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Gewalt zwischen Gaza und Israel: Explosivwaffen verursachen schwere Verletzungen

Nothilfe
Palästinensische Gebiete

Mehr als 30 Menschen wurden am Wochenende bei Schusswechseln und Bombenangriffen zwischen Gaza und Israel getötet. In Gaza könnte diese Eskalation zu einer erneuten Welle von Verletzten führen. Oftmals kämpfen die Opfer anschliessend mit bleibenden Behinderungen. Kliniken und Rehabilitationseinrichtungen sind bereits überlaufen.

HI versorgt derzeit viele Menschen, die Beinverletzungen durch explosive Waffen davongetragen haben.

HI versorgt derzeit viele Menschen, die Beinverletzungen durch explosive Waffen davongetragen haben. | © O. van den Broeck/HI

 

„Die Bilder, die in internationalen Medienberichten kursieren, zeigen den Einsatz von Granatwerfern, Raketen und Drohnen, die das Leben der Zivilbevölkerung aufs Spiel setzen und wichtige zivile Infrastrukturen beschädigen, zum Beispiel Schulen und Krankenhäuser. 31 Menschen wurden am Wochenende getötet, davon 27 Palästinenser und vier Israelis. Außerdem wurden 154 Palästinenser und mehrere Israelis verletzt.

Die Bombenangriffe auf bewohnte Gebiete können nicht zwischen militärischen und zivilen Zielen unterscheiden und betreffen vor allem die Zivilbevölkerung. Die Verletzungen, die durch Explosivwaffen entstehen, sind in der Behandlung oft sehr komplex und können zu bleibenden Behinderung führen. Sie erfordern eine lange und schmerzhafte Rehabilitation in barrierefreien medizinischen Einrichtungen. Diese sind jedoch nach anhaltenden Bombenangriffen oft beschädigt - manchmal sind auch gar keine geeigneten Einrichtungen vorhanden.

In Gaza sind die medizinischen Versorgungsdienste seit Beginn der Demonstrationen vor einem Jahr durch den steten Zustrom von Verletzten sehr überlastet. Wenn die Gewalt weiter zunimmt, hätte dies katastrophale Auswirkungen für die Bevölkerung. HI versorgt derzeit viele Menschen, die Beinverletzungen durch explosive Waffen davongetragen haben. Ihre Rehabilitation kann mehrere Jahre dauern. Durch solche Verletzungen erleiden sie eine vorübergehende oder gar bleibende Behinderung, die gravierende soziale und berufliche Folgen hat.“  

Bruno Leclerq, Einsatzleiter von Handicap International (HI) in Palästina

2225 Menschen von HI versorgt

Seit April 2018 haben HI und lokale Partnerorganisationen über 2225 Menschen behandelt und ihre Angehörigen mitbetreut. Dafür stehen 10 mobile Teams bestehend aus Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Krankenpflegern, Psychologen und Sozialarbeitern bereit. Insgesamt sind über 60 Mitarbeiter*innen tagtäglich vor Ort im Einsatz. In den kommenden Wochen will HI die Teams noch weiter verstärken, um die Verletzten zu versorgen und neue Opfer behandeln zu können.


Rasante Zunahme an Verletzten

Von März 2018 bis März 2019 wurden bei den Protesten 277 Menschen getötet und 31.214 verletzt (laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation). Mehr als 6800 von ihnen wurden von scharfer Munition getroffen; 91 Prozent von ihnen haben Verletzungen der Gliedmaßen erlitten. 

7 Mai 2019
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