Gehe zum Hauptinhalt

Jede dritte Frau leidet unter Gewalt

Rechte von Menschen mit Behinderung

Heute ist der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Weltweit ist jede dritte Frau betroffen. Frauen mit Behinderung trifft es sogar noch schlimmer. Seit 25 Jahren engagieren wir uns in zahlreichen Ländern und Projekten dafür, Gewalthandlungen zu abzuwenden und die Opfer medizinisch und psychologisch zu unterstützen.

Eine Frau aus Ruanda hält sich beschämt den Strohhut vors Gesicht

Frauen, die wie diese Frau aus Ruanda zu Opfern von Gewalt werden, kennen oft ihre Recht nicht und schämen sich | © W. Huyghe / Handicap International

Laut WHO sind 35 Prozent aller Frauen weltweit körperlicher oder sexueller Gewalt ausgesetzt, die durch ihren Partner oder eine andere Person verübt wird. Diese Gewalthandlungen stellen eine schwere Verletzung der Rechte der Frau dar. Sie stehen mit vielen anderen Faktoren in Verbindung, zum Beispiel spielen das Bildungsniveau, das kulturelle Umfeld (wenn Gewalt gegen Frauen akzeptiert wird, weil sie nicht als gleichwertig anerkannt werden), Glaubensrichtungen und lokale Traditionen eine große Rolle. Werden Frauen zu Opfern von Gewalt, so leiden sie in der Folge oft an gesundheitlichen Problemen, psychologischen Traumata und großen sozialen sowie wirtschaftlichen Schwierigkeiten.

Frauen mit Behinderung sind doppelt diskriminiert

Frauen mit Behinderung, insbesondere Frauen mit geistiger Beeinträchtigung, tragen ein erhöhtes Risiko, Opfer von Gewalt zu werden. „Wenn man eine Frau ist und eine Behinderung hat, bringt das oft eine doppelte Diskriminierung mit sich. Einerseits haben Frauen aufgrund vieler sozialer und kultureller Vorurteiler nicht immer das die Möglichkeit, über ihr Sexualleben und ihre Familienplanung selbst zu entscheiden – das heißt, eine verantwortungsvolle Sexualität zu leben, über die sie selbst bestimmen und in der sie selbst frei entscheiden können, ob und wann sie Kinder wünschen. Und andererseits sind Frauen mit einer Behinderung durch ihre Nähe oder gar Abhängigkeit von anderen Menschen in ihrem Umfeld einem höheren Risiko von sexueller Gewalt ausgesetzt, was sie sehr schutzbedürftig macht“, erklärt Muriel Mac Seing, die sich bei Handicap International um geschlechtsbezogene Themen kümmert. Für die betroffenen Frauen mit Behinderung ist es oft schwieriger, um Hilfe zu bitten, weil sie außer ihren Unterdrückern eher wenig Kontakt zur Außenwelt haben. So leben sie ausgeschlossen und isoliert.

Wir klären auf und helfen den Opfern

Seit 25 ist Handicap International in mehreren Ländern tätig, um Frauen mit Behinderung für die Gefahren von Gewalttätigkeit zu sensibilisieren und in ihnen das Bewusstsein für ihre Rechte zu stärken: in Marokko, Äthiopien, Burundi, Elfenbeinküste, Kenia, Ruanda, Madagaskar und Kambodscha. Außerdem versorgen wir betroffene Frauen medizinisch und psychologisch und beraten sie zu ihrer rechtlichen Situation. Auch arbeiten wir mit Regierungen zusammen, um die Frauenrechte zu stärken: besonders, indem wir die Ratifizierung der internationalen Konventionen zum Schutze von Frauen unterstützen und fördern.

25 November 2016
Weltweites Engagement:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

HI-Botschafterin Ulrike Folkerts besucht Rehazentrum in Jordanien
© Ursula Meissner/HI
Öffentlichkeitsarbeit Rechte von Menschen mit Behinderung

HI-Botschafterin Ulrike Folkerts besucht Rehazentrum in Jordanien

Die Schauspielerin Ulrike Folkerts engagiert sich seit vielen Jahren an der Seite von HI. Derzeit besucht sie Jordanien, um sich mit syrischen Geflüchteten und Menschen mit Behinderung auszutauschen. Am Dienstag, 18. September begleitete sie mehrere Patienten in einem Rehabilitationszentrum.

Flucht, Migration und Behinderung: Neues Projekt gefördert von der SKala-Initiative Inklusion Rechte von Menschen mit Behinderung

Flucht, Migration und Behinderung: Neues Projekt gefördert von der SKala-Initiative

Geflüchtete mit Behinderung sind weltweit einem besonderen Risiko der Ausgrenzung ausgesetzt. Unsere Bedarfsanalyse zur Versorgungslage und Lebenssituation von Geflüchteten mit Behinderungen in Deutschland zeigt, dass diese Personengruppe auch in unserem Land nur schwer an der Gesellschaft teilhaben kann. Im Jahr 2003 gründeten wir daher das Projekt ComIn in München. Basierend auf den weltweiten Aktivitäten von Handicap International fördert ComIn die Integration von Migrant/-innen und Flüchtlingen mit Behinderung in München. Die Förderung der SKala-Initiative ermöglicht es HI, grundlegende Strukturen mit bundesweiter Wirkung für Flüchtlinge mit Behinderung aufzubauen. SKala ist eine Initiative der Unternehmerin Susanne Klatten in Partnerschaft mit dem gemeinnützigen Analyse- und Beratungshaus PHINEO und fördert bundesweit etwa 100 Non-Profit-Organisationen.

Kampagne #school4all ruft zu Spenden auf: besserer Zugang zu Bildung für Kinder mit Behinderung
© Lucas Veuve/HI
Öffentlichkeitsarbeit Rechte von Menschen mit Behinderung

Kampagne #school4all ruft zu Spenden auf: besserer Zugang zu Bildung für Kinder mit Behinderung

32 Millionen Kinder mit Behinderung besuchen keine Schule, obwohl alle Kinder ein Recht auf Bildung haben. HI ruft mit der Kampagne #school4all zu Spenden auf, damit Schulen für alle Kinder zugänglich gemacht werden können. HI arbeitet in 31 Ländern im Bereich Inklusion und unterstützt 144.000 Kinder auf ihrem Weg zur Schulbildung.