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Libyen

Die Projekte von Handicap International in Libyen dienen der Aufklärung der Zivilbevölkerung über die Gefahr durch Landminen und explosive Kriegsreste. Wir bieten außerdem medizinische Grundversorgung, sowie rehabilitative Pflege für Geflüchtete, besonders Kinder und Menschen mit Behinderung. Des Weiteren unterstützen wir lokale Gesundheits- und Rehazentren.

Handicap International - Libyen

© J-J. Bernard / Handicap International

Laufende Aktivitäten

Wir unterstützen unsere lokalen Partnerorganisationen bei der Sensibilisierung  für die Gefahr durch Landminen und explosive Kriegsreste.

Unsere mobilen Teams identifizieren die besonders schutzbedürftigen Menschen, vor allem Kinder und Menschen mit Behinderung, die dringend medizinische Pflege, speziell Rehabilitation und psychosoziale Unterstützung benötigen. Sie werden entweder direkt von unseren Teams versorgt oder an nahegelegene Gesundheitszentren vermittelt. Wir unterstützen vier dieser Zentren. Wir bilden Pflegepersonal aus und stellen orthopädisches Material, Mobilitätshilfen und Informationsmaterial für Fachkräfte und Patienten zur Verfügung.

Außerdem klären wir die Geflüchteten mit Behinderung über ihre Rechte und ihre Inklusion in die Gesellschaft auf.

Neues aus den Projekten

Landminenmonitor 2017: Erneut Anstieg der Opferzahlen
(c) Jules Tusseau/HI

Landminenmonitor 2017: Erneut Anstieg der Opferzahlen

Der am 14.12. von der ICBL in Genf vorgestellte Landminenmonitor 2017 zeigt im dritten Jahr in Folge einen dramatischen Anstieg der Opferzahlen durch Minen und explosive Kriegsreste. Mindestens 8.605 Menschen wurden durch diese Waffen im Jahr 2016 getötet oder verletzt. 2013 waren es noch 3.450 Menschen. Der massive Anstieg seither ist vor allem auf die hohen Opferzahlen in den Konfliktgebieten in Afghanistan, dem Jemen, Libyen und der Ukraine zurückzuführen. Handicap International ruft die Staaten auf, das internationale humanitäre Recht durchzusetzen und Druck auf alle Konfliktparteien auszuüben, um dem Einsatz dieser barbarischen Waffen ein Ende zu setzen. Dies geschieht im Vorfeld des Treffens der Vertragsstaaten des Ottawa-Vertrags zum Verbot von Anti-Personen-Minen, das vom 18. bis zum 21. Dezember in Wien stattfindet.

Nach 5 Jahren Krieg sind viele Kinder traumatisiert
Handicap International

Nach 5 Jahren Krieg sind viele Kinder traumatisiert

Handicap International ist seit 2011 in Libyen präsent. Wegen der äußerst instabilen politischen Lage und der Unsicherheit im Land haben wir unsere Teams seit Juli 2014 nach Tunis in Tunesien verlegt. Anne Barthès, die den Einsatz seit Februar 2016 leitet, erzählt uns von den aktuellen Projekten für vertriebene Familien und traumatisierte Kinder – fünf Jahre nach dem Fall des Regimes von Muammar al-Gaddafi.

Gesetz gegen Investitionen in Hersteller von Streumunition ist überfällig
© Till Mayer / Handicap International

Gesetz gegen Investitionen in Hersteller von Streumunition ist überfällig

Syrien, Jemen, Libyen, Laos - auch sechs Jahre nach der Oslo-Konvention leidet die Zivilbevölkerung vieler Länder nach wie vor unter den verheerenden Auswirkungen von Streumunition. Doch weltweit wird nach wie vor in Streumunition investiert - auch aus Deutschland.

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Hintergrund

Seit dem Tod von Oberst Gaddafi im Oktober 2011 wird Libyen von gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Milizen erschüttert und Waffen werden unkontrolliert importiert. Die Bevölkerung lebt in  ständiger Unsicherheit.

Die größten Herausforderungen für Libyen sind deshalb auch die Etablierung eines Friedensprozesses und das Herstellen institutioneller Stabilität.

Vor 2011 war Libyen eine der führenden Wirtschaftskräfte in der Region, vor Allem dank der großen Ölvorkommen. Das Land lag auf Platz 64 (von 187) des UN Human Development Index, doch nun ist es auf den 94. Platz abgerutscht.

Libyens Bevölkerung zählt etwa 6,2 Millionen Menschen, von denen laut UNDP (2010) 21,6 % unter der Armutsgrenze leben.

Die Lebenserwartung liegt unter 72 Jahren (vor der Krise: 75 Jahre) und die Alphabetisierung des Landes bei etwa 90 %.

Weltweites Engagement: