Gehe zum Hauptinhalt

Erdbeben Haiti: Auch 9 Jahre danach versorgt HI die Schutzbedürftigsten mit Reha-Maßnahmen

Inklusion Rehabilitation und Orthopädie
Haiti

Seit dem Erdbeben am 12. Januar 2010 in Haiti leistet HI Unterstützung für die Schutzbedürftigsten, insbesondere mit einem Angebot an hochwertigen Reha-Maßnahmen.

Haiti, 9 Jahre nach dem verheerenden Erdbeben

© Nadia Todres |HI

Am 12. Januar 2010 wurde Haiti von einem heftigen Erdbeben heimgesucht, bei dem 230.000 Menschen getötet und über 300.000 verletzt wurden. Infolge dieser schweren Katastrophe mobilisierte Handicap International bis zu 600 Mitarbeitende und setzte eine noch nie dagewesene Menge an Ressourcen ein, um den Überlebenden zu helfen. Dadurch konnte HI 90.000 Menschen mit Reha-Maßnahmen, 1.400 Menschen mit orthopädischen Hilfsmitteln (Prothesen und Orthesen) und 25.000 Menschen mit psychosozialer Unterstützung versorgen. 

Nachhaltige Projekte

Auch neun Jahre nach dem Erdbeben unterstützt HI weiterhin die haitianische Bevölkerung in langfristig angelegten Projekten.

„Als das Erdbeben 2010 Haiti verwüstete, gab es fast kein Angebot an Reha-Leistungen in diesem Land. Mit der Unterstützung von HI wurde nach dem Erdbeben der erste Ausbildungskurs für Orthopädietechniker und Reha-Techniker auf die Beine gestellt, was bedeutet, dass Reha-Leistungen heute in verschiedenen Einrichtungen zur Verfügung stehen. HI unterstützt weiterhin Gesundheitseinrichtungen und kümmert sich darum, dass die Reha-Zentren für alle zugänglich sind und qualifiziertes medizinisches Personal vorhanden ist“, erklärt Sibylle Bühlmann, technische Koordinatorin für Rehabilitation bei HI in Haiti. 
 

  • Im August 2015 erhielten 72 Auszubildende ihre Abschlusszeugnisse . Auch heute setzt HI die Ausbildung von Reha-Technikern fort, verbessert die Fähigkeiten von Physiotherapeuten und erleichtert den Zugang zu Reha-Leistungen in Krankenhäusern und Gemeinden. Darüber hinaus unterstützt HI mehrere medizinischen Einrichtungen.  
  • Die Organisation unterstützt 450 Menschen, insbesondere Menschen mit Behinderung, dabei, ihr Selbstbewusstsein zu stärken, ihre Fähigkeiten zu verbessern, sich selbständig zu machen oder eine bezahlte Anstellung zu finden, um so ihren eigenen Lebensunterhalt zu verdienen und besser für ihre Familien sorgen zu können.
  • HI klärt die Bevölkerung und vor allem Schulkinder über die Gefahren im Straßenverkehr auf und unterrichtet auch die Fahrer von öffentlichen Verkehrsmitteln in sicheren Verhaltensweisen. Außerdem sensibilisiert HI die Behörden und die haitianische Gesellschaft dafür, wie wichtig die Prävention von Verkehrsunfällen ist.
  • Haiti ist ein Land, in dem ein Teil der Bevölkerung in abgelegenen und schwer zugänglichen Gegenden lebt. Deshalb arbeitet HI dort mit den schutzbedürftigsten und isoliert lebenden Familien, damit diese sich angemessen auf Naturkatastrophen vorbereiten und lernen, sich vor ihnen zu schützen. Diese Aktivitäten werden u.a. durch eine Förderung durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung umgesetzt.

