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Haiti

Seit 2008 arbeitet HI in Haiti. Als Hurrikan Matthew am 4. Oktober 2016 das Land verwüstete, waren mehr als zwei Millionen Menschen davon betroffen. HI initiierte Notfallmaßnahmen für die Opfer dieser Naturkatastrophe. Auch als am 12. Januar 2010 ein Erdbeben weite Teile Haitis zerstörte, mehr als 230.000 Menschen starben und mehr als 300.000 verletzt wurden, half HI. 

Fymee und Moise verloren beide Beine im Erdbeben 2010, HI Haiti

Fymee und Moise verloren beide Beine im Erdbeben 2010, HI Haiti | © William Daniels / HI

Laufende Aktivitäten

Vor dem Erdbeben gab es in Haiti nur 13 examinierte Fachkräfte für Physiotherapie. Die Förderung der Rehabilitationsberufe und die Ausbildung der Pflegekräfte für Rehabilitation sind deshalb zwei der Schwerpunkte unserer Arbeit vor Ort. Wir ergänzen außerdem die Ausbildung anderer Fachkräfte für Reha-Technik, die nicht am offiziellen Ausbildungsgang teilgenommen haben. Darüber hinaus fördern wir den Zugang zu qualifizierten Rehabilitationsdiensten und leisten einen – vor allem organisatorischen und technischen – Beitrag zur Verbesserung den Gesundheitsstrukturen.

Einige unserer Projekte helfen besonders schutzbedürftigen Menschen, vor allem Menschen mit Behinderung, sich auf Naturkatastrophen vorzubereiten und sich vor ihnen zu schützen. Unsere Teams sensibilisieren und trainieren dazu vor allem die Verantwortlichen – Behörden, Sicherheitsdienste, Projektpartnerinnen und Projektpartner - damit sie die besonders schutzbedürftigen Menschen in ihre Maßnahmen einbeziehen.

Außerdem fördert HI die Inklusion von Menschen mit Behinderung in die Arbeitswelt. Zum einen durch Trainingszentren und zum anderen klärt HI Arbeitgeber über das Potential von Menschen mit Behinderung auf. 

Um die Sicherheit im Straßenverkehr in Haiti zu erhöhen, sensibilisieren wir die Bevölkerung für die Gefahren des Straßenverkehrs und fördern den Zugang von Menschen mit Behinderung zu den öffentlichen Verkehrsmitteln und inklusiven Fahrgemeinschaften

Am 4. Oktober 2016 verwüstete ein Hurrikan das Land. Über 2 Millionen Menschen waren von der Katastrophe betroffen. Wir sendeten zwei Teams nach Les Cayes, um die Lage vor Ort zu evaluieren, den Zustand der Krankenhäuser und Rehabilitationszentren zu bewerten und Rollstühle, Krücken und weitere Gehhilfen  zu liefern. Außerdem bieten die Teams bis heute Rehabilitationsmaßnahmen und psychologische Unterstützung für die Betroffenen an. Wir organisierten die Verteilung von 1.000 Notfallkits (Diese beinhalten unter Anderem einen Werkzeugsatz, Seile und Planen), um den Menschen Schutz und eine angemessene Lebensgrundlage zu bieten. Des Weiteren verteilten die Teams Hygiene-Kits und wichtige Haushaltsgegenstände, um die Ausbreitung von Epidemien zu begrenzen. In den Städten Les Cayes und Jérémie wurden Logistikplattformen eingerichtet, in denen die Lieferungen humanitärer Hilfe an die Menschen in schwer zugänglichen Gebieten über den Land- oder Seeweg vereinbart und verwaltet werden. Schließlich beraten die Teams andere humanitäre Akteure vor Ort und sorgen dafür, dass diese auch die am stärksten gefährdeten Menschen (Familienvorstände, ältere Menschen und Menschen mit Behinderung) berücksichtigen und diesen ebenfalls die Möglichkeit geben, von den Leistungen zu profitieren.

Auch im Zuge des Erdbebens vom 12. Januar 2010, bei dem mehr als 230.000 Menschen ihr Leben verloren, waren unsere Teams bereits im Einsatz. Dieser zeigte signifikante Ergebnisse: mehr als 90.000 Menschen wurden rehabilitativ behandelt, mehr als 1.400 Helfende wurden vernetzt und 5.600 Mobilitätshilfen wurden an Verletzte und Menschen mit Behinderung verteilt.

