Gehe zum Hauptinhalt

Christellas neue Prothese

Inklusion Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie Vorsorge und Gesundheit
Haiti

Nach dem Erdbeben von 2010 musste Christellas Bein amputiert werden. Mit der Unterstützung von Handicap International konnte sie ihr Leben schnell weiterführen. Mehr als vier Jahre später wird es nun Zeit, eine neue Prothese an die Bedürfnisse der mittlerweile 15-jährigen anzupassen.

Christella erhält eine neue Prothese. Ein Arzt kniet hinter ihr und passt diese für sie an.

Christella bekommt eine speziell für sie angepasste Prothese. | © T. Campagne / Handicap International

Schon seit einigen Monaten hatte Christella ein bisschen Probleme bei der Fortbewegung. Sie war weniger beweglich auf dem Weg zur Schule und vermied es, Fußball mit ihren Freundinnen zu spielen. Der Grund: Ihre Prothese hatte begonnen, ernsthafte Ermüdungserscheinungen zu zeigen. Ab und zu hatte sie auch etwas Schmerzen an ihrem Beinstumpf, an den die Prothese nun nicht mehr optimal angepasst ist.

„Heute bin ich 15 Jahre alt“, erklärt Christella. „Ich bin in der 8.Klasse, lerne viel und manchmal spiele ich sogar Fußball. Meine Prothese nehme ich nur zum Schlafen ab.“

Christella ist gewachsen und die Prothese des einst kleinen Mädchens passt nicht mehr. Manchmal hinkt sie, weil ihr Bein mit der Prothese einfach zu kurz geworden ist. Cadet Marie Orbenia, Christellas Mutter hatte begonnen einiges zu unternehmen, um die Prothese reparieren und anpassen zu lassen. Doch es ist nicht einfach, von ihrem Viertel bis ins medizizinische Aufnahmezentrum zu gelangen. Handicap International entschied daher, das Mädchen an die Partnerorganisation „Healing Hands for Haiti“ weiterzuleiten, die Prothesen baut. Nach einem ersten Besuch, bei dem die Maße genommen wurden, kann Christella schon bald wieder ins Anpassungszentrum zurückkehren, um eine ganz neue Prothese in Empfang zu nehmen, die dann endlich zu ihrer Größe passt. In einigen Tagen wird sie sich an dieses Bein gewöhnen. Die Schmerzen werden verschwinden und sie wird wieder mit ihren Freundinnen spielen können.

Für Christellas Mutter ist es eine echte Erleichterung. Sie kümmert sich so gut sie kann um ihre Tochter, aber sie muss auch an die Bedürfnisse ihrer anderen 6 Kinder denken. Das kleine Geschäft, das sie sich mit der Hilfe von Handicap International aufgebaut hat, ermöglicht ihr ein besseres Leben. „Ich habe eine sehr gute Beziehung zu meinen Kundinnen und Kunden aufgebaut. Sie kommen regelmäßig", erklärt sie. „An meinem Stand gibt es Reis, Nudeln, Bohnen, Öl. …. Wenn ich sehe, dass sich ein Produkt schlecht verkauft, nehme ich es nicht wieder; ich passe meinen Bestand an das an, was die Kunden möchten“. Cadet Marie Orbenia hat die Unterstützung von Handicap International sehr geholfen. Handicap International hatte die ersten Lagerbestände beigesteuert, aber vor allem begleitend beim Geschäftsaufbau unterstützt. Von diesen Einnahmen muss Christellas Mutter zum einen das Schulgeld bezahlen, ebenso Gesundheitskosten und alle anderen Ausgaben der Familie. „Ich bin zufrieden. Mein Geschäft läuft besser und besser“, erzählt sie stolz.

Und vielleicht haben Christella sogar inspiriert, als wir ihre Mutter beim Weg in die Selbstständigkeit unterstützt haben. Christella träumt heute davon, Buchhalterin zu werden.

12 Januar 2015
Weltweites Engagement:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

13. Oktober: Internationaler Tag der Katastrophenvorsorge
© P. Lavirotte/HI
Nothilfe Vorsorge und Gesundheit

13. Oktober: Internationaler Tag der Katastrophenvorsorge

In vielen Ländern kommt es immer wieder zu Klimakatastrophen. Erdbeben, Tsunamis, Wirbelstürme oder Dürren fordern Tote und Verletzte und vernichten oftmals die Existenzgrundlage. Naturereignisse werden meist nicht rechtzeitig erkannt, Warnungen zu spät ausgesprochen. Spezielle Vorsorgeprogramme können aber dabei helfen, dass sich die Bewohner besser auf drohende Naturkatastrophen vorbereiten. Katastrophenvorsorge ist ein wichtiger Teil der humanitären Hilfe.

Tsunami in Indonesien: Viele Opfer weiter unerreichbar
CIS-Timor/ HI
Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie

Tsunami in Indonesien: Viele Opfer weiter unerreichbar

Die Auswirkungen des Erdbebens und des Tsunamis, die Indonesien getroffen haben, sind weiterhin spürbar. Das Phänomen der Bodenverflüssigung hat ganze Dörfer erfasst. Allein dadurch wurden mehr als 10.000 Menschen verletzt; 800 werden noch vermisst. Fast 2.000 Menschen haben ihr Leben verloren.

Tsunami in Indonesien: Mehr als 190.000 Menschen brauchen Hilfe
©AFP PHOTO/ADEK BERRY
Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie

Tsunami in Indonesien: Mehr als 190.000 Menschen brauchen Hilfe

Ein schweres Erdbeben mit anschließendem Tsunami erschütterte am 28. September das Zentrum der indonesischen Inselgruppe und forderte 1.763 Menschenleben. Mehr als 5.000 Menschen sind vermisst. HI schickte ein Nothilfeteam von Experten nach Indonesien und koordiniert den Einsatz mit lokalen Organisationen.