Gehe zum Hauptinhalt

Co-Preisträger Friedensnobelpreis 1997

 

Auch sieben Jahre nach dem Erdbeben verbessern wir die Rehabilitation in Haiti

Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie
Haiti

Am 12. Januar 2010 wird Haiti von einem Erdbeben verwüstet, das mehr als 230.000 Menschen das Leben kostet und mehr als 300.000 weitere verletzt. Gleich am Tag nach der Katastrophe nimmt Handicap International die Arbeit auf, um den Opfern zu Hilfe zu kommen. Auch sieben Jahre später sind wir noch immer vor Ort, insbesondere um die Bevölkerung Haitis mit Rehabilitationsmaßnahmen zu versorgen.

Ein Patient, der beim Erdbeben 2010 verletzt wurde, bei seiner Behandlung mit der Physiotherapeutin von Handicap International

Noch heute, sieben Jahre nach dem verheerenden Erdbeben 2010, behandeln und versorgen wir die Opfer von damals weiter. | © Benoît Almeiras/Handicap International

„Auch sieben Jahre nach dem Erdbeben erholt sich das Land nur langsam und die Bevölkerung leidet immer noch unter den Nachwirkungen des Bebens. In der Tat leben noch immer mehr als 46.000 von der Katastrophe betroffene Menschen[1] in 31 Zeltlagern oder Notunterkünften, nicht zuletzt aufgrund der politischen Instabilität. Zusätzlich hat Hurrikan Matthew, der am 4. Oktober 2016 auf Haiti traf, die ohnehin schon schutzbedürftige Bevölkerung noch weiter geschwächt."
Catherine Stubbe, Direktorin von Handicap International in Haiti.

 

Nothilfe nach dem Beben

Direkt nach der Erdbeben-Katastrophe im Jahr 2010 hat Handicap International an die 600 Helfende mobilisiert und beispiellose Maßnahmen ergriffen, um den Opfern zu helfen. Unsere Teams haben über 90.000 Menschen mit Rehabilitationsleistungen versorgt, mehr als 1.400 Verletzte mit Prothesen und Orthesen ausgestattet und mehr als 25.000 Menschen psychologisch betreut.
 

Nachhaltige Projekte

Sieben Jahre nach diesem Erdbeben helfen wir der Bevölkerung Haitis weiterhin, indem wir viele nachhaltige Projekte durchführen:

  • Angesichts fehlender lokaler Fachkräfte für Rehabilitation haben unsere Teams nach dem Erdbeben die erste Ausbildung für Orthopädietechniker und –technikerinnen gestartet. Im August 2015 haben 72 Auszubildende feierlich ihr Diplom erhalten: 22 Fachkräfte für Orthopädietechnik und 50 Rehabilitationsfachkräfte. Heute bildet Handicap International Rehabilitationsfachkräfte weiter, die bereits vorher in diesem Bereich gearbeitet haben, damit sie die den Ansprüchen des Berufs gerecht werden. Wir kümmern uns auch darum, dass Bedürftige Zugang zu hochwertigen Rehabilitationsmaßnahmen haben und unterstützen[2] bestehende Gesundheitseinrichtungen.
  • Wir verbessern die Betreuung elternloser Kinder, die in Gastfamilien oder Kinderheimen leben, vor allem indem wir das Ministerium für Arbeit und Soziales dabei begleiten, die staatlichen Maßnahmen zum Kinderschutz zu verstärken.  
  • Wir begleiten mehr als 200 Menschen, insbesondere Menschen mit Behinderung, damit sie eine berufliche Tätigkeit aufnehmen, ihren Lebensunterhalt verdienen und ihre Familie ernähren können.  
  • Wir arbeiten außerdem mit den lokalen Trägern für wirtschaftliche Entwicklung[3] zusammen, damit sie auch Menschen mit Behinderung in ihre Projekte mit einbeziehen.   
  • Schließlich sensibilisiert Handicap International die Bevölkerung für Gefahren im Straßenverkehr und bildet auch einige Busfahrer in öffentlichen Verkehrsmitteln zum Thema Sicherheit aus.

 

Hurrikan Matthew: Erneuter Nothilfeeinsatz

Parallel zu unseren langfristig angelegten Entwicklungsprojekten mobilisieren wir unsere Teams auch in Notfällen. So kamen wir im Oktober 2016 den Opfern des Hurrikans Matthew zu Hilfe, der am 4. Oktober Haiti getroffen und mehr als zwei Millionen Menschen in Mitleidenschaft gezogen hat. Wir führten Rehabilitationsmaßnahmen durch, verteilten Rollstühle, Gehhilfen und Krücken und organisierten die Verteilung von Notfallsets (mit Werkzeugkästen, Seilen, Planen), Hygienesets und unerlässlichen Haushaltsartikeln. Wir haben ebenfalls eine Logistikplattform aufgebaut, um die humanitären Hilfsgüter auf dem See- oder Landweg zu den Menschen zu befördern, die in schwer zugänglichen Gebieten leben. Schließlich haben unsere Expertenteams die am meisten schutzbedürftigen Menschen herausgefiltert – isoliert lebende Familien, schwangere Frauen, ältere Menschen oder Menschen mit Behinderung. So können wir die anderen Hilfsorganisationen darin beraten, wie sie diesen Menschen besser den Zugang zu ihren humanitären Versorgungsangeboten (Gesundheitsbehandlung, Bildung, Rehabilitation etc.) ermöglichen können.