Neues aus den Projekten

13. Oktober: Internationaler Tag der Katastrophenvorsorge
© P. Lavirotte/HI
Nothilfe Vorsorge und Gesundheit

13. Oktober: Internationaler Tag der Katastrophenvorsorge

In vielen Ländern kommt es immer wieder zu Klimakatastrophen. Erdbeben, Tsunamis, Wirbelstürme oder Dürren fordern Tote und Verletzte und vernichten oftmals die Existenzgrundlage. Naturereignisse werden meist nicht rechtzeitig erkannt, Warnungen zu spät ausgesprochen. Spezielle Vorsorgeprogramme können aber dabei helfen, dass sich die Bewohner besser auf drohende Naturkatastrophen vorbereiten. Katastrophenvorsorge ist ein wichtiger Teil der humanitären Hilfe.

Acht Jahre nach dem Erdbeben in Haiti: Moïse spielt wieder Fußball!
© Fred Mogin / HI
Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie

Acht Jahre nach dem Erdbeben in Haiti: Moïse spielt wieder Fußball!

Am 12. Januar 2010 wurde Haiti von einem Erdbeben getroffen. Mehr als 200.000 Menschen wurden getötet und viele verletzt. Moïse, damals vier Jahre alt, hat sein linkes Bein verloren. Dank der Unterstützung von Handicap International (HI) hat er eine Prothese und Reha-Maßnahmen erhalten.

Mithilfe der Unterstützung von HI während der letzten acht Jahre ist Moise heute nicht mehr zu stoppen!

Wirbelsturmsaison: erneute Gefahr für Haiti
Handicap International
Nothilfe

Wirbelsturmsaison: erneute Gefahr für Haiti

Am 4. Oktober 2017 ist es genau ein Jahr her, seit Hurrikan Matthew das südliche Haiti verwüstete. Mit einer Geschwindigkeit von 220 km/h verursachte der Wirbelsturm schwere Überschwemmungen und hinterließ 603 Tote. In vielen Gegenden verloren Menschen ihr Zuhause, ihr Vieh und ihre Lebensexistenz. Auch die Infrastruktur wurde schwer beschädigt. Handicap International (HI) hilft der Bevölkerung Haitis, die nahende Sturmsaison 2017 besser zu bewältigen.

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Hintergrund

Karte des HI-Einsatzes in Haiti

Mehr als 2 Millionen Menschen sind von Hurrikan Matthew, der Haiti am 4. Oktober 2016 verwüstete, betroffen.

Mehr als 2 Millionen Menschen sind von dem Hurrikan betroffen und mehr als 1,4 Millionen sind auf sofortige humanitäre Hilfe angewiesen. Viele Straßen und Brücken sind beschädigt oder zerstört und nicht mehr befahrbar. Das erschwert die Lieferung von Hilfsgütern und den Zugang zu Menschen, die dringend Unterstützung benötigen.

Das Land gehört zu den ärmsten der Welt und leidet unter chronischer politischer Instabilität. Die Bedürfnisse variieren – je nach Zonen und Bevölkerungsgruppen – erheblich. In der Hauptstadt Port-au-Prince sind sie angesichts der sozioökonomischen Situation immens: die Arbeitslosigkeit, die vor allem die Jugend betrifft, die Inflation der Preise für die Grundbedürfnisse, die allgemeine Unsicherheit, fehlender Zugang zu Trinkwasser, zu Bildung und Gesundheitsdiensten. In den ländlichen Gebieten ist der Mangel an Dienstleistungen (Schulen, Gesundheitsdienste) beträchtlich, und die Bevölkerung ist angesichts der Naturkatastrophen (Wirbelstürme, Überschwemmungen, Dürre) sehr gefährdet. In diesem Kontext allgemeiner Armut ist die Situation der Menschen mit Behinderung noch alarmierender und ihre grundlegendsten Bedürfnisse – Nahrung, Wohnung, Gesundheitsdienste, Zugang zu Hilfsmitteln, Sicherheit – sind oftmals nicht gedeckt.

Weltweites Engagement: