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Ebola: Die Zeichen stehen auf Hoffnung!

Nothilfe Vorsorge und Gesundheit
Sierra Leone

Das Ende der Epidemie ist in Sicht. Zwei unserer Mitarbeitenden erzählen, wieso das so ist, welche Probleme die Regenzeit bereitet und wie unsere Teams in Sierra Leone gegen das Virus kämpfen.

Eines unserer Teams bei einem Einsatz in einem Dorf in Sierra Leone

Eines unserer Teams bei einem Einsatz in einem Dorf in Sierra Leone | © J-B. Richardier / Handicap International

Das gab es seit über einem Jahr nicht mehr: in Sierra Leone und in Liberia hat sich in den letzten zwei Wochen niemand mehr angesteckt. Lediglich in Guinea gab es noch Neuansteckungen – mit drei Menschen allerdings auch sehr wenige. Die Hoffnung auf ein Ende der Epidemie ist berechtigt, der Zeitpunkt günstig. Die Euphorie sollte aber nicht zu voreiligen Handlungen und einem Aufweichen der Sicherheitsstandards verleiten. Der tödliche Virus hatte innerhalb eines Jahres knapp 30.000 Menschen infiziert (fast die Hälfte davon in Sierra Leone) und davon mehr als 10 000 getötet  - und er kann jederzeit wieder ausbrechen, wenn die Vorsicht dem Leichtsinn weicht!

„Zwei Wochen sind vergangen, ohne dass eine einzige Person in Sierra Leone positiv auf das Ebolavirus getestet wurde. Diese Zeichen machen Mut“,
Magalie Vairetto arbeitet seit Januar 2015 für das Ebola-Programm von Handicap International in Sierra Leone

Das heißt aber noch lange nicht, dass Ebola besiegt wurde. Erst nach weiteren vier Wochen, in denen sich niemand angesteckt hat, werden die Menschen endgültig sagen können: Gemeinsam haben wir Ebola besiegt! Alle Energie muss nun in eine besonders genaue Überwachung der Fortschritte gesteckt werden. Das Erreichte ist vor allem dem großartigen Engagement der Freiwilligen sowie dem beeindruckend effektiven System zur Vermeidung von Neuansteckungen zu verdanken – und gerade jetzt muss es weiterhin eingehalten werden.

Das System zur Vermeidung von Neuansteckungen ist extrem effektiv

Jeder, der in Körperkontakt zu einem infizierten Menschen gekommen ist, wird für einen Zeitraum von 21 Tagen eingehend überwacht. Die Menschen werden unter Quarantäne gestellt und ihre Temperatur wird regelmäßig gemessen, so dass sie sofort fallgerecht behandelt werden können, wenn sie Symptome des Virus zeigen. Lediglich 15 Menschen werden gegenwärtig mit Hilfe dieses Systems überwacht, vor drei Wochen waren es fast 700. „Das ist die Sache, die am meisten Mut macht“, sagt Magalie. „Besonders seit sich das Überwachungssystem in der Vergangenheit als extrem effektiv erwiesen hat. Woche für Woche war jeder einzelne bekannte gewordene Fall einer, der überwacht worden war. Dies zeigt, dass das Virus endlich durch das System eingedämmt worden ist.”

Die Regenzeit torpediert die Erfolge der Helferinnen und Helfer

Doch die äußeren Umstände machen es den Helferinnen und Helfern nicht leicht. Die Regenzeit hat begonnen und erschwert die Arbeit in vielerlei Hinsicht. Plötzlich stecken sich immer mehr Menschen an – nur mit was, ist nicht klar. Denn während der Regenzeit treten eine Vielzahl an weiteren Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen auf.

„Es macht keinen Unterschied, ob jemand Malaria oder eine durch Wasser übertragene Krankheit hat. Die aufwändigen Maßnahmen sind die gleichen!“,
Jérôme Besnier arbeitete bis vor kurzem für das Ebola-Programm von Handicap International

Am Anfang einer Krankheit kann oft nicht klar gesagt werden, um welche Krankheit es sich handelt. Also muss der infizierte Mensch ins Diagnosezentrum gebracht werden und es müssen dieselben, aufwändigen Verhaltensregeln eingehalten werden wie immer. Erst wenn die  Testergebnisse “grünes Licht“ geben, gibt es Entwarnung und die Menschen können entsprechend der diagnostizierten Krankheit behandelt werden.  „Paradoxerweise müssen wir seit Beginn der Regenzeit öfter ausrücken  - und das bei weniger Ebola-Fällen“, erklärt Jérôme.

Der Regen verursacht noch ein weiteres Problem: Eigentlich müssen die Schutzanzüge auf eine vorgeschriebene Art und Weise an- und ausgezogen werden. Die Fachkräfte müssen akribisch darauf achten, dass sie auf keinen Fall mit infizierten Körperflüssigkeiten in Kontakt kommen. Doch der Regen lässt diese Flüssigkeiten am Schutzanzug herunterrinnen. Die Gefahr, mit ihnen in Berührung zu kommen, ist daher viel größer. Da die Sicherheit unserer Mitarbeitenden oberste Priorität hat, haben wir uns Gedanken gemacht, wie wir sie bestmöglich schützen können. Wir haben deshalb extra ein aufblasbares Zelt entwickelt, in dem unsere Teams ihre Schutzanzüge vom Regen geschützt an- und ausziehen können.   
Der Erfolg liegt zum Greifen nahe – nun müssen Gefahrenbezirke besonders beobachtet werden.

Manche Bezirke sind mehr gefährdet als andere. Das liegt an den lokalen Umweltgegebenheiten, Armutsfaktoren, Hygieneumständen etc. Die Teams von Handicap International besuchen deshalb genau diese Bezirke. Haus für Haus, Straße für Straße sprechen sie mit den Bewohnerinnen und Bewohnern und vergewissern sich, dass es ihnen gut geht. Weißt jemand Symptome auf, rufen sie sofort unser Dekontaminations-Team und die Betroffen werden mit unseren speziellen Krankenwägen in ein Diagnosezentrum gebracht.

Dies ist ein entscheidender Zeitpunkt im Kampf gegen das Virus. Lasst uns gemeinsam daran arbeiten, dass wir ihn gewinnen!

31 August 2015
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Martina Vohankova stammt aus Tschechien und arbeitet bei Handicap International Syrien als Projektmanagerin für Gesundheit und Minenaktion. Angefangen in 2012 arbeitete sie erst für Projekte der Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe in Uganda, Kambodscha und im Südsudan. In den vergangenen zwei Jahren war Martina im Nahen Osten tätig, zunächst im Irak. Seit Mai 2016 wirkt sie bei Handicap International im Syrien-Krisen-Programm mit. Hier erzählt sie uns von ihrer Arbeit.