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Co-Preisträger Friedensnobelpreis 1997

 

Erfahrungsbericht von Elisabeth, einer Entminerin aus dem Senegal

Minen, Streubomben und andere Waffen Öffentlichkeitsarbeit
Senegal

Der Senegal ist eines von 85 Ländern und Gebieten der Welt, die mit Anti-Personen-Minen verseucht sind. Dies ist eine Folge der Auseinandersetzung zwischen der Nationalarmee und der demokratischen Bewegung von Casamance (MFDC). Eine von Handicap International zwischen 2005 und 2006 in Casamance (Senegal) durchgeführte Studie hat gezeigt, dass von 253 besuchten Gebieten 93 mit Anti-Personen-Minen verseucht waren: Das bedeutet, dass mehr als 90.000 Menschen von diesen Waffen betroffen sind. Seit 2007 ist Handicap International die einzige Organisation, die in der Entminung der betroffenen Gebiete im Senegal aktiv ist.

Das Gespräch/Interview wurde im März 2011 geführt.


Ist die Ausbildung schwierig?

Am Anfang ist die Ausbildung schwierig, aber ich habe mich angepasst und habe mich ganz und gar dem Lernen gewidmet. Im Vorstellungsgespräch hat man mich gefragt, ob ich Angst hätte. Ich habe Nein gesagt,  denn wegen des Minenrisikos hat die Bevölkerung keinen Zugang zu bestimmten Gebieten, doch den brauchen sie in ihrem täglichen Leben und um ihrem Lebenunterhalt nachgehen zu können  - es sind diese Gebiete, die sie ernähren. Am Anfang hatte ich vor allem Angst, die 5 Wochen Grundausbildung nicht zu überstehen.

Was sind die hauptsächlichen Herausforderungen in diesem Beruf?

In Casamance ist es sehr heiß. Ich bin hier nicht aufgewachsen, die Schutzkleidung ist schwer und wir arbeiten auf Knien. Es war daher schwierig, aber mit viel Bemühen habe ich mich schließlich daran gewöhnt. Ich hatte niemals wirkllich Angst. Es reicht, das zu tun, worum man gebeten wird und den Sicherheitsanweisungen zu folgen. Die Sicherheit ist das wichtigste, in der Grundausbildung und in den Instruktionen unserer Chefs hören wir das immer wieder. Das beruhigt mich. In der Ausbildung erklärt man uns, welchen Schaden die Minen anrichten. Ich habe den Ausbilder gefragt, ob es in den Teams auch schon Verletzte gegeben hat….  Er sagte Nein, es genüge, einfach sehr strikt die Sicherheitsbestimmungen umzusetzen. Es gibt eine bestimmte Vorgehensweise, um sich fortzubewegen und voranzukommen, strikte Regeln, die man respektieren muss.

Ist es ein stressiger  Beruf?

Es ist vor allem erstmal ein sehr interessanter Beruf. Aber er erfordert Konzentration und Organisationfähigkeit. Man muss morgens gut essen und sich in den Ruhezeiten/Pausen auch wirklich ausruhen. Während der Pause, das ist bei der professionellen Entminung alle dreißig Minuten, zieht man die Schutzkleidung aus. Man erzählt sich Geschichten, man lacht, man amüsiert sich. Das erlaubt uns wirklich zu relaxen. Diese Arbeit ist ein wenig anstrengend, ja, aber es ist eine sehr gute Stimmung in der Gruppe, wir sind ein wirklich eingeschweißtes Team.
Von dem Gedanken, dass wir Minen beseitigen, die Menschen Angst machen, bin ich wirklich begeistert. Dieses Ziel gibt mir immer wieder Kraft und den Mut, meine Aufgabe zu Ende zu bringen, wenn ich müde bin. Die Entminung kann das Leben der Menschen verändern.  

Was sind deine Ziele für deine weitere berufliche Entwicklung?

Ich möchte noch viel weiter kommen. Es gibt insgesamt 4 Stufen im Berufsfeld des Entminers. Ich möchte eines Tages gern mehr Verantwortung übernehmen, und noch besser das System beherrschen. Ich möchte mehr lernen und noch besser wissen, wie es funktioniert. Ich würde gern Teamchefin werden, warum nicht auch Einsatzleiterin?

6 März 2012
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Die Supermarktkette Kaufland hat sogenannte Bienenhotels in ihr Sortiment aufgenommen. Für jedes verkaufte Bienenhotel spendet Kaufland 1 Euro an Handicap International und unterstützt dadurch Menschen mit Behinderung weltweit. 

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HI warnt: Entminung immer schwieriger
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Minen, Streubomben und andere Waffen

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München, 4. April 2019. Anlässlich des Internationalen Tags der Aufklärung über die Minengefahr äußert sich die gemeinnützige NGO Handicap International (HI) besorgt über die große Anzahl an Blindgängern durch den weit verbreiteten Einsatz von Explosivwaffen in aktuellen Konflikten. Außerdem ist der Einsatz von improvisierten Minen gestiegen. Die verminten Zonen befinden sich häufig in städtischen Gebieten, sie sind schwieriger zu räumen und stellen die humanitären Räumexpert/-innen vor neue Herausforderungen. HI führt in sieben Ländern Räumungsprojekte durch: Kolumbien, Irak, Laos, Libanon, Libyen, Senegal und Tschad. Die Organisation testet auch innovative Wege, um die Entminungsarbeit zu erleichtern wie beispielsweise den Einsatz von Drohnen, um betroffene Gebiete schneller zu erkennen und zu vermessen. Insgesamt sind 60 Staaten und andere Gebiete durch Minen und explosive Kriegsreste in der ganzen Welt verseucht.

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