 

Überblick: Unsere Maßnahmen nach dem Erdbeben 

Handicap International war bereits vor dem Erdbeben vor Ort, hat 90.000 Menschen mit Rehabilitationsmaßnahmen versorgt, mehr als 1.400 Verletzte mit Prothesen und Orthesen ausgestattet und mehr als 5.000 Rollstühle, Krücken und Gehhilfen an Menschen mit Behinderung verteilt, die vom Erdbeben betroffen waren. Außerdem haben unsere Teams 25.000 Menschen psychologisch betreut. Unsere Teams haben weiterhin 1.000 Notunterkünfte für sehr schutzbedürftige Familien gebaut und den von der Katastrophe betroffenen Menschen mehr als 20.000 Tonnen Hilfsgüter zur Verfügung gestellt.

 

[1] Laut Umsiedlungsstatistik von Haiti (Inter-Agency Standing Committee)

[2] Nachhaltige Unterstützung (strukturell und technisch) zur Entwicklung und Stärkung der Kapazitäten von bereits existierenden Einrichtungen, ihrer Qualität ihrer Rehabilitationsmaßnahmen in fünf Bezirkskrankenhäusern sowie in drei Reha-Zentren.

[3] Eine Bürgerinitiative, die die Teilnehmer von Mikro-Projekten persönlich begleitet, ein Zentrum für berufliche Bildung, eine Initiative zur Vergabe von Kleinkrediten und ein öffentlicher Markt.

11 Januar 2017
Weltweites Engagement:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

Humanitärer Kongress Berlin am 17. und 18. Oktober 2019:  Klimakrise verstärkt Barrieren für Menschen mit Behinderung / Umdenken bei humanitären Helfern notwendig
© C.Briade/HI
Inklusion Nothilfe

Humanitärer Kongress Berlin am 17. und 18. Oktober 2019: Klimakrise verstärkt Barrieren für Menschen mit Behinderung / Umdenken bei humanitären Helfern notwendig

Auf dem Humanitären Kongress in Berlin diskutieren Expert/-innen über die humanitären Herausforderungen der Klimakrise. Der Klimawandel verstärkt die Anzahl der Katastrophen und Konflikte weltweit. Für Menschen mit Behinderung sind die Barrieren nach Naturkatastrophen oder in Konfliktregionen besonders hoch und oftmals werden sie in der humanitären Hilfe übersehen. Handicap International fordert mehr Teilhabe für die, die am meisten Schutz benötigen. Humanitäre Helfer müssen im Notfall inklusiv denken und diejenigen erreichen, die sie am dringendsten benötigen.

Vor der nächsten Katastrophe: Stärkung und Vorbereitung für die Schutzbedürftigsten
©CARE, 2017
Nothilfe

Vor der nächsten Katastrophe: Stärkung und Vorbereitung für die Schutzbedürftigsten

Naturkatastrophen passieren immer wieder und sind selten vorhersehbar. Deshalb hilft HI in 16 besonders gefährdeten Ländern, um die Menschen besser darauf vorzubereiten und beispielsweise die Häuser widerstandsfähiger zu machen. Im Fokus unserer Unterstützung: Hilfe für Menschen mit Behinderung, ältere Personen und Kinder. In einem unserer Projekte fördern wir nachhaltige Baumethoden, die starken Stürmen standhalten können.

HI hilft den Geflüchteten aus Venezuela
© HI
Nothilfe

HI hilft den Geflüchteten aus Venezuela

Kolumbien hat über eine Million Venezolaner und Venezolanerinnen aufgenommen, die aus ihrem Land geflüchtet sind. HI leistet dort Nothilfe für diese schutzbedürftigen Menschen. Seit 2013 herrscht in Venezuela eine schwere ökonomische, politische und soziale Krise. Der Zugang der Bevölkerung zur Gesundheitsversorgung, zu Lebensmitteln und sanitären Einrichtungen ist erheblich zurückgegangen. Die humanitären Bedürfnisse sind beträchtlich. Mindestens 3,4 Millionen Venezolaner sind aus ihrem Land geflohen, davon 2,7 Millionen in die Länder Lateinamerikas und der Karibik. Über eine Million von ihnen haben Zuflucht im Nachbarland Kolumbien gefunden.
 

Handicap International e.V. ist anerkannter Partner von folgenden öffentlichen Institutionen:

Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