Gehe zum Hauptinhalt

Barrierefreie Schutzräume für den Katastrophenfall

Nothilfe Rechte von Menschen mit Behinderung
Haiti

Handicap International unterstützt hunderte besonders schutzbedürftige Familien, sich auf die Hurrikansaison und andere Katastrophen vorbereiten. Eines unserer Teams kümmert sich um den barrierefreien Umbau von Gebäuden, die als Schutzräume dienen.

Aurelie sitzt auf einer Steinmauer im Schulhof, hinter ihr sieht man einige Schüler.

Aurélie vor der Schule, die gerade umgebaut wird. | © A. Richard / Handicap International

Aurélie arbeitet als Architektin für Handicap International. An diesem Morgen inspiziert sie zwei Baustellen im Südosten Haitis. In einer Oberschule des am Meer gelegenen Ortes Cayes-Jacmel und in einer Schule in einem abgelegenen Dorf trifft sie Handwerker, die den Umbau durchführen.

„Wir können nicht immer alle Klassenräume barrierefrei gestalten. Aber wir können dafür sorgen, dass Menschen mit eingeschränkter Mobilität leicht in die Gebäude hinein kommen und eine Vielzahl von Räumlichkeiten erreichen können. Im Gymnasium wurde nach den Evakuierungsplänen für den Zivilschutz die Eingänge erneuert und eine Rampe gebaut. Vorher war der Zugang schwierig. Außerdem wurden barrierefreie Sanitäreinrichtungen geschaffen.“

In diesem sehr ländlichen Gegend Haitis finden sich eher selten stabile Unterkünfte, die den Böen eines Wirbelsturms standhalten können. Wenn die Behörden einen Alarm auslösen, begeben sich die Familien daher zu vorher festgelegten Gebäuden, die ausreichend stabil und groß sind, um mehrere Hundert Menschen aufzunehmen. „ Die Umbaumaßnahmen sollen den Zugang du diesen Unterkünften erleichtern. Stellen Sie sich die Situation von Menschen mit Behinderung vor, von Älteren und Kranken, wenn ein heftiger Wirbelsturm angekündigt wird und sie schnell Schutz suchen sollen. In Haiti sind Rettungsdienste selten. Sie können nicht kommen und sie abholen und an einen sicheren Ort bringen, wie es in Ländern mit besserer Infrastruktur klappt. Die Menschen sind hier auf die Hilfe der Gemeinschaft angewiesen. Barrierefreie Zugänge ersparen behinderten und älteren Menschen zusätzliche Erschwernisse und stärken die Sicherheit der Unterkünfte für alle. Wir sind außerdem vor Ort, um die Menschen dafür zu sensibilisieren, dass sie auch an die Schwachen denken und sie einbeziehen. Unsere Arbeiten verbessern außerdem den Alltag der Schulkinder, die von den Zugangsrampen und Wegen profitieren und fördern die Orientierung hin zu einer umfassenden Inklusion von Kindern mit Behinderung in den Regelschulen“, fügt Aurélie hinzu.

Das Projekt wird abgerundet durch den Bau eines speziellen Depots für Nothilfe-Ausrüstungen, die an die aufgenommenen Familien ausgegeben werden sollen. Ein Team von Handicap International kümmert sich außerdem um Sensibilisierungsschulungen, in denen zum einen die Nützlichkeit von Barrierefreiheit erläutert wird und die zum anderen Informationen dazu vermitteln, wie man sich im Notfall verhält und wie wichtig es ist, schwächere Personen dabei zu berücksichtigen.

12 Januar 2015.

Weltweites Engagement:
HELFEN
Sie mit

Lesen sie weiter

Acht Jahre nach dem Erdbeben in Haiti: Moïse spielt wieder Fußball!
© Fred Mogin / HI
Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie

Acht Jahre nach dem Erdbeben in Haiti: Moïse spielt wieder Fußball!

Am 12. Januar 2010 wurde Haiti von einem Erdbeben getroffen. Mehr als 200.000 Menschen wurden getötet und viele verletzt. Moïse, damals vier Jahre alt, hat sein linkes Bein verloren. Dank der Unterstützung von Handicap International (HI) hat er eine Prothese und Reha-Maßnahmen erhalten.

Mithilfe der Unterstützung von HI während der letzten acht Jahre ist Moise heute nicht mehr zu stoppen!

Ein Interview mit Martina Vohankova
© Handicap International
Minen, Streubomben und andere Waffen Nothilfe Politische Kampagnenarbeit

Ein Interview mit Martina Vohankova

Martina Vohankova stammt aus Tschechien und arbeitet bei Handicap International Syrien als Projektmanagerin für Gesundheit und Minenaktion. Angefangen in 2012 arbeitete sie erst für Projekte der Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe in Uganda, Kambodscha und im Südsudan. In den vergangenen zwei Jahren war Martina im Nahen Osten tätig, zunächst im Irak. Seit Mai 2016 wirkt sie bei Handicap International im Syrien-Krisen-Programm mit. Hier erzählt sie uns von ihrer Arbeit.

„Ich habe gemerkt, wie stark sich sein Leben verändert hat“
© HI / P. Poussereau
Nothilfe

„Ich habe gemerkt, wie stark sich sein Leben verändert hat“

HI  Physiotherapeutin Farhana arbeitet im Kutupalong Camp in Bangladesch, eines der größten Flüchtlingslager der Welt. Ibrahim ist einer von mehr als 600.000 Rohingya, die vor der im August 2017 ausgebrochenen Gewalt in Myanmar geflohen sind. Er ist einer von vielen und hat bleibende Verletzungen erlitten. Dank der Physiotherapie mit Farhana macht Ibrahim große Fortschritte.