hat HI als Reaktion auf die jüngsten Konflikte Aktivitäten zur psychosozialen Unterstützung (PSS) und grundlegende Rehabilitationsmaßnahmen durchgeführt. In Zusammenarbeit mit den lokalen Gemeinden bietet HI PSS und Notfallreha auch Zuhause an.

Neues aus den Projekten

Schulbildung für Mahnaz und Safa
© O. Zerah / HI
Rehabilitation und Orthopädie Vorsorge und Gesundheit

Schulbildung für Mahnaz und Safa

Für Mahnaz und Safa aus Herat in Afghanistan ist es der größte Traum, wieder zur Schule gehen zu können. Dass sie überhaupt wieder die Möglichkeit dazu haben und mehr am Leben teilhaben können, verdanken sie Handicap International (HI).

„Dank meiner Prothese kann ich alles machen, was ich will!"
Jaweed Tanveer / HI
Inklusion Rehabilitation und Orthopädie

„Dank meiner Prothese kann ich alles machen, was ich will!"

Als Ali in der Nähe seines Dorfes seine Ziegen weiden ließ, trat er auf einen Sprengsatz. Sein Bein wurde bei der Explosion schwer verletzt. Es musste unterhalb des Knies amputiert werden. Schon zwei Monate später bekam Ali eine Prothese von HI und lernte wieder zu laufen. Nun kann er endlich wieder so leben wie vor seinem Unfall.

Landminen Monitor 2017: Erneut Anstieg der Opferzahlen
(c) Jules Tusseau/HI
Minen und andere Waffen Politische Kampagnenarbeit

Landminen Monitor 2017: Erneut Anstieg der Opferzahlen

Der am 14.12. von der ICBL in Genf vorgestellte Landminen Monitor 2017 zeigt im dritten Jahr in Folge einen dramatischen Anstieg der Opferzahlen durch Minen und explosive Kriegsreste. Mindestens 8.605 Menschen wurden durch diese Waffen im Jahr 2016 getötet oder verletzt. 2013 waren es noch 3.450 Menschen. Der massive Anstieg seither ist vor allem auf die hohen Opferzahlen in den Konfliktgebieten in Afghanistan, dem Jemen, Libyen und der Ukraine zurückzuführen. Handicap International ruft die Staaten auf, das internationale humanitäre Recht durchzusetzen und Druck auf alle Konfliktparteien auszuüben, um dem Einsatz dieser barbarischen Waffen ein Ende zu setzen. Dies geschieht im Vorfeld des Treffens der Vertragsstaaten des Ottawa-Vertrags zum Verbot von Anti-Personen-Minen, das vom 18. bis zum 21. Dezember in Wien stattfindet.

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Hintergrund

Karte des HI-Einsatzes in Afghanistan

Im Jahr 2018 ordnete US-Präsident Trump den Abzug von 7.000 amerikanischen Truppen aus dem Land an. Nach 18-monatigen Gesprächen unterzeichneten die Vereinigten Staaten und die Taliban schließlich am 29. Februar 2020 in Doha, Katar, ein Friedensabkommen. 

Trotz des umfangreichen Engagements der internationalen Gemeinschaft ist Afghanistan eines der ärmsten Länder der Welt. Krieg, Unsicherheit durch tägliche Gewalttaten und Dürre haben mehr als 2,3 Millionen der afghanischen Bevölkerung ins Exil getrieben. Das Büro der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) schätzt, dass im Jahr 2019 über 360.000 Menschen durch den Afghanistan-Konflikt innerhalb des Landes vertrieben wurden. Kinder machen über 60% der Binnenflüchtlinge aus.

Anzahl der HI-Mitarbeiter*innen: 253
Eröffnungsdatum des Programms: 1987
 

Weltweites Engagement: