Gehe zum Hauptinhalt

Co-Preisträger Friedensnobelpreis 1997

 

Erklärung vor dem EU-Gipfel: 162 NGOs fordern Einsatz für Menschenrechte statt Abweisung von Migranten

Viele Menschen, die vor Krieg und Verfolgung fliehen, werden schlichtweg davon abgehalten, europäischen Boden zu erreichen. Somit wird ihnen ihr Recht auf Schutz verweigert. In einer Erklärung fordern wir gemeinsam mit zahlreichen Nicht-Regierungs-Organisationen von allen EU-Staaten, dass sie sich ihrer Schutzverantwortung stellen und die europäischen Grundrechte einhalten.

© E. Fourt / Handicap International

162 Nichtregierungsorganisationen aus über 20 Ländern, darunter Handicap International, Oxfam und Save the Children, richten im Vorfeld des EU-Gipfels, der diese Woche stattfindet, eine gemeinsame Forderung an die Regierungen der EU. Die aktuelle EU-Politik wird den Grundprinzipien des humanitären Völkerrechts und der europäischen Menschenrechte nicht gerecht. Alle Regierungen der EU müssen in ihrer Flucht- und Migrationspolitik die menschenrechtlichen Grundlagen und die Werte achten, auf denen die Europäische Union gründet. Die Verantwortlichen müssen außerdem konsequent rassistischen und rechtspopulistischen Strömungen entgegentreten, die den Zusammenhalt Europas gefährden.

Konkret heißt es in dem Aufruf:

„Wir appellieren […] an Sie, politische Führung zu übernehmen und die Rechte und Werte hochzuhalten, die seit 60 Jahren die Gründungsprinzipien der Europäischen Union bilden. Gemeinsam müssen wir verhindern, dass legitime Sorgen […] ausgenutzt und missbraucht werden, um das Europäische Projekt zu Fall zu bringen.“

„Als die Zahlen ankommender Flüchtlinge im Sommer 2015 stiegen, war Europa nicht in der Lage zusammenzuhalten und mit Menschlichkeit, Würde und Solidarität zu reagieren. Bis heute sind die europäischen Nationen nicht willens, nach völker- und europarechtlichen Vorgaben zu handeln.“

„Wir vernehmen, dass Sie sich immer wieder zu den europäischen Werten bekennen – Respekt für Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Vorrang des Rechts und Menschenrechte. Aber wir erwarten, dass Sie auch entsprechend diesen Werten handeln. Zu viele Regierungen sind bis heute zu sehr damit beschäftigt, Menschen von Europa fernzuhalten. Damit riskieren sie, dass gerade diejenigen, die am dringendsten Schutz brauchen, keinen bekommen.“

„Wir erwarten eine nachhaltige, weitsichtige Migrationspolitik, die den Respekt für Menschenrechte garantiert, anstatt sie zu gefährden. Dazu gehört die Erweiterung von sicheren und regulären Zugangswegen nach Europa mit humanitären und anderen Visa, die Schaffung von mehr Resettlement-Plätzen sowie verbesserte Bedingungen für Familienzusammenführungen.“

„Nur ein Europa, dass die Rechte von ausnahmslos allen verteidigt, ist ein Europa, auf das wir stolz sein können.“

 

 

8 März 2017
Weltweites Engagement:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

Weltflüchtlingstag 20. Juni: Geflüchtete mit Behinderung haben es besonders schwer
©Wolfram Buttschardt/HI
Inklusion

Weltflüchtlingstag 20. Juni: Geflüchtete mit Behinderung haben es besonders schwer

Knapp 70 Millionen Menschen sind auf der Flucht. Das sind im Durchschnitt täglich 44.400 Menschen, die aufgrund von Konflikten und Verfolgung fliehen müssen. Jedes Jahr am 20. Juni würdigt das UN-Flüchtlingshilfswerk all diese Millionen Menschen, die gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen. Besonders schwierig ist die Situation für Menschen mit Behinderung. So wie beispielsweise für Mohamad Jolo. Der blinde Musiker aus Rakka in Syrien kam 2015 mit der Hilfe eines Freundes aus Aleppo nach Deutschland. Der Anfang war voller Barrieren. Inzwischen ist er gut integriert. In München unterstützt die gemeinnützige Hilfsorganisation Handicap International (HI) im Rahmen des Projekts „ComIn“ Geflüchtete und Migrant/-innen mit Behinderung durch Beratung und spezielle Kurse.

Diversity-Tag 2019 in München
© HI
Rechte von Menschen mit Behinderung

Diversity-Tag 2019 in München

Der Verein Charta der Vielfalt ist Initiator des bundesweiten Deutschen Diversity-Tags, der zum siebten Mal am 28. Mai 2019 stattfand. An diesem Aktionstag machen Unternehmen und Institutionen ihr Engagement zum Thema Diversity in internen oder externen Aktionen öffentlich. Neben weiteren Organisationen bot auch Handicap International eine Aktion für interessierte Beschäftigte der Münchener Stadtverwaltung an, um die Vielfalt der Stadtverwaltung zu thematisieren. Das Motto: Barrieren haben viele Gesichter!

HI unterstützt venezolanische Migranten in Kolumbien
© HI
Nothilfe

HI unterstützt venezolanische Migranten in Kolumbien

Kolumbien beherbergt derzeit mehr als eine Million Migrant/-innen aus Venezuela. Handicap International leistet Nothilfe für die besonders Schutzbedürftigen unter ihnen.

Handicap International e.V. ist anerkannter Partner von folgenden öffentlichen Institutionen:

Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