Gehe zum Hauptinhalt

Co-Preisträger Friedensnobelpreis 1997

 

Arms Trade Treaty (ATT) muss in Kraft treten!

Minen und andere Waffen Öffentlichkeitsarbeit
Libyen

Handicap International fordert alle Staaten auf, das Abkommen so schnell wie möglich zu ratifizieren, damit Zivilisten geschützt werden können.

Das Abkommen, das den internationalen Handel mit konventionellen Waffen regeln soll, wurde am 2. April 2013 verabschiedet, 154 Staaten stimmten bei der UNO-Generalversammlung dafür. Die Regelungen des Abkommens verbieten es den teilnehmenden Staaten, konventionelle Waffen an andere Länder zu liefern, wenn die Gefahr besteht, dass diese für Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit oder Kriegsverbrechen benutzt werden. Handicap International begrüßt diese internationale Initiative und fordert alle Staaten auf, das Abkommen so schnell wie möglich zu ratifizieren, damit es in Kraft treten und – wenn es umgesetzt wird – Zivilisten geschützt werden können.

Vor einem Jahr stimmten 154 Staaten, darunter große Waffen-Exporteure wie die Vereinigten Staaten, Deutschland, Frankreich und Großbritannien für das Abkommen – die erste internationale Regelung zum Waffenhandel. Das Abkommen verlangt von sämtlichen Regierungen, vor dem Export von Waffen, Munition oder Komponenten zu prüfen, ob ein Risiko besteht, dass diese benutzt werden, um (schwere) Verletzungen von Humanitärem Völkerrecht oder Menschenrechten zu begehen oder zu begünstigen. Wenn es nicht möglich ist, diese Risiken zu minimieren und wenn die Risiken negativer Konsequenzen zu hoch sind, dann sollten die geplanten Exporte „nicht autorisiert“ werden.

Insgesamt haben 116 Staaten das Abkommen unterzeichnet, doch 13 Staaten haben es erst ratifiziert [1]. Fünfzig Länder müssen das Abkommen ratifizieren, damit es in Kraft tritt und eine bindende Wirkung entfaltet. An diesem sehr symbolischen Datum werden einige Mitglieder der Europäischen Union [2] gemeinsam mit den Ratifizierungsverfahren beginnen. Handicap International gratuliert diesen Ländern zu diesem Schritt – und fordert nun weitere Unterzeichner-Länder auf, so schnell wie möglich ihre Unterstützung des Abkommens zu bekräftigen.

Aufgrund der negativen Folgen des Handels mit konventionellen Waffen werden Jahr für Jahr Tausende von Menschen aus der zivilen Bevölkerung getötet, viele mehr werden verletzt, vergewaltigt oder gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Laut der „Geneva Declaration“ sterben jedes Jahr 740.000 Männer, Frauen und Kinder an den Folgen bewaffneter Gewalt. Der Großteil dieser Todesfälle – 500.000 – tritt dabei in Ländern auf, die nicht bzw. nicht mehr von bewaffneten Konflikten betroffen sind [3]. Von den weltweit existierenden 875 Millionen Kleinwaffen und Kleinkaliberwaffen – Revolver und Gewehre – sind 75% im Besitz von ziviler Bevölkerung [4]. Mangelhafte Grenzkontrollen zwischen bestimmten Ländern, insbesondere in Afrika, und der nicht regulierte und illegale Handel mit Waffen haben dramatische Konsequenzen. Dies ist zum Beispiel in Libyen der Fall, wo Handicap International seit fast drei Jahren daran arbeitet, die Anzahl von Unfällen zu reduzieren.

Nach dem Fall des Gaddafi-Regimes im Oktober 2011 wurden Waffenlager geplündert, und Millionen von Kleinwaffen fielen in die Hände der Zivilbevölkerung. Die falsche Handhabung dieser Waffen durch unerfahrene Nutzer hat zu einem dramatischen Anstieg von Unfällen geführt, der leicht hätte verhindert werden können. Allein 2012 wurden in Tripolis 1.600 Opfer von Kleinwaffen erfasst, von denen 75% unter 25 waren. Dies unterstreicht die dringende Notwendigkeit der Aufklärungsprogramme über die Gefahren von Kleinwaffen, wie Handicap International sie seit drei Jahren in Libyen durchführt. Es zeigt auch, wie wichtig ein Abkommen zur Eindämmung der unkontrollierten Verbreitung von Waffen sämtlicher Kaliber ist.


[1] Liste der Staaten hier abrufbar: http://www.un.org/disarmament/ATT/
[2] Bulgarien, Kroatien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Deutschland, Ungarn, Irland, Italien, Litauen, Malta, Slowakische Republik, Slowenien und Spanien
[3] http://www.un.org/disarmament/ATT/
[4] IANSA, “Gun Violence: The Global Crisis” - http://www.iansa.org

1 April 2014
Weltweites Engagement:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

Streubomben: Die tödliche Gefahr im Fokus
© Nicolas Axelrod/HI
Minen und andere Waffen Öffentlichkeitsarbeit

Streubomben: Die tödliche Gefahr im Fokus

München, 28. August 2019. Der am 29. August veröffentlichte Streubomben Monitor 2019 zeigt, dass es weiterhin weltweit Opfer durch Streubomben gibt. In Syrien wurden erneut Angriffe mit diesen menschenverachtenden Waffen verzeichnet. In insgesamt acht Ländern und einem Gebiet wurden Menschen durch explosive Reste getötet oder verletzt. 99 Prozent der Opfer stammten aus der Zivilbevölkerung. Vom 2. bis 4. September fand in Genf die Konferenz der Mitgliedsstaaten des Oslo-Vertrags statt. Dieser Vertrag verbietet den Mitgliedsstaaten den Einsatz, die Herstellung, die Lagerung und Weitergabe von Streumunition. Gemeinsam mit der internationalen Kampagne CMC war HI in Genf dabei, um die Staaten an ihre Verpflichtungen zu erinnern. Erfreulicherweise sind bereits 99 Prozent der Streubomben aus Beständen der Vertragsstaaten vernichtet und auch die Räumung betroffener Gebiete macht Fortschritte - selbst wenn erste Verlängerungsanträge gestellt werden mussten. Die Räumung ist lebensnotwendig, da Streubomben durch ihre vielen Blindgänger eine tödliche und langfristige Bedrohung für die lokale Bevölkerung darstellen.  

Meilenstein für das Humanitäre Völkerrecht
© Elisa Fourt/HI
Minen und andere Waffen Öffentlichkeitsarbeit

Meilenstein für das Humanitäre Völkerrecht

Am 12. August jährt sich die Unterzeichnung der vier Genfer Abkommen von 1949 zum 70. Mal. Die Genfer Abkommen bilden das Kernstück des heutigen Humanitären Völkerrechts und schützen Menschen vor Grausamkeit und Unmenschlichkeit in Kriegssituationen.

Minenräumung unter extremen Bedingungen
© Gilles Lordet / HI
Minen und andere Waffen

Minenräumung unter extremen Bedingungen

Seit November 2018 führt HI im Tschad in der Nähe von Faya-Largeau, der Hauptstadt der Provinz Borku, ein Projekt zur Räumung von explosiven Kriegsresten wie Landminen und Explosivwaffen durch. Rund 50 Entminer/-innen sind dort im Einsatz. Gilles Lordet, Kommunikationsbeauftragter für HI, hat das Team bei einem typischen Morgeneinsatz begleitet.

Handicap International e.V. ist anerkannter Partner von folgenden öffentlichen Institutionen:

Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