Nothilfeeinsätze

Neben den langfristigen Entwicklungsprojekten wird HI außerdem jedes Mal sofort aktiv, wenn eine Naturkatastrophe passiert. So konnten die Teams beispielsweise nach dem Hurrikan Matthew im September 2016 den Überlebenden mit der Bereitstellung von Nothilfemaßnahmen und Hygienesets, einer logistischen Plattform, Reha-Maßnahmen usw. helfen.

Weitere Informationen:

Maßnahmen nach dem Erdbeben:

Handicap International war bereits in Haiti tätig, als das Erdbeben das Land verwüstete. HI versorgte über 90.000 Menschen mit Reha-Maßnahmen, 1.400 Menschen mit Prothesen und Orthesen, verteilte über 5.000 Rollstühle, Krücken und Rollatoren für Menschen mit Behinderung, die beim Erdbeben verletzt worden waren. Darüber hinaus leistete die Organisation psychosoziale Unterstützung für über 25.000 Menschen. Die Teams von HI bauten über 1.000 Unterkünfte für besonders schutzbedürftige Familien und brachten mehr als 20.000 Tonnen an Hilfsgüterlieferungen zu den Betroffenen.  
 

11 Januar 2019
Weltweites Engagement:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

Handicap International stellt sich klar und unmissverständlich hinter Black Lives Matter Inklusion Politische Kampagnenarbeit Rechte

Handicap International stellt sich klar und unmissverständlich hinter Black Lives Matter

Die Grundpfeiler unserer Arbeit sind Menschlichkeit und Inklusion. Handicap International wurde vor fast 40 Jahren gegründet aus der Empörung über die Ungerechtigkeit, der Menschen mit Behinderung weltweit ausgesetzt sind. Seither setzt sich Handicap International für eine Welt ein, in der jeder Mensch in Sicherheit und Würde leben kann, in der Gleichberechtigung und Inklusion selbstverständlich sind und in der alle Menschen durch die Vielfalt bereichert werden.

Weltbildungsbericht: Kinder mit Behinderung nicht vergessen
© Neil Thomas / HI
Inklusion Rechte Rechte von Menschen mit Behinderung

Weltbildungsbericht: Kinder mit Behinderung nicht vergessen

Die UNESCO hat am 23. Juni den Weltbildungsbericht veröffentlicht. Er dokumentiert den Fortschritt der Bildung in der ganzen Welt. Der diesjährige Schwerpunkt des Berichts ist die Forderung nach Inklusion aller Kinder in Bildungsmaßnahmen. Dank unserer langjährigen Erfahrung im Bereich inklusive Bildung in 27 Projektländern haben wir maßgeblich zum diesjährigen Dokument beigetragen und unterstützen die Forderung, dass insbesondere Kinder mit Behinderung nicht vergessen werden dürfen.

Geflüchtete mit Behinderung haben es besonders schwer
© Dieter Telemans / HI
Inklusion Nothilfe Rechte von Menschen mit Behinderung

Geflüchtete mit Behinderung haben es besonders schwer

Anlässlich des Weltflüchtlingstags am 20. Juni fordert die humanitäre Hilfsorganisation Handicap International (HI), dass Geflüchtete mit Behinderung eine echte Chance haben müssen, sich vor dem Coronavirus zu schützen. Von 79,5 Millionen Flüchtlingen weltweit haben etwa 15 % eine Behinderung. Sie kämpfen oftmals mit Isolation, Diskriminierung und Ausgrenzung. Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen verschärfen die Lebensbedingungen, wie der HI-Bericht „Das Coronavirus im humanitären Kontext: Leave no one behind!” dokumentiert. Menschen mit Behinderung brauchen mehr Unterstützung, so wie beispielsweise Lina, die seit drei Jahren im Flüchtlingslager in Juba (Südsudan) lebt. Mit ihrem Rollstuhl kommt sie kaum durch die engen Gassen. HI verhandelt derzeit mit den Behörden, damit Lina mit ihrer Familie umziehen darf, wo sie sich leichter und sicherer bewegen kann.