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Co-Preisträger Friedensnobelpreis 1997

 

Kambodscha: Wie Mom nach einem Minenunfall wieder glücklich wurde

Minen und andere Waffen Rehabilitation und Orthopädie
Kambodscha

Mit acht Jahren verlor Mom Srey durch eine Landmine ihr rechtes Bein. Heute kann sie dank der Hilfe von Handicap International wieder aufrecht leben, hat ein Kind und ist verheiratet.

Mom sitzt im Schneidersitz und hält ihr Kind, im Kintergrund sind zwei Frauen ebenfall im Schneidersitz und mit Kind

Mom Srey steht, dank Handicap International, mit beiden Beinen im Leben. | © Nicolas Axelrod / Handicap International

Kambodscha, 1998: Die roten Khmer von Bruder Nr. 1 Pol Pot sind längst Geschichte. Doch Pol Pots „perfekte Soldaten“ kämpfen weiter, ihnen ist es egal, dass der Krieg vorbei ist. Eines der unzähligen Opfer ist die achtjährige Mom Srey. Die perfekte Soldatin, die Mom Jahre nach dem Krieg angreift, ist eine Landmine. Mom hatte mit dem Krieg nichts zu tun, und dennoch verliert sie durch die Explosion ein Bein. Ein grausamer Einschnitt in ein so junges Leben. Doch im Gegensatz zu vielen anderen hat Mom Glück. Sie überlebt und Handicap International passt ihr eine Prothese an, mit der das Mädchen langsam wieder laufen lernt. Heute ist Mom eine glücklich verheiratete Frau, die gerade ihren ersten Sohn geboren hat. Und auch Handicap International spielt weiter eine wichtige Rolle in ihrem Leben: Mom arbeitet als Sekretärin im Büro der Organisation in Battambang und trägt dazu bei, dass den Überlebenden von Unfällen mit Landminen geholfen wird.

© Handicap International

„Ich heiße Mom und bin 25 Jahre alt. Als ich acht Jahre alt war, lebte ich mit meiner Familie in Tonle Sap. Meine Familie war arm, wir lebten von einer kleinen Schweinezucht. Meine Aufgabe war es, Futter für die Schweine im Wald zu sammeln. Dabei bin ich eines Tages auf eine Mine getreten. Die Mine explodierte und riss mir mein rechtes Bein ab. Ich wurde in die Krankenstation von Tonle Sap gebracht, aber da meine Verletzung so schwer war, musste ich sofort ins Krankenhaus von Kampong Thom verlegt werden. Nach langen sechs Monaten im Krankenhaus wurde ich dann ins Reha-Zentrum von Handicap International verlegt und habe dort meine erste Prothese bekommen. In  vielen Reha-Sitzungen habe ich gelernt, wieder selbstständig zu leben.“

„Ein paar von Ihnen kennen mich sicher. Seit ich acht Jahre alt war und meine Prothese bekam, habe ich meine Geschichte zusammen mit Handicap International erzählt. Heute bin ich Mitte zwanzig, trage immer noch eine Prothese, aber sie ist kein Hindernis mehr für mich. Ich komme überall hin, wo ich hin will. Ich habe eine gute Ausbildung bekommen und bin heute Sekretärin bei Handicap International in Battambang. Ich habe letztes Jahr geheiratet und in diesem Frühjahr mein erstes Kind bekommen – einen kleinen Sohn. All das wäre ohne Handicap International und die Hilfe aller Unterstützerinnen und Unterstützer nicht möglich gewesen. Dafür von Herzen danke. Doch ich bin nicht die einzige Überlebende. Es gibt noch viele andere, die Unterstützung brauchen – und solange mein Land nicht minenfrei ist, werden die menschenverachtenden Minen bestimmt noch viele Opfer fordern. Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende.“

Kambodscha ist eines der Länder mit den meisten Opfern durch Landminen.Von 1979 bis Ende 2012 gab es über 64.000 Überlebende und weitere Tausende Tote. Kambodscha gehört mit Afghanistan, Kolumbien, Pakistan und Myanmar zu den fünf Ländern, in denen es in den letzten Jahren die meisten neuen Opfer von Landminen gab.

© Paul James Hay / Handicap International

2010 galten noch geschätzte 715 Quadratkilometer in Kambodscha als vermint. In den 17 Jahren davor konnten 500 Quadratkilometer von explosiven Kriegsresten befreit werden. Die verborgenen Minen versetzen die Bevölkerung in Angst, lähmen die Entwicklung und stellen eine ständige, unsichtbare Bedrohung dar.

