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Libyen

In Libyen leistet HI medizinische Grundversorgung und Maßnahmen zur Rehabilitation für Vertriebene - besonders für Kinder und Menschen mit Behinderung. HI unterstützt auch lokale Gesundheits- und Rehabilitationszentren bei ihrer Arbeit. Handicap International hat Entminungsarbeiten durchgeführt und klärt die Bevölkerung über die Gefahren von explosiven Kriegsresten auf. 

Aufklärungsarbeit über Minengefahren

Aufklärungsarbeit über Minengefahren | © J-J. Bernard / HI

Laufende Aktivitäten

Unsere mobilen Teams machen die besonders schutzbedürftigen Menschen ausfindig, vor allem Kinder und Menschen mit Behinderung, die dringend medizinische Pflege, speziell Rehabilitation und psychosoziale Unterstützung benötigen. HI ist in Tripolis, Misrata und Benghazi vertreten. Sie werden entweder direkt von unseren Teams versorgt oder an nahegelegene Gesundheitszentren vermittelt. Wir unterstützen 11 dieser Zentren. Wir bilden Pflegepersonal aus und stellen orthopädisches Material, Mobilitätshilfen und Informationsmaterial für Fachkräfte und Patienten zur Verfügung.

Neues aus den Projekten

Libyen: Unerträgliche Zustände
© Till Mayer / HI
Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie

Libyen: Unerträgliche Zustände

Die Situation für Zivilist*innen ist in vielen Regionen lebensgefährlich und unerträglich: Tägliche Angriffe, verminte Straßen und Wohnungen, zusammengebrochenes Gesundheitssystem, traumatisierte Menschen. Die Menschen leiden unter Depressionen, der Missbrauch von Alkohol, Drogen und Medikamenten nimmt zu, die zwischenmenschliche Gewalt steigt. Viele Geflüchtete können nicht in ihre Häuser zurückkehren, da diese mit nicht explodierten Munitionsresten oder Minen verseucht sind. Eine ganze Generation ist betroffen, vor allem jüngere Menschen sehen keine Zukunft.

Landminen Monitor 2017: Erneut Anstieg der Opferzahlen
(c) Jules Tusseau/HI
Minen und andere Waffen Politische Kampagnenarbeit

Landminen Monitor 2017: Erneut Anstieg der Opferzahlen

Der am 14.12. von der ICBL in Genf vorgestellte Landminen Monitor 2017 zeigt im dritten Jahr in Folge einen dramatischen Anstieg der Opferzahlen durch Minen und explosive Kriegsreste. Mindestens 8.605 Menschen wurden durch diese Waffen im Jahr 2016 getötet oder verletzt. 2013 waren es noch 3.450 Menschen. Der massive Anstieg seither ist vor allem auf die hohen Opferzahlen in den Konfliktgebieten in Afghanistan, dem Jemen, Libyen und der Ukraine zurückzuführen. Handicap International ruft die Staaten auf, das internationale humanitäre Recht durchzusetzen und Druck auf alle Konfliktparteien auszuüben, um dem Einsatz dieser barbarischen Waffen ein Ende zu setzen. Dies geschieht im Vorfeld des Treffens der Vertragsstaaten des Ottawa-Vertrags zum Verbot von Anti-Personen-Minen, das vom 18. bis zum 21. Dezember in Wien stattfindet.

Nach 5 Jahren Krieg sind viele Kinder traumatisiert
Handicap International

Nach 5 Jahren Krieg sind viele Kinder traumatisiert

Handicap International ist seit 2011 in Libyen präsent. Wegen der äußerst instabilen politischen Lage und der Unsicherheit im Land haben wir unsere Teams seit Juli 2014 nach Tunis in Tunesien verlegt. Anne Barthès, die den Einsatz seit Februar 2016 leitet, erzählt uns von den aktuellen Projekten für vertriebene Familien und traumatisierte Kinder – fünf Jahre nach dem Fall des Regimes von Muammar al-Gaddafi.

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Hintergrund

Karte des HI-Einsatzes in Libyen

Seit dem Tod von Oberst Gaddafi im Oktober 2011 wird Libyen von gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Milizen erschüttert und Waffen werden unkontrolliert importiert. Die Bevölkerung lebt in ständiger Unsicherheit. Heute ist Libyen ein gespaltenes Land: die Gebiete sind von unzähligen bewaffneten Gruppen umkämpft und zwei Regierungen erheben Anspruch auf die Macht. Die Kämpfe in Tripolis seit Anfang des Jahres haben das Chaos verschärft.   

 

 

Bis 2011 war Libyen eine der führenden Wirtschaftskräfte in der Region, vor allem dank der großen Ölvorkommen. Dieses Land, das bisher auf Platz 64 von 188 Ländern des UN Human Development Index lag, belegt nun Platz 102. Libyens Bevölkerung zählt etwa 6,2 Millionen Menschen. Die Lebenserwartung liegt unter 72 Jahren (vor der Krise: 75 Jahre) und die Alphabetisierung des Landes liegt bei etwa 90 %.

Weltweites Engagement: