Gehe zum Hauptinhalt

Ein Monat nach Hurrikan Matthew herrscht noch immer Chaos auf Haiti

Nothilfe
Haiti

Einen Monat nach Hurrikan Matthew sind immer noch 1,4 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Zusätzlich haben sintflutartige Regenfälle den Norden und Süden der Insel überflutet und zahlreiche Straßen sind durch die Überschwemmungen unpassierbar geworden. Handicap International führt den Nothilfeeinsatz für die Betroffenen weiter.

Unsere Physiotherapuetin macht Gehübungen mit einem verletzten Mann

Nach einer Verletzung erneut gehen zu lernen ist eine große Herausforderung. Unsere Physiotherapeuten helfen dabei. | Handicap International

„Die finanziellen Mittel sind zu diesem Zeitpunkt immer noch total unzureichend, gemessen am Ausmaß der Katastrophe. Die Mittel reichen nicht aus, um sicherzugehen, dass wir die haitianische Bevölkerung in dieser neuen Zerreißpobe begleiten und ihr einmal mehr helfen können, wieder auf die Beine zu kommen. In manchen Gegenden, die immer noch nicht erreichbar sind, richten die Folgen des Hurrikans Matthew weiterhin schwere Schäden an, es sterben sogar noch – leise und fast unbemerkt - Menschen“, erklärt Hélène Robin, Verantwortliche für die Nothilfeeinsätze bei Handicap International. „Unsere Teams verwenden all ihre Energie darauf, den Menschen zu Hilfe zu kommen.“

 

Rehabilitation und psychologische Unterstützung

Seit den ersten Tagen nach der Katastrophe setzen wir zwei mobile Teams in der Stadt Les Cayes zur Versorgung von Verletzten ein. Die Teams bestehen je aus einem Projektleitenden (spezialisiert auf besondere Bedürfnisse, besonders in der Rehabilitation), einem Projektleitenden für die psychologische Betreuung, einer Fachkraft für Physiotherapie und einem Sozialarbeitenden. Jedes Team hat den Zustand der Krankenhäuser und Rehabilitationseinrichtungen evaluiert, stellt Rollstühle, Krücken und Rollatoren zur Verfügung und bietet psychologische Unterstützung und Rehabilitationsmaßnahmen für die Opfer der Katastrophe an. Bald werden wir noch weitere Teams in der Stadt Les Cayes und anschließend in Jérémie einsetzen, die wir gerade zusammenstellen.

 

Verteilung von Nothilfesets, Hygienesets und Haushaltsartikeln

Handicap International bereitet außerdem die Verteilung von Nothilfesets vor (bestehend aus einem Werkzeugkasten, Seilen, Halterungen und Planen), damit die Betroffenen sich selbst Unterkünfte bauen können. Zudem werden wir wichtige Haushaltsartikel (Kanister und Stablampen) und Hygienesets verteilen, um die Ausbreitung von Epidemien wie Cholera zu verhindern. Zwei unserer Fachleute für Nothilfe sind bereits im Departement Nippes im Einsatz, um die schutzbedürftigsten Menschen in dieser Region ausfindig zu machen und die Verteilung von 1.000 Sets zu organisieren.

 

Die Schwächsten berücksichtigen

„Auch in den Departements Grande Anse und Sud sind wir dabei, die besonders Schutzbedürftigen zu identifizieren: isoliert lebende Haushaltsvorstehende, schwangere Frauen, ältere Menschen und Menschen mit Behinderung. Außerdem begleiten wir die anderen humanitären Akteure, damit sie die Bedürfnisse der Schwächsten berücksichtigen und ihnen den Zugang zu ihren humanitären Leistungen ermöglichen“, fügt Hélène Robin hinzu.

 

Logistische Engpässe

Bei unserem Einsatz sind wir mit vielen logistischen Einschränkungen konfrontiert: „In Folge des Hurrikans Matthew sind viele Straßen abgeschnitten und Brücken beschädigt worden. Zudem erschweren die Überschwemmungen im Norden und im Süden des Landes die Transporte und den Zugang zu den Menschen, die Hilfe brauchen“, erklärt Hélène Robin.

Um die Transporte der humanitären Hilfsgüter zu den abgeschnittenen Menschen – sowohl auf dem Landweg als auch auf dem Seeweg – zu ermöglichen und zu koordinieren, hat Handicap International je eine Logistikplattform in den Städten Cayes und Jérémie errichtet. „Wir wollen die humanitären Akteure, die in den abgelegenen Gegenden arbeiten, dabei unterstützen, die Hilfsgüter zu den betroffenen Bevölkerungsgruppen zu bringen. So können sie sie an die Bedürftigen verteilen“, ergänzt Hélène Robin.

 

10 November 2016
Weltweites Engagement:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

13. Oktober: Internationaler Tag der Katastrophenvorsorge
© P. Lavirotte/HI
Nothilfe Vorsorge und Gesundheit

13. Oktober: Internationaler Tag der Katastrophenvorsorge

In vielen Ländern kommt es immer wieder zu Klimakatastrophen. Erdbeben, Tsunamis, Wirbelstürme oder Dürren fordern Tote und Verletzte und vernichten oftmals die Existenzgrundlage. Naturereignisse werden meist nicht rechtzeitig erkannt, Warnungen zu spät ausgesprochen. Spezielle Vorsorgeprogramme können aber dabei helfen, dass sich die Bewohner besser auf drohende Naturkatastrophen vorbereiten. Katastrophenvorsorge ist ein wichtiger Teil der humanitären Hilfe.

Tsunami in Indonesien: Viele Opfer weiter unerreichbar
CIS-Timor/ HI
Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie

Tsunami in Indonesien: Viele Opfer weiter unerreichbar

Die Auswirkungen des Erdbebens und des Tsunamis, die Indonesien getroffen haben, sind weiterhin spürbar. Das Phänomen der Bodenverflüssigung hat ganze Dörfer erfasst. Allein dadurch wurden mehr als 10.000 Menschen verletzt; 800 werden noch vermisst. Fast 2.000 Menschen haben ihr Leben verloren.

Tsunami in Indonesien: Mehr als 190.000 Menschen brauchen Hilfe
©AFP PHOTO/ADEK BERRY
Nothilfe Rehabilitation und Orthopädie

Tsunami in Indonesien: Mehr als 190.000 Menschen brauchen Hilfe

Ein schweres Erdbeben mit anschließendem Tsunami erschütterte am 28. September das Zentrum der indonesischen Inselgruppe und forderte 1.763 Menschenleben. Mehr als 5.000 Menschen sind vermisst. HI schickte ein Nothilfeteam von Experten nach Indonesien und koordiniert den Einsatz mit lokalen Organisationen.