Doch gemeinsam können wir dafür sorgen, dass die betroffenen Menschen in Kambodscha wieder aufatmen können, dass es bald keine Unfälle mehr gibt und dass die Überlebenden aufrecht leben können wie Mom Srey.

Gerne würden wir Ihnen noch viel mehr solcher Erfolgsgeschichten erzählen! Dafür sind wir auf Ihre Hilfe angewiesen: Bitte unterstützen Sie Überlebenden von Landminen und Streubomben mit Ihrer Spende, damit Betroffene wie Mom wieder aufrecht und in der Mitte ihrer Gemeinschaft leben können. Danke.

12 Februar 2014
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Syrien: Es ist dringend erforderlich, den Schutz von Zivilisten und humanitären Helfern zu gewährleisten.
© W. Daniels / HI
Minen und andere Waffen

Syrien: Es ist dringend erforderlich, den Schutz von Zivilisten und humanitären Helfern zu gewährleisten.

Im Nordosten Syriens wiederholt sich der Kreislauf von Gewalt, Angst und Unsicherheit für die Bewohner/-innen! Wieder einmal sind Zivilist/-innen die ersten Opfer von Bombenanschlägen. Handicap International (HI) ist äußerst besorgt angesichts der militärischen Eskalation und der Bedrohung der Zivilbevölkerung. HI ruft alle Konfliktparteien auf, die Zivilbevölkerung zu schützen, insbesondere in den von Luftangriffen und Artilleriefeuer betroffenen Ballungsgebieten.

Militäreinsatz im Nordosten Syriens: Der Schutz der Zivilbevölkerung und humanitären Helfer/-innen ist lebensnotwendig
© Armelle Toucour
Minen und andere Waffen

Militäreinsatz im Nordosten Syriens: Der Schutz der Zivilbevölkerung und humanitären Helfer/-innen ist lebensnotwendig

Die jüngste Militäroffensive im Nordosten Syriens droht tausende Zivilist/-innen von Hilfe abzuschneiden und treibt viele in die Flucht, die oft schon vorher innerhalb Syriens geflohen waren. Davor warnen 15 Hilfsorganisationen, darunter Handicap International. CARE, Ärzte der Welt und Oxfam. Sie fordern die Konfliktparteien dazu auf, das humanitäre Völkerrecht uneingeschränkt zu respektieren und in dicht besiedelten Gebieten keine explosiven Waffen einzusetzen. 


 

Wiener Konferenz: Mehrheit der Staaten für mehr Schutz der Zivilbevölkerung vor Bombardierungen
© B. Chapuis / HI
Minen und andere Waffen Politische Kampagnenarbeit

Wiener Konferenz: Mehrheit der Staaten für mehr Schutz der Zivilbevölkerung vor Bombardierungen

Wien, 2. Oktober 2019. Vertreter/-innen von 133 Staaten und der Zivilgesellschaft kamen für zwei Tage in Wien zur „Internationalen Konferenz zum Schutz der Zivilbevölkerung in der städtischen Kriegsführung“ zusammen. Die Mehrheit der Teilnehmer/-innen unterstützte die Notwendigkeit, dass das menschliche Leid, das durch den Einsatz von Explosivwaffen verursacht wird, beendet werden muss und zeigte sich dazu bereit, mit diesem Ziel an einem politischen Instrument zu arbeiten. Die Konferenz ebnete den Weg für einen Verhandlungsprozess, an dessen Ende im Frühjahr 2020 eine politische Erklärung zur Verabschiedung vorgelegt werden soll. Die Vertreter Deutschlands verpflichteten sich in Wien, konstruktiv an dem Prozess hin zu einer politischen Erklärung mit zu arbeiten. Handicap International hatte jahrelang auf die menschliche Tragödie durch die Bombardierung in Wohngebieten hingewiesen. Die Organisation begrüßte die große Anzahl an teilnehmenden Staaten und unterstrich, dass auch konkrete Maßnahmen zur Unterstützung der Opfer Teil der Erklärung sein müssen. 

Handicap International e.V. ist anerkannter Partner von folgenden öffentlichen Institutionen:

Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ Aswärtiges Amt, BMZ, Europa, UNHCR, GIZ