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Afghanistan - Das Erdbeben hat alles noch viel schlimmer gemacht

Nothilfe
Afghanistan

Bereits vor den schweren Erdbeben in der Provinz Herat im Oktober war die Situation für die Menschen dort schlimm. Doch nach den starken Erschütterungen sind die Lebensumstände dort katastrophal. Viele Menschen sind obdachlos, verletzt und traumatisiert. Das mobile Einsatzteam von HI hilft, wo es kann. Der verletzte Ainuddin und der Familienvater Noor Mohammad berichten von ihrer schwierigen Lage:

Kinder von Noor Mohammad beim Spielen im Zelt.

Kinder von Noor Mohammad beim Spielen im Zelt. Drei von seinen insgesamt 7 Kindern haben eine Behinderung. | © HI

„In meinen 42 Lebensjahren habe ich noch nie ein so verheerendes Erdbeben erlebt. Wir leben derzeit in Zelten. Diese sind jedoch nicht dafür geeignet, dass wir längerfristig darin wohnen können. Starke Winde machen sie immer wieder kaputt, und wir mussten sie schon mehrmals reparieren“, erzählt Ainuddin verzweifelt. 


Sieben Mitglieder seiner Familie hat er durch die starken Erdbeben verloren. Darunter seine Schwester, seinen Schwager und seine Schwiegereltern. Ainuddins Leben fühlt sich für ihn gerade sinnlos an: Er hat nicht genug zu essen, kein Geld, kein Brennholz, kein Zuhause, außer seinem wackligen Zelt und keine anderen Einnahmequellen. Es sind harte Bedingungen.

„In dieser schwierigen Situation kam uns das mobile Team von Handicap International zu Hilfe. Sie versorgten mich mit Physiotherapie für mein verletztes Bein. Das HI-Team gab mir auch ein Toilettenset und Stützen, die mir den Alltag erleichtern. So kann ich mich zwischen den Zelten bewegen und mich allein waschen“, berichtet er. 
 

Auch Noor Mohammad und seine Familie wurden durch die Katstrophe schwer getroffen: 


„Wir sind so erschöpft von all den Herausforderungen, die das Leben an uns stellt“, sagt Noor Mohammad. „Das Erdbeben hat unser Leben noch mehr zerstört, ich habe meinen Job verloren, wir haben kaum genug zu essen und ich weiß einfach nicht, wie ich für meine Kinder sorgen soll“, erzählt Noor verzweifelt. Zumindest konnten HI-Teams der verletzten Tochter direkt nach dem Beben schnell helfen.

Herabfallende Trümmer hatten die Hand der zehnjährigen Tochter zerquetscht. Der Vater brachte das Mädchen sofort ins Reha-Zentrum von HI, wo sie versorgt wurde und seitdem regelmäßig mit Physiotherapie behandelt wird. Die Familie lebt seit dem ersten schweren Beben am 7. Oktober in einem Zelt, da ihr prekäre Unterkunft aus Lehm schwer beschädigt und einsturzgefährdet ist. 

„Eine schlimme Dürre hat uns vor einigen Jahren aus der Provinz Badghis vertrieben. Seitdem leben wir hier als Binnenvertriebene. Jetzt hat das Erdbeben unser Leben noch weiter durcheinandergebracht. Ich habe drei Kinder mit Behinderung, es gibt noch nicht mal Gelegenheitsjobs und wir können nicht zurück in unser Zimmer. Ich habe einfach keine Ahnung, wie es weitergehen soll“, so der 47-jährige. 
 

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